10. August 2012

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Stimmungsvolles „Fest unter der Eiche“ des Hauses der Heimat Nürnberg

Unter der Schirmherrschaft des Regierungspräsidenten von Mittelfranken, Dr. Thomas Bauer, und regem Zuspruch durch Aussiedler, Vertriebene und deren Freunde fand am 21. Juli in bewährter Tradition auf dem Gelände des Hauses der Heimat (HdH) das Menschen verschiedener Herkunft und Generationen verbindende Fest statt, das Nürnbergs Bürgermeister Horst Förther (SPD) in seinem Grußwort so beschrieb: „So fest wie die deutsche Eiche steht, so fest ist das ‚Fest unter der Eiche‘, so fest steht das Haus der Heimat – und das ist nicht nur eine Metapher, sondern Realität und ist wichtig für das Zusammenleben in unserer Stadt!“
Horst Göbbel, Vorstandsvorsitzender des HdH, sagte in seiner Begrüßungsrede: „Wir leben in unsicheren Zeiten. In Zeiten vielfacher gesellschaftlicher Verwerfungen suchen Menschen wieder mehr nach Halt und sozialer Geborgenheit.“ Er zitierte den Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski: „Die Renaissance der Familie, das Comeback der guten Nachbarn sowie die Entdeckung der Freunde als lebenslange Begleiter werden zum Anker für den sozialen Zusammenhalt. Mit anderen zusammen und füreinander da zu sein, wird als sozialer Reichtum empfunden.“ In dieser Tradition und mit diesem Zukunftsanspruch sei das HdH ausgestattet.

Am Morgen hatten Helfer unterschied­licher Landsmannschaften Zelte für über 400 Personen aufgestellt. Köstlich duftete es am Grill der Metzgerei Mooser und stetig brummte das Geschäft an der von Banater Schwaben betreuten Schänke. An der Kasse saßen Sächsinnen, die Bibliothekarin, eine Banater Schwäbin bestritt den Bücherflohmarkt und eine Russlanddeutsche betreute die Kinder in der Kreativecke beim Erstellen von kleinen Kunstwerken aus Salzteig. Familie Faff, Siebenbürger Sachsen, buken Baumstriezel und in der Küche wechselten stündlich Helfer verschiedener Landsmannschaften, darunter auch Oberschlesier. Knapp 40 Kuchen, deren Ausgabe von Siebenbürger Sächsinnen betreut wurde, hatten die Mitgliedsvereine gespendet. Organisiert hatte das Fest wieder der Arbeitskreis Kultur (AK) unter der sicheren Leitung der AK-Sprecherin Annemarie Wagner, dessen Mitglieder weitere Aufgaben wahrnahmen, wie z.B. das Bedienen der rund 60 Ehrengäste. Musikalisch umrahmt wurde das Fest von der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg unter der Leitung von Michael Bielz.Kindertanzgruppen der Banater Schwaben und ...Kindertanzgruppen der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen inszenierten beim „Fest unter der Eiche“ ein „Kinderkronenfest“. Foto: Silke Geiger Dieses selbstverständliche Miteinander findet während des ganzen Jahres statt und wird von den Besuchern des HdH sehr geschätzt, was die Grußworte widerspiegelten, die eine halbe Stunde Regen hervorragend überbrückten, wonach die Auftritte der Kulturgruppen stattfinden konnten. Im Beisein hochrangiger Gäste, darunter Dr. Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Vertreter aus dem Stadtrat, von Wohlfahrtsverbänden, aus dem Bürgerverein Langwasser, Vorsitzende von Landsmannschaften, Mitglieder des Nürnberger Integrationsrates sowie des Nürnberger Kulturbeirats zugewanderter Deutscher, dankte Michael Frieser, Integrationsbeauftragter der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion, den im HdH engagierten Mitarbeitern: „Wir empfinden es als Ehre, dass Sie für unsere Gesellschaft arbeiten!“ Ein Besuch seitens der Politiker sei also „das Wenigste, was man tun kann“.

Regierungspräsident Dr. Bauer beschrieb das Heimatgefühl, indem er Hermann Hesse zitierte: „Wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die ganze Welt für eine Stunde wie Heimat aus.“, und fügte hinzu: „Dieses Zitat beschreibt treffend, was das HdH eigentlich ist und wofür es steht (…). Denn nicht im Leugnen, sondern im Bewahren der eigenen Wurzeln, verbunden mit der Offenheit für die neue Heimat, können befreundete Wege zusammenlaufen, kann Freundschaft und ein gemeinsames Heimatgefühl entstehen.“ Auch attestierte er dem HdH „eine Vermittlerrolle zwischen ausländischen Mitbürgern und Deutschen“, wobei er dessen „breite Unterstützung bei der Entstehung des ersten Interkulturellen Gartens in Nürnberg“ ebenso erwähnte wie die aktive Mitarbeit seitens der Geschäftsleiterin Doris Hutter im Stadtteilforum Langwasser, „die zu einem bunten, toleranten Miteinander im Stadtteil beiträgt. Für mich ein Beweis, dass das HdH nicht im Gestern lebt, sondern der Zukunft, dem Heute zugewandt ist.“

Bayerns Finanzminister Dr. Markus Söder, MdL, ist ein Fan der Siebenbürger Blaskapelle, die er als „beste Blaskapelle der Welt“ titulierte. Er ging kurz auf die Eurokrise ein, dankte den Gestaltern des Festes und lobte Horst Göbbel als Vorsitzenden des HdH für dessen „geistige Führung“: „Sie haben vielen Aussiedlern in dieser Stadt nicht nur eine Heimat gegeben, sondern ihnen Respekt und Achtung verschafft.“

Bezirksrat Peter Daniel Forster sprach in Vertretung von Bezirkstagspräsident Richard Bartsch sein Grußwort: Er schickte in Erwartung der Auftritte der Kulturgruppen einen „großen Appell an den Himmel hoch, er möge die Schleusen dicht machen!“ – und der Regen hörte auf! Einen schönen Anblick boten danach die Kindertanzgruppen der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen, die unter der Leitung von Annette Folkendt das von Doris Hutter geschriebene „Kinderkronenfest“ inszenierten. Die russlanddeutschen Musikspatzen des HdH erfreuten mit drei Liedern, die Minis der Karnevalsgesellschaft Noris Banatoris präsentierten „Schneewittchen“ und der Chor der Deutschen aus Russland Heimatklänge sang mit dem Fürther Chor der Siebenbürger Sachsen unter der Leitung von Rosel Potoradi „Im schönsten Wiesengrunde“ und das Frankenlied. Durch das Programm führte charmant die Gymnasiastin Nicole Vetter, Russlanddeutsche. Zu den Klängen der Blaskapelle wurde anschließend getanzt. Den Abschluss des Festes bildete ein riesiger Chor: Gemeinsam sangen die Festgäste, passend zur Stimmung auf dem Gelände, „Wahre Freundschaft“ und „Kein schöner Land“.

Doris Hutter



Bildergalerie vom Fest unter der Eiche

Schlagwörter: Nürnberg, Haus der Heimat, Fest

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