12. Mai 2011

40-Jahr-Feier der Kreisgruppe Fürstenfeldbruck mit vielseitigem Programm

Die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck der Siebenbürger Sachsen leistet seit ihrer Gründung im Dezember 1970 wertvolle Arbeit innerhalb des Verbandes der Siebenbürger in Deutschland und ist ein fester Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens in Fürstenfeldbruck geworden. Das wurde am Ostersonntag, dem 24. April, mit einem abwechslungsreichen Kulturprogramm und einem Osterball im Bürgerhaus Gerlinden gebührend gefeiert.
Schon vor Ostern war eine Festschrift erschienen, die auf postalischem Wege an die 330 Mitglieder der Kreisgruppe und ihre Familien versandt worden war. Eingeleitet durch Grußworte des Bundesvorsitzenden des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Dr. Bernd Fabritius, und des Vorsitzenden der Kreisgruppe Fürstenfeldbruck, Dr. Johann Kremer, präsentieren verschiedene Autoren anhand von Bildern und Zeitungsausschnitten die Geschichte der Kreisgruppe sowie ihre mannigfaltigen Aktivitäten: Kinder- und Jugendarbeit, Kulturpflege, Teilnahme am öffentlichen Leben, Integrationshilfe und die berühmten Reisen in die weite Welt, für die die Kreisgruppe bekannt geworden ist.

Während sich ab 14.00 Uhr bei Kaffee und Kuchen der Saal bis auf die letzten Plätze füllte, wurden im Foyer die letzten Handgriffe an einer Bildergalerie getan, die das Leben der Kreis­gruppe veranschaulichte.

Kurz vor 16.00 Uhr begrüßte der Vorsitzende Dr. Johann Kremer die Gäste und die Ehrengäste, darunter die bayerische Landesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Herta Daniel, den stellvertretenden Vorsitzenden der Kreisgruppe München, Wilhelm Jakob Hermann, den Chefredakteur der Siebenbürgischen Zeitung, Siegbert Bruss, und unseren Altvorsitzenden und Brucker Seniorenbeirat Michl Theil. Dr. Kremer gab einen Überblick über die 40-jährige Geschichte der Kreisgruppe mit ihren Höhen und Tiefen, wobei sie sich immer ihrer sozialen Verantwortung bewusst war gegenüber der bitteren Not, die in Siebenbürgen herrschte.
Erfolgreiches Debüt: Mitglieder der Tanzgruppe ...
Erfolgreiches Debüt: Mitglieder der Tanzgruppe studierten unter der Regie von Maria Schenker (Erste von rechts) ein Theaterstück für die 40-Jahr-Feier ein. Foto: Siegbert Bruss
In ihrer neuen Heimat war die Kreisgruppe neben der Pflege der kulturellen Werte stetig um Integration bemüht: „Geschickt ermöglichte sie unter reger Teilnahme ihrer Mitglieder eine stetige Entwicklung von kultureller Präsenz, die weit über die Grenzen des Landkreises hinaus wirkte. Sei es die Teilnahme am Trachtenzug des Oktoberfestes, verschiedene Auftritte der Tanzgruppen und Blaskapellen zu offiziellen Anlässen und Feiern der Stadt Fürstenfeldbruck oder die Präsentation von Ausstellungen, das Mitwirken bei Stadtfesten, Informationsveranstaltungen und Reisen nach Siebenbürgen, all das hat die Kreisgruppe im Dienste der Gemeinschaft geleistet“, sagte Dr. Kremer. Als in den 80er und 90er Jahren die politische Lage in Rumänien immer instabiler und die siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft geschwächt wurde, lebte in vielen Siebenbürgern verstärkt der Wunsch nach Familienzusammenführung und einem Neuanfang in einem Land des deutschen Sprachraumes mit gefestigten, demokratischen Verhältnissen auf: „Auch wenn vom eigenen Land nicht mehr viel übrig blieb, die Kir­che durch zahlreiche Umstände an Einfluss verlor, sehnen wir uns gerade in einer unsteten Welt, in der Fiktion und Schein das tägliche Leben dominieren, nach der Gemeinschaft, die eine fest gefügte Welt verheißt“, betonte Kremer.

