16. Juli 2021

Scheidender Botschafter Cord Meier-Klodt erhält Ehrennadel in Gold des Deutschen Forums

„Es war immer eine Freude, in diesem so gastfreundlichen Land zu reisen“, sagte der deutsche Botschafter Cord Meier-Klodt zum Auftakt des Festaktes am 24. Juni im Garten des Deutschen Konsulats in Hermannstadt, in dessen Rahmen er dem Schriftsteller und Pfarrer Eginald Schlattner das Bundesverdienstkreuz überreichte (siehe Schriftsteller, Pfarrer und „Homo politicus“: Eginald Schlattner erhält Bundesverdienstkreuz für sein Wirken und Werk). Der Botschafter befand sich in Begleitung seiner Gattin Gladys Abankwa-Meier-Klodt zugleich auf seinem Abschiedsbesuch in Hermannstadt und wollte sich persönlich bedanken für „alles, was uns in diesem Land widerfahren ist“. Schon ab August werde er für die nächsten drei Jahre in die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland nach Dublin wechseln.
Tags darauf, am Freitag, den 25. Juni, ehrten die aus allen Regionen des Landes angereisten Vertreterinnen und Vertreter des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) den scheidenden Diplomaten mit der Ehrennadel in Gold des DFDR im Rahmen eines Festaktes im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums. Der Vorsitzende des Landesforums Dr. Paul Jürgen Porr betonte: „Botschafter Cord Meier-Klodt war ein Freund Rumäniens und hat nach Möglichkeit auch dessen Interessen vertreten, was nicht selbstverständlich ist. Auch nicht selbstverständlich war, dass er sich als Förderer der deutschen Minderheit in allen Regionen erwiesen hat.“ Lesen Sie im Folgenden die Laudatio, gehalten vom Abgeordneten des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Ovidiu Ganţ.
Die Goldene Ehrennadel des Demokratischen Forums ...
Die Goldene Ehrennadel des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien wurde dem scheidenden deutschen Botschafter Cord Meier-Klodt (rechts) vom DFDR-Vorsitzenden Paul Jürgen Porr im Spiegelsaal des Forumshauses in Hermannstadt überreicht. Foto: Beatrice Ungar
„Wir treffen uns heute zu einem besonderen Anlass und danken dem lieben Gott, dass es überhaupt möglich ist. Wir hoffen alle, dass das Schlimmste bezüglich Pandemie vorbei ist und wir zur Normalität zurückfinden können.

Zu dieser Normalität gehört es auch für uns, die deutsche Minderheit, sich vom scheidenden deutschen Botschafter zu verabschieden. Für mich ist es der achte, mit dem ich kraft meiner politischen Ämter zusammengearbeitet habe. Es gab sehr gute und weniger gute, interessierte und implizierte Botschafter, was die deutsche Minderheit anbelangt, es gab uns weniger gewogene Botschafter und es gab Freunde der Rumäniendeutschen. Zu diesen Freunden gehört meines Erachtens auch Herr Botschafter Cord Meier-Klodt, von dem wir uns heute verabschieden. Allerdings wollen wir zuerst unseren Dank aussprechen und ihm als Anerkennung für seine Tätigkeit zu Gunsten der deutschen Minderheit unsere höchste Auszeichnung verleihen, die Ehrennadel in Gold des DFDR.

Zur Person des Herrn Botschafters möchte ich einige Einzelheiten erwähnen: Er ist 1958 in Hamburg geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder; studiert hat er Romanistik, Philosophie und Erziehungswissenschaften in Grenoble, Hamburg und Paris; seine diplomatische Laufbahn enthält wichtige Stationen auf fast allen Kontinenten – von Accra über St. Petersburg, New York, Rom, Moskau, London und New Delhi bis Bukarest.

