Rudolf Girsts Kirchenburgen-Bilderschau in Stuttgart
Es war das Anliegen in der Stuttgarter Vortragsreihe zum Jahresende, eine abschließende „Show“ zu veranstalten, eine Bilderschau über den Zustand unserer Kirchen in Siebenbürgen. Mit Rudolf Girst ergab sich am 26. November im Haus der Heimat Stuttgart hiermit eine Gelegenheit, die Bilder der Orte bzw. der Kirchen zu zeigen, wo es um Ereignisse von der Wiege bis zur Bahre geht. Er fotografierte sehr gern die besuchten Orte und pflegte ein Projekt mit dem Ziel, alle Orte, die unsere Landsleute ehemals bewohnt haben, zu fotografieren.
Wurmloch - die Kirchenburg wurde als UNESCO-Weltkulturerbestätte ausgezeichnet und liegt in einem Seitental der Großen Kokel.Der Referent bringt auch Bilder aus der weiten Welt, aber vor allem aus der Heimat, wo die Wurzeln und Erinnerungen zur Einheit werden. Seine Reisen beginnen in der Jugend, als er lieber das kleine vertraute Jakobsdorf in den Ferien zum Verweilen wählte - Großeltern waren wohl auch ein Grund – als Viktoriastadt mit den Wohnblocks ohne Gärten. Nach etlichen familienbezogenen Entscheidungen, wo studieren, heiraten, Kinder erziehen und Job suchen, sind die Reisen und das Fotografieren das Freizeitprojekt Nr. 1. Die Interessierten finden die Bildersammlungen auch online zum Downloaden: https://rgirst.de/sbbg-kirchen.htm.Agnetheln - das durch die Urzeln bekannte Städtchen ist der größte Ort im Harbachtal.
Rudolf Girst ist von der Vielfalt der Kirchen und Burgen im Äußeren und Inneren von jeher fasziniert. In einer detaillierten Recherche hat er die Geschichte, die Zahlen und Anekdoten notiert und hat und alle Orte im Verzeichnis von Siebenbuerger.de, dem Internetangebot des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, besucht. Die Orte, die er nicht selbst fotografieren konnte, kann man an einer Hand abzählen. Die Reise ist von Broos nach Draas geographisch geordnet, mit allen möglichen Verzweigungen in die vielen Seitentäler der siebenbürgischen Siedlungen, bis ins Nösner Land. Er hat uns die Entstehungsgeschichte der Bildersammlung von den drei „Drohnen – Reisen“ erzählt: wie die Orte mit dem Auto einzeln besucht wurden, wie eine Landschaft oder eine Kirche verfällt, wenn diese sich selbst überlassen wird, wie schön eine renovierte Kirche strahlt (s. Foto), wie man einzelne Innenausstattungen durch Übertragung an andere Kirchen „retten“ konnte, wie ein Hansonkel die Führungen auf Rumänisch macht, da die Besucher es nur so verstehen können, oder wie auch fertig renovierte Kirchen „naturbedingt“ einstürzen können. Wir erfahren, dass Aiud auch Straßburg am Mieresch, Deva auch Diemrich und Turda auch Thorenburg heißt. Es ist die Faszination diese Vielfalt von Dächern von oben zu sehen, die Drohne macht es möglich. Wir bewundern auf gestochen scharfen Bildern, mit blau-weißem Himmel, die unterschiedlichen Architekturen von Basilika, Saalkirche, Hallenkirche und weitere Kombinationen dieser Baukunst. Die Konstruktionen sind zugleich Wehrburgen und Gebetshäuser. Man könnte sagen sie schrecken unten den Feind und von oben gefallen sie dem Herrn. Rudolf Girst erzählt stets was kennzeichnend für den Bau jeder der Burgen/Kirchen ist.Zendersch - eines der größten ehemals siebenbürgisch-sächsischen Dörfer in dem Gebiet der Kleinen Kokel. Drohnenbilder von 2023: Rudolf Girst
So endet die schöne Bilderschau mit Ortschaftsbildern aus Heimatgemeinden der Anwesenden. Die Straßen sind in der Regel sauber, die Häuser sehen renoviert aus, jedoch gibt es kaum Menschen auf der Straße.
Das zahlreiche Publikum im Saal hat den Vortrag mit langem Applaus honoriert. Das anschließende traditionelle Fettbrotangebot wurde gerne angenommen und hat im vertrauten Beisammensein Gelegenheit zu vielen Gesprächen geboten.
Der nächste Vortrag wird am 25. Februar um 19.00 Uhr wieder im Haus der Heimat, Schlossstraße 92, in Stuttgart stattfinden.
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