15. Juli 2015

Ausstellung in Gundelsheim: „Hüter der Kirche – Fotografien von Kilian Müller“

Das Siebenbürgische Museum auf Schloss Horneck in Gundelsheim zeigt vom 18. Juli bis zum 4. Oktober Kilian Müllers fotografischen Essay „Hüter der Kirche“. Die Vernissage findet am Freitag, den 17. Juli, um 18.00 Uhr statt. Im Anschluss an die Eröffnungsfeier besteht die Möglichkeit zu einem Rundgang durch die Ausstellung und einem Gespräch mit dem Künstler Kilian Müller und dem Kurator des Museums Dr. Markus Lörz.
Das fotografische Essay „Hüter der Kirche“ entstand 2014 als Abschlussarbeit Kilian Müllers an der renommierten Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin und wurde mit dem Canon Profifoto Förderpreis ausgezeichnet. „Hüter der Kirche“ werden im Deutschen für gewöhnlich Mesner oder Küster genannt. Letztere Bezeichnung hat ihren Ursprung im lateinischen Wort „custos“, was Wächter oder Hüter, Bewahrer und Beschützer bedeutet. Diese „Hüter der Kirche“, Frauen und Männer aus der Gemeinde, übernehmen Verantwortung für ihre Kirche, pflegen und bewahren sie. In Siebenbürgen kommt ihnen eine besondere Rolle zu. Viele der ehemals großen evangelischen Kirchengemeinden der Siebenbürger Sachsen zählen heute vor Ort nur noch wenige Mitglieder. Längst betreut ein Pfarrer oder eine Pfarrerin eine Vielzahl von Gemeinden. In dieser Situation sind jene Hüterinnen und Hüter der Kirchen oft die einzigen, die sich permanent um die berühmten Kirchenburgen Siebenbürgens kümmern, sie pflegen, sie bewahren, für die wenigen Gottesdienste im Jahr vorbereiten oder Touristen zugänglich machen. Damit sind diese Menschen zum Stützpfeiler der Gemeinden geworden. Ohne sie wären viele Kirchen bereits dem Verfall preisgegeben, würde das siebenbürgisch-sächsische Gemeindeleben in den Dörfern gänzlich verschwinden. Die Hüter der Kirche sind damit Symbolfiguren für die Situation der Kirchengemeinden in Siebenbürgen, aber auch für die siebenbürgisch-sächsische Kultur insgesamt. Ihnen gewidmet ist die Ausstellung. In einfühlsamen Bildern hat der aus Lauffen am Neckar stammende Fotograf die Menschen, ihre Kirchen und ihr Lebensumfeld porträtiert. Kilian Müllers Fotografien kreisen um Motive des Fortbestehens und des Wandels, des Vergehens und des Neubeginns. Gleichsam stellen sie uns Fragen: Was heißt Einsamkeit? Wie weit geht Tradition? Und wie weit Glauben?
Kilian Müller, aufgenommen von Konrad Klein auf ...
Kilian Müller, aufgenommen von Konrad Klein auf dem Heimattag 2015 in Dinkelsbühl.
Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien in Hermannstadt entwickelt und wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Es erscheint ein Begleitkatalog zur Ausstellung. Die Schau ist jeweils dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr in den Sonderausstellungsräumen des Siebenbürgischen Museums auf Schloss Horneck zu sehen. Neben öffentlichen Führungen durch die Ausstellung werden auf Anfrage auch Sonderführungen für Besuchergruppen angeboten.

Schlagwörter: Gundelsheim, Schloss Horneck, Siebenbürgisches Museum, Ausstellung, Fotografie, Kirchenburgen

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