Er ist ein sehr erfahrener wie auch vielseitiger Diplomat sowohl auf bilateraler als auch auf multilateraler Ebene. Natürlich hat er als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland sein Bestes getan, um die Interessen seines Landes in Rumänien zu vertreten. Während seiner Amtszeit hat Deutschland die Position 1 mit Abstand sowohl als Investor wie auch als Handelspartner Rumäniens bestätigt.

Er hatte aber die besondere Chance, sowohl die Ratspräsidentschaft Rumäniens als auch jene Deutschlands auf dem Posten in Bukarest zu verwalten. Er tat es sehr gut, mit viel Diplomatie, trotz peinlicher Situationen, wie z. B. die von der Regierung Dăncilă verursachten oder gravierender Verletzungen der EU-Verträge, siehe Dringlichkeitsverordnung Nr. 13 der Regierung Grindeanu. Dagegen hat er sich sogar öffentlich positioniert, was im Falle eines deutschen Botschafters eher selten vorkommt. Dafür sollte ihm die ganze rumänische Gesellschaft dankbar sein! Ich glaube zu wissen, dass diese Positionierung seiner Überzeugung zu verdanken ist, die er einmal so formuliert hat mit Hinweis auf die EU: ,Unity in diversity is represented in the special responsibility Germany and France carry as major pillars of the European Project.‘ (Die Einheit in der Vielfalt widerspiegelt sich in der besonderen Verantwortung, die Deutschland und Frankreich als wichtigste Pfeiler des Europäischen Projekt tragen).

Botschafter Meier-Klodt durfte 2018 mit uns zusammen die 100 Jahre seit der Gründung „Großrumäniens“ feiern. In Mediasch, bei der 100-Jahr-Feier der Erklärung der Siebenbürger Sachsen, sprach Herr Botschafter von einem freiwilligen Anschluss im Sinne einer klaren Loyalitätsbekundung der deutschen Minderheit zum neuen Staat, eine Politik, die wir bis heute verfolgen, im Vertrauen auf die ihr bei dieser Gelegenheit zugesicherten Rechte. Desto weniger konnten wir, wie auch Herr Botschafter, die Verleumdungskampagne der PSDragnea nicht verstehen und haben öffentlich gemeinsam dagegen protestiert.

Herr Meier-Klodt war überall, wo es Rumäniendeutsche gibt, mancherorts sogar öfter, hat sich unserer Problematik angenommen und in Berlin und Bukarest unsere Projekte bezüglich Bildung, Kultur, Soziales, Presse und Wirtschaft stets unterstützt. Er ist immer erreichbar, freundlich und hilfsbereit!

Ich möchte einen besonderen Punkt auf seiner Agenda unterstreichen: Als man uns, die deutsche Minderheit, öffentlich angegriffen hat, war die jüdische Gemeinschaft die einzige Minderheit, geschweige denn politische Entität, die uns sofort in Schutz genommen hat. Dafür möchte ich auch bei dieser Gelegenheit danken! Herr Botschafter Meier-Klodt hat eine besondere Beziehung zur jüdischen Gemeinschaft aufgebaut und unsere Freundschaft und Zusammenarbeit mit ihr tatkräftig unterstützt. Für all diese Argumente und weitere mehr freue ich mich, dass der Landesvorstand des DFDR einstimmig beschlossen hat, Herrn Botschafter Cord Meier-Klodt die Ehrennadel in Gold zu verleihen und möchte ihm und seiner Familie in unserem Namen viel Gesundheit und alles Gute für die Zukunft wünschen. Auf ein baldiges Wiedersehen, Herr Botschafter!“

(Hermannstädter Zeitung vom 2. Juli 2021)

Schlagwörter: Rumänien. Botschafter, Meier-Klodt, Forum, Porr, Gant, Hermannstadt, DFDR

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Neueste Kommentare

  • 16.07.2021, 13:46 Uhr von sibisax: Hat mit obigem Artikel gar nichts zu tun.Eine Frage,ist jemandem oder unserem Vorstand vielleicht ... [weiter]

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