Die Vorsitzende des Landesverbandes Bayern des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Herta Daniel, gratulierte in ihrer Rede der Kreisgruppe zum 40-jährigen Jubiläum, hob die erreichten Ziele dieser Gemeinschaft hervor und wünschte weiterhin viel Erfolg. Sie überbrachte auch die Glückwünsche des Bundesvorsitzenden Dr. Bernd Fabritius. Als Anerkennung überreichte sie Kremer eine Ehrenurkunde, mit der die Arbeit der Kreisgruppe und des Vorstandes gewürdigt wurde.

Der nun folgende Einzug des Chores und der Tanzgruppen in Tracht zusammen mit Trachtenträgern aus dem Publikum war nur einer der Höhepunkte des Programms: choreographiert vom Leiter der Münchner Volkstanzgruppe Simon Spielhaupter, durchschritten sie den Saal zu den Akkordeonklängen von Siegfried Krempels.

Es folgten Auftritte der Tanzgruppen, des Cho­res, Lesungen von Gedichten und eine Theateraufführung. Als erste traten die Tänzer der Kindertanzgruppe der Kreisgruppe München auf. Unter der Leitung von Patrick Krempels begeisterten sie das Publikum in ihren schicken Trach­ten und mit ihren gekonnt präsentierten Tänzen. An den Gesichtern der Kinder konnte man erkennen, dass ihnen das Tanzen Spaß macht.
Die Kreisgruppe Fürstenfelbruck feierte ihr ...
Die Kreisgruppe Fürstenfelbruck feierte ihr 40-jähriges Bestehen am Ostersonntag in Gernlinden (siehe Bericht auf Seite 5), die Tanzgruppe Fürstenfeldbruck gestaltete das Programm mit schwungvollen Tänzen und einem Theaterstück mit. Foto: Siegbert Bruss
Paul Rampelt (1921-1996), Vorstandsvorsitzender der Kreisgruppe Fürstenfeldbruck von 1978 bis 1981, brachte viele gute Ideen in die Arbeit des Vorstandes ein und verfasste viele Gedichte in siebenbürgisch-sächsischer Mundart. Eine Kostprobe der Gedichte Rampelts, die teils heitere Begebenheiten, teils besinnliche Erfahrungen siebenbürgischer Neuankömmlinge thematisieren, bot Vorstandsmitglied Siegfried Krempels. Besinnlich waren auch die Darbietungen des „Reußmarkter Chores“ aus München unter der Leitung von Wilhelm Spielhaupter mit alten, zum Teil in Vergessenheit geratenen Liedern aus Siebenbürgen.

Natürlich war auch die Tanzgruppe der Kreisgruppe maßgebend am Kulturprogramm beteiligt: nach flotten siebenbürgischen Tänzen präsentierte sie Tänze nach „country-western“-Art und „modern dancing“.

Das Kulturprogramm neigte sich dem Ende zu, aber ein Höhepunkt fehlte noch: Sechs Mitglieder der Tanzgruppe führten den Einakter „Zimmer zu vermieten“ auf, der schon in Siebenbürgen mit Erfolg uraufgeführt worden war. Die Jugendlichen hatten die Komödie unter der Regie von Maria Schenker eigens für die Jubiläumsfeier einstudiert. Sie haben ihre Rollen sehr überzeugend gelebt und es gelang ihnen, die Lachmuskeln der Zuschauer aufs Äußerste zu strapazieren. Nach ihrem erfolgreichen Debüt haben sie schon einen oder sogar mehrere weitere Auftritte geplant. Ob sich daraus eine Theatergruppe entwickelt? Es wäre eine schöne kulturelle Bereicherung für die Kreisgruppe.

Das umfangreiche Kulturprogramm wurde durch mehrere Pausen aufgelockert, in denen die Zuschauer auch das schöne Wetter genießen konnten. Anschließend wurde zu den flotten Rhythmen der schon öfters bewährten „Top-40-Band“ bis spät in die Nacht das Tanzbein geschwungen.

Den engagierten Organisatoren, Helferinnen und Helfern, ohne die so ein Fest nicht möglich ist, sei herzlich gedankt für das festliche Herrichten des Saales, das Aufstellen der Bildergalerie, den selbst gebackenen Kuchen und den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.

Horst Schuster

Schlagwörter: Fürstenfeldbruck, Jubiläum, Tanz, Theater

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