17. Juni 2006

Repräsentative Ausstellung in Kornwestheim: Malerei der siebenbürgischen Moderne

Die siebenbürgische Kunstszene der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in ihrer europäischen Vernetzung beleuchtet die Ausstellung „Ausbruch aus der Tradition“, die das Museum im Kleihues-Bau in Kornwestheim vom 17. Juni bis 1. Oktober 2006 zeigt. Die Vernissage findet am Samstag, dem 17. Juni, 19.00 Uhr, statt. Die Werkschau umfasst eine repräsentative Auswahl von 80 Gemälden aus Museums- und Privatbesitz aus Deutschland, Ungarn und Rumänien; viele davon wurden noch nie öffentlich präsentiert, erklärt Dr. Irmgard Sedler, Museumsleiterin und Kuratorin der Ausstellung.
In Siebenbürgen, dem multiethnischen Landstrich im Karpatenbogen, waren es zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorwiegend junge Künstler siebenbürgisch-sächsischer, ungarischer, rumänischer und jüdischer Herkunft, die den Kontakt zur europäischen Avantgarde suchten. Sie studierten in Budapest, München und Paris (Béla Iványi Grünwald, Fritz Kimm, Károly Ferenczy, Hans Eder, István Réti), hielten sich beim Bauhaus in Dessau auf (Henri Nouveau), pflegten den fachlichen Austausch (Margarete Depner mit Käthe Kollwitz), beteiligten sich an Ausstellungen der Berliner Novembergruppe und der Berliner Secession (Ernst Honigberger), zeigten ihre Werke in Leningrad, Stockholm, im „Salon des Indépendants“ in Paris (Vilmos Perlrott Csaba), unterrichteten an der Salzburger Kunstakademie (Hans Eder), unternahmen Malerreisen von Konstantinopel über Italien (Antal Andor Fülöp, Jenö Maticska, Dávid Jándi) bis Brügge, lebten und arbeiteten über Jahre in Rom und Heidelberg (Arthur Coulin) oder aber in Stuttgart und Berlin (Grete Csaki Copony). Dabei entstanden mitunter Meisterwerke, die dem europäischen Vergleich auf hohem Niveau standhalten.

Plakat der Ausstellung Malerei der siebenbürgischen Moderne in Kornwestheim mit Hermann Konnerths Akt mit gelbem Hut, 1927, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim.
Plakat der Ausstellung "Malerei der siebenbürgischen Moderne" in Kornwestheim mit Hermann Konnerths "Akt mit gelbem Hut", 1927, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim.
Das Kornwestheimer Museum hat diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim, Kollegen der Ungarischen Nationalgalerie in Budapest sowie Kunsthistorikern in Rumänien in zweijähriger Vorbereitung konzipiert. Die Ausstellung im Museum im Kleihues-Bau, Stuttgarter Straße 93, in Kornwestheim ist freitags bis sonntags, von 11 – 18 Uhr geöffnet.

Ein umfangreiches Begleitbuch, das den Bildbestand mehrerer Sammlungen aufarbeitet, befindet sich in Vorbereitung.

(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 10 vom 20. Juni 20006, Seite 14)

Schlagwörter: Ausstellung, Malerei

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