18. Oktober 2018

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Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg

Pfarrer Johann Rehner predigte am 30. September im „ökumenischen Gottesdienst nach Siebenbürger-Liturgie“ von der Kanzel herab, dass wir vor Gott alle gleich sind. Wer wollte das bestreiten?! Allerdings sehen wir unterschiedlich aus. An diesem Sonntag waren es die vielfältigen Trachten der Aussiedler, die manche auf so ansprechende Weise unterschieden und dem Gottesdienst die besonders festliche Note gaben. Banater Schwaben, Egerländer, Oberschlesier, Russlanddeutsche und Siebenbürger Sachsen zogen feierlich hinter den Geistlichen in die Kirche ein und umrahmten in ihren Trachten den Gottesdienst, wie es früher oft der Fall gewesen ist.
Die Reformations-Gedächtniskirche in Nürnberg-Maxfeld ragte wuchtig in einen herbstlichen Sonnentag und beherbergte über 300 Gäste, die zunächst dem Gottesdienst beiwohnten, der auch von der ev. Pfarrerin Sonja Dietel und dem katholischen Pfarrer Florian Will, der Vikarin Sulwe Umbreit und dem Organisten Thomas Schumann sowie einem Gemeinschaftschor aus Russlanddeutschen, Oberschlesiern und Siebenbürger Sachsen unter der Leitung von Rosel Potoradi gestaltet wurde. Danach konnten alle um die Kirche herum Aussiedlerkultur erleben oder gestalten. Die Siebenbürger Blaskapelle unter der Leitung von Richard Jasch erfreute mit bewährter Blasmusik und die Trachtenträger präsentierten sich in voller Pracht beim beliebten Trachtenaufmarsch. Als sie auf den Treppen stehenblieben, nutzten einige Politiker die schöne Kulisse, um ihre Grußworte zu sprechen.

Gabriele Penzkofer-Röhrl vertrat den Schirmherrn Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, aus dem Bayerischen Landtag waren Arif Taşdelen (SPD) und Verena Osgyan (Bündnis 90/Die Grünen) gekommen, vom Bezirk Mittelfranken der Präsident Richard Bartsch (CSU) sowie einige Nürnberger Stadträte, darunter Helmine Buchsbaum, Banater Schwäbin, und Werner Henning, Siebenbürger Sachse. Später kamen Karl Freller, MdL (CSU) und Bezirksrat Peter Daniel Forster (CSU) hinzu und alle zeigten viel Wertschätzung für die mitgebrachten Traditionen der Aussiedler, für deren Fleiß und gute Eingliederung in der neuen Heimat Bayern. Gruppenbild der Trachtenträger nach dem ...Gruppenbild der Trachtenträger nach dem Gottesdienst. Foto: Annette Folkendt. Im Auftrag der Aussiedlerverbände hatte Doris Hutter, der die Gesamtorganisation oblag, die Ehrengäste begrüßt, darunter auch Horst Göbbel, der vor ihr jahrelang die Aussiedlerkulturtage organisiert hatte, mehrere Vorsitzende der Aussiedlervereine sowie Pfarrerin Stefanie Grasruck, die maßgeblich an der Organisation des Festes beteiligt war. Hutter sagte, dass das Geschenk der Nürnberger Aussiedler an den Freistaat Bayern gerade diese Gemeinschaft in Vielfalt sei, dieses zusammen Arbeiten und Feiern der verschiedenen Landsmannschaften, das einer Isolation jeglicher Art entgegenwirkt, ein Miteinander, das uns gegenseitig bereichert und gemeinsam stark macht.

Und dann hatte eine Jugendliche das Wort. Annekatrin Streifert moderierte die Tänze auf dem von den Jugend- sowie Erwachsenengruppen eroberten Tanzboden: das Pflaster vor der Kirche, wo rundum fleißige Helfer unter der Leitung von Helga Ludwig Tische und Bänke für die Gäste aufgestellt hatten und Helferinnen um Olga Vetter einen Imbiss an die Gäste reichten. Der gemütliche Teil hatte begonnen, während die Tanzgruppen ihr Können zeigten: die Banater Trachtengruppe Nürnberg, die Siebenbürger Sachsen Nürnberg (Leitung Annekatrin Streifert / Rosi Bartel) und Herzogenaurach (Leitung Gerhard Berner / Renate Kellner), sowie die Russlanddeutschen „Schmetterlinge“ aus Fürth, aus der Tanzschule Hof und „White Shadows“ aus dem Haus der Heimat Nürnberg.

Dank gebührt allen Gestaltern dieses Festes, das wieder zum großen Gemeinschaftserlebnis wurde, ein Fest, bei dem es nur äußerlich eine Rolle spielte, wo man herkam, nämlich, wenn die Trachten bewundert und Interesse am Herkunftsland gezeigt wurden. Wie schön, wenn zum Schluss alle mit anpacken, um den Platz um die Kirche wieder einem ruhigen Sonntagsnachmittag zuzuführen, wobei Pfarrerin Grasruck mit einem zufriedenen Lächeln sagt: „Gerne können Sie Ihren Aussiedlerkulturtag wann immer bei uns feiern!“

Doris Hutter

Schlagwörter: Nürnberg, Bayern, Aussiedlerkulturtage, Doris Hutter, Göbbel, Trachtenträger, Gottesdienst

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