16. April 2016

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Maßnahmen in Radeln und Rothbach

Kronstadt – Nach dem teilweisen Einsturz des Kirchturms in Radeln und dem Kollaps des Turms in Rothbach wurden erste Maßnahmen getroffen, um die Unglücksorte zu sichern und Kirchengüter zu retten (siehe Bericht "Notmaßnahmen für die Kirchen in Radeln und Rothbach"). In einem Gespräch mit der Kronstädter Karpatenrundschau gab nun Bezirkskirchenkurator Ortwin Hellmann vermutliche Gründe für die Vorfälle bekannt. In beiden Fällen handele es sich unter anderem um unfachmännische bauliche Eingriffe: in Radeln sei der ursprüngliche Turm noch vor Jahrhunderten mit einer Ummantelung versehen worden, die sich im Laufe der Zeit gelockert habe; in Rothbach habe man nach dem Erdbeben von 1977 Verstärkungen aus Stahlbeton eingebaut, die das Mauerwerk geschwächt hätten.
Radeln steht zwar auf der Liste der Kirchenburgen, für deren Restaurierung die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien (EKR) ein EU-Projekt eingereicht hat. Doch zurzeit müsse die Lage in Radeln neu bewertet und mit den ursprünglichen Sanierungsplänen abgeglichen werden, so Hellmann. Höchstwahrscheinlich müsse ein Teil des Turms abgetragen und wieder aufgebaut werden, doch bereits das Bergen der Glocken stelle die Fachleute vor eine Herausforderung, der Kran gefährde mit seinem Gewicht die Radelner Brücken und bedürfe einer Sondergenehmigung. In Hermannstadt wurde ein Sonderstab mit Fachleuten aus dem Bauwesen gebildet, der im Auftrag der EKR die Maßnahmen koordinieren soll. Auch in Rothbach wird es einige Monate in Anspruch nehmen, bevor die Gutachten und Genehmigungen vorliegen.

Derweil hat der rumänische Kulturminister Vlad Alexandrescu die Bereitstellung von Mitteln für Dringlichkeitsmaßnahmen bestätigt. Es soll ein Fonds für Noteingriffe an Baudenkmälern eröffnet werden, noch davor kann die EKR mit einer Unterstützung von rund 500000 Lei (111000 Euro) aus dem Staatsbudget rechnen. Am 25. März besichtigte Vizepremier Vasile Dâncu im Auftrag des Ministerpräsidenten Dacian Cioloş die Kirchen von Rothbach und Radeln, vor Ort waren zudem der Abgeordnete der deutschen Minderheit, Ovidiu Ganţ, der Abgeordnete Mihai Donţu, Bischof Reinhart Guib, Hauptanwalt Friedrich Gunesch, Pfarrer Dr. Stefan Cosoroabă, der Unternehmer Michael Schmidt sowie in Radeln Rockstar Peter Maffay, der Repser Stadtrat Karl Hellwig und die Leiterin des „Mihai Eminescu Trust“, Caroline Fernolend.

CC

Schlagwörter: Kirchenburgen, Radeln, Rothbach, Renovierung

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