29. Oktober 2006

Liederkranz Nordheim besucht Dinkelsbühl

Auf die Romantische Straße führte der Jahresausflug 2006 den Liederkranz Nordheim e.V. 1852. Nordheim ist eine Gemeinde in unmittelbarer Nähe Heilbronns, umgeben von malerischen Weinbergen und weit über die Grenzen von Württemberg hinaus bekannt für seinen herausragenden Rebensaft. Ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dieser ursprünglichen Grundbeschäftigung und der Vorliebe der Nordheimer für das Singen?
Nun, viele von ihnen tun seit langer Zeit beides: Sie bauen Wein an und singen. Der Liederkranz Nordheim, in dessen Repertoire das Volkslied einen wesentlichen Platz einnimmt, feierte vor einigen Jahren sein 150-jähriges Bestehen. Obwohl sich in Nordheim im Laufe der Zeit etwa 1 000 Siebenbürger Sachsen niedergelassen und eine zweite Heimat gefunden haben, sind lediglich zwei von ihnen Mitglieder des Liederkranzes. Im Kirchenchor ist es nicht anders. Sowohl die Kirche als auch die Gemeinde Nordheim stellen sich wiederholt die Frage, warum die Siebenbürger, die gut und gerne singen, den Weg zu den beiden Gesangsvereinen nicht finden. Eigentlich schade, denn auch das wäre eine Form der Integration, die wir doch anstreben und die wir benötigen, weil sie uns gut tut.
Nun, am Ausflug des Liederkranzes auf die Romantische Straße waren immerhin sechs Siebenbürger beteiligt. Dem Vereinsvorsitzenden und Vizedirigenten Hans Schuster war es ein besonderes Anliegen, seinen Nordheimer Sangeskollegen die Gedenkstätte der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl zu zeigen und damit einiges über Deportation, Vertreibung und Aussiedlung zu vermitteln. Das Interesse daran war durchaus vorhanden und die Gespräche zu diesem Thema wurden in kleinen Gruppen im Bus und beim gemeinsamen Abendessen fortgesetzt. An der Gedenkstätte sang der Liederkranz Nordheim einige seiner schönsten geistlichen Lieder. Und einige Besucher Dinkelsbühls, die ebenfalls den Weg zur Gedenkstätte gefunden hatten, hörten zu.

Hannelore Schuster


Schlagwörter: Konzert, Dinkelsbühl, Kulturspiegel

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