8. Januar 2016

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Stiftung Siebenbürgische Bibliothek: Rückblick auf das Geschäftsjahr 2015

In einem früheren Beitrag verglich ich die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek mit einem Baum, dessen Wurzeln (die Spender und Unterstützer) ihn, um ihn wachsen und gedeihen zu lassen, mit Nährstoffen (den Zuwendungen) versorgen, und der die Bedürftigen (das Siebenbürgen-Institut mit Siebenbürgischer Bibliothek und Archiv) mit seinen Früchten (den erwirtschafteten Erträgen) ernährt und am Leben erhält. Damit der Baum auch bei Sturm bestehen kann, geben die Wurzeln ihm zusätzlich den nötigen Halt. Letztere Eigenschaft ist auch im vergangenen Jahr nötig gewesen und so war es möglich, die außergewöhnliche Belastung durch den Sturm um Schloss Horneck unbeschadet zu überstehen. Das Geschäftsjahr 2015 konnte positiv abgeschlossen werden. Dafür bedankt sich der Stiftungsvorstand in ganz besonderem Maße bei allen Unterstützern. Erwähnenswert ist allerdings, dass eine ganz dicke Wurzel, nämlich der Nachlass von Ute Sieglinde Hien in Höhe von 200 000 Euro, entscheidend dazu beigetragen hat.
Die Bestände von Bibliothek und Archiv werden ständig größer, die Zahl der Benutzer steigt an und die damit verbundene Arbeit erfordert infolgedessen mehr Personal. Daher muss die Stiftung weiter wachsen, um höhere Erträge liefern zu können. Es wäre von großem Vorteil, wenn diejenigen, die die Stiftung bisher schon unterstützen, in ihrer Umgebung weitere Unterstützer anregen könnten, sich zu beteiligen. z ... Wer sich die in der Siebenbürgischen Bibliothek oder im Internet unter www.stiftung-siebenbuergische-bibliothek.de ausliegende Stiftertafel angesehen hat, wird feststellen, dass viele Namen mehrere Male vorkommen, weil deren Träger sich im Laufe der vergangenen 16 Jahre seit Gründung der Stiftung immer wieder, oft auch mit kleinen Beträgen, engagiert haben. Allein im Jahr 2015 wurden 34 Namen in die Stiftertafel aufgenommen. Zwei von ihnen wurden mit einer Urkunde für besondere Verdienste beim Aufbau der Stiftung ausgezeichnet, nachdem die Summe ihrer Zuwendungen die Marke von 10 000 Euro erreichte. Leider können wir hier aus Platzmangel nicht alle Spender namentlich ehren. Ich verweise aber auf die „Mitteilungen aus dem Siebenbürgen-Institut“, herausgegeben vom Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL) und den „Freunden und Förderern der Siebenbürgischen Bibliothek“, einzusehen auch unter www.siebenbuergen-institut.de. Zu den „dicken Wurzeln“ zählen vor allem die elf Unterstiftungen: Dr. Ortrud u. Dipl.-Ing. Gerhardt Graeser; Dr. Roswitha und Martin Guist; Elfriede und Balduin Herter; Ute Sieglinde Hien; Gerlind und Harro Hubbes, Dagmar Heuchert; Dipl.-Ing. Alfred Kasper, Sächsisch Reen, und Frau Marga, Freiberg/Sachsen; Meta und Ingo Phleps; Studium Transylvanicum; Hildegard und Günter Volkmer; Hedwig Waadt, geb. König und Johanna und Dr. Arnold Weingärtner. Dazu gehören aber auch die weiteren zehn mit Urkunden ausgezeichneten Personen und Vereine sowie die vielen Spender, die mehrere Male in die Stiftertafel aufgenommen wurden.

Wir erhoffen uns eine langfristige Perspektive für unsere Stiftung, um die Funktion der Siebenbürgischen Bibliothek auf Dauer zu gewährleisten. Das ist ein sehr anspruchsvolles Ziel, ein großes Vorhaben, das nur mit sehr vielen Helfern erreicht werden kann und viel Ausdauer erfordert, insbesondere jetzt, wenn auch für die Einrichtung des Schlosses Horneck für die neuen Aufgaben und seine Instandhaltung Mittel benötigt werden. Im Zusammenhang mit der angestrebten Nachhaltigkeit ist auch zu bedenken, dass eine starke Stiftung, die mehr Erträge erwirtschaftet, als für den Betrieb von Bibliothek, Archiv und Institut erforderlich ist, sich auch am Unterhalt des Schlosses beteiligen kann, und zwar dann auch dauerhaft. Der Vorteil dieser Überlegung besteht darin, dass die Zuwendungen in das Stiftungsvermögen nicht verbraucht werden dürfen, nur dessen Erträge. Vielleicht bringt diese Überlegung auch vermögende Personen oder solche ohne direkte Nachkommen dazu, darüber nachzudenken, ob sie ihren Nachlass zugunsten der Stiftung, also indirekt der Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen, regeln oder bereits zu Lebzeiten einen Teil ihres Vermögens der Stiftung schenken, was auch zu Steuervorteilen führt. Der Stiftung wird auch mit der Gewährung von zinslosen Darlehen sehr geholfen. Diese werden nicht veröffentlicht und der eingezahlte Betrag wird am Ende der Laufzeit oder bei dringendem Bedarf sofort in Teilen oder in Gänze zurückgezahlt. Da die Stiftung ihr Vermögen nicht verbrauchen darf, ist die Rückzahlung nie gefährdet. Im Jahr 2015 erhielt die Stiftung Darlehen in Höhe von 35 000 Euro und zahlte Darlehen im Wert von 50 000 Euro zurück. Der derzeitige Bestand beträgt 85 000 Euro, ca. 3 % des verwalteten Vermögens. Die am Siebenbürgen-Institut an der Universität Heidelberg in Gundelsheim beschäftigten Personen werden auch in diesem Jahr besondere Leistungen erbringen müssen. Neben dem laufenden Betrieb der Bibliothek und des Archivs sind sie auch an der Einrichtung zusätzlicher Räume im Schloss und am Umzug aus dem Haus in der Schlossstraße beteiligt. Die wissenschaftliche Arbeit wird daher zurückgefahren werden müssen. Nicht leiden sollen die periodischen Publikationen. Die Zahl der Folgen der „Mitteilungen aus dem Siebenbürgen-Institut“ soll sogar von derzeit zwei auf drei Folgen erhöht werden.

In der Hoffnung, dass das angelaufene Jahr für alle unsere Unterstützer ein gutes sein wird, bedanke ich mich im Namen des Vorstands und des Beirats der Stiftung vielmals bei Ihnen allen und bitte Sie gleichzeitig, uns weiterhin die Treue zu halten.

Hatto Scheiner

Schlagwörter: Stiftung Siebenbürgische Bibliothek, Gundelsheim, Schloss Horneck

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