23. September 2007

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Heimatliche Klangkultur: Blaskapelle Augsburg in Hermannstadt

Als gutes Omen spielte die Blasmusik noch unserer jüngsten Musikerin Vivienne ein Geburtstagsständchen, bevor es mit einem geballten Programm Richtung Siebenbürgen ging. Jeder Teilnehmer wusste sehr wohl, dass die Teilnahme an der „Siebenbürgisch-sächsischen Kulturwoche“ in Hermannstadt kein Urlaub werden würde, vielmehr eine kulturelle Leistung für die Allgemeinheit. Gerhard Weber, der Vorsitzende der Blaskapelle, hatte in penibler Vorbereitung die Tage in Musik und Erleben eingeteilt. Für die Musik stand Dirigent Helmut Kraus zu jeder Tageszeit bereit.
Die erste Nacht im Hotel Lutsch 2000 in der alten Heimat war kurz – lang jedoch die Feier nach Empfang und Begrüßung in sächsischer Tracht, großzügiger Bewirtung und Spendierfreude unseres Wirtes Michael Lutsch aus Deutsch-Pien, dessen soziale Ader in Form von Unterstützungen und Spenden auch Bürgermeister Petruse Marin Ion hervorhob.

Die Eindrücke von der Landschaft, den Städte und Dörfern, warfen im Bus immer wieder das Thema „Burduzen und Hosmoken“ auf. Jeder kam aus einem anderen Ort, nd die Fahrt durch diese Orte ließ manch einen mit seinen Emotionen und Erfahrungen nicht los. Der Nachmittag in Hermannstadt stand zur freien Verfügung. Die Begegnung auf dem Großen Ring war nicht abgesprochen. Ein alter Platz, vertraut und doch so fremd in neuem Kleid. Zu kurz war die Zeit, alte Wege neu zu beschreiten, und doch fühlte es sich heimatlich an, denn Sprache, Bilder, Leute, Geräusche tauchten wie alte Muster wieder langsam auf. Die Blaskapelle Augsburg bei der Eröffnung der ...Die Blaskapelle Augsburg bei der Eröffnung der Siebenbürgisch-sächsischen Kulturwoche in Hermannstadt. Am Rednerpult Unterstaatssekretär Dr. Zeno Pinter. Foto: Fred Nuss Der Auftritt im Thalia-Saal stand an. Die Klänge der Siebenbürger Blaskapelle Augsburg eröffneten die festliche Kulturwoche nach den Festansprachen (wie in Folge 13 dieser Zeitung vom 15. August 2007, Seite 1, berichtet) mit der von Beethoven komponierten Hymne der Europäischen Union. Stücke von sächsischen Komponisten wie Martin Thies, Hans Bruss u.a. sowie abschließend das Siebenbürgenlied des aus Heldsdorf stammenden Komponisten J. L. Hedwig beschlossen das Programm.

Danach ging es in unsere Herberge nach Schäßburg, ins Hotel Rex. Am nächsten Tag wurden wir im Seniorenheim in Schweischer erwartet. Es war eine große Freude für die Senioren, die für kurze Zeit dem Alltag und der Eintönigkeit ihrer kleinen Welt entfliehen konnten und begierig nicht nur der Musik lauschten, sondern auch die Gespräche genossen und von ihrem Leben berichten konnten.

Schäßburg pur war dann für einen Tag angesagt. Ständchen sowie Platz- und Stadtkonzert auf der Burg waren Attraktionen für Einheimische und Touristen. Bei einer geführten Stadtbesichtigung wurde uns nicht nur die Geschichte der Stadt nahe gebracht, sondern auch Persönlichkeiten wie Oberth, Teutsch Haltrich. Ein kurzer Abstecher mit musikalischer Überraschung zum HOG-Treffen in Probstdorf sowie die musikalische Gestaltung des HOG-Treffens in Hundertbücheln prägten den nächsten Tag.

Zeit für einen Besuch an der Grabstätte von J. L. Hedwig war noch in Kronstadt, ehe wir im evangelischen Pfarrgarten Bartholomae zusammen mit der Burzenländer Blaskapelle einen stimmungsvollen Nachmittag vor zahlreichem Publikum gestalteten. Dabei wurde Prof. Ernst Fleps, der Leiter der Burzenländer Blaskapelle, in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Blasmusik zum Ehrenkapellmeister der Augsburger Blaskapelle ernannt. Die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien berichtete darüber am 7. August mit dem Hinweis auf die musikalische Brücke zwischen Augsburg und dem Burzenland. Nach einem leckeren Grillabend sowie einem Kirchenrundgang mit Führung von Pfarrer Boltres stand der Abschied an.

Voller Eindrücke traten wir am nächsten Tag die Heimreise an. Manch ein „Burduz“ hatte sich mit einem „Hosmok“ heimlich versöhnt. Zurück blieb die Magie dieser beeindruckenden Orte und Menschen. Nach dieser langen, abenteuerlichen Fahrt am Plärrer in Augsburg angekommen, sprachen wir unserem Busfahrer Helmut Feil unseren Dank aus.

Anne Kremer

Schlagwörter: Kulturhauptstadt, Landsmannschaft, Augsburg, Blasmusik

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