4. Oktober 2022

Schwedische Wissenschaftler besuchten Stiftung Kirchenburgen

Anfang September 2022 besuchte eine wissenschaftliche Delegation des Västergötlands Museums aus Schweden die Stiftung Kirchenburgen der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien. Durch die Besuchsreise wurden die Kontakte zwischen den beiden Institutionen intensiviert.
Fruchtbare Gespräche zwischen Västergötlands ...
Fruchtbare Gespräche zwischen Västergötlands Museum (VM) und der Stiftung Kirchenburgen (SKB) in Hermannstadt, v.l.n.r.: Ecaterina Gál (SKB), Andreea Ma˘na˘stirean (SKB), Luitgard Löw (VM), Philipp Harfmann (SKB), Wieland Köber (SKB), Ruth István (SKB), Robin Gullbrandsson (VM). Foto: Stefan Bichler
Die schwedischen Gäste, die schon seit knapp zwanzig Jahren gute Beziehungen zur Stiftung Kirchenburgen in Hermannstadt pflegen, haben die Kooperation schon im Juni dieses Jahres auf eine formelle Ebene gehoben. Die Wanderausstellung Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen – Ein europäisches Kulturerbe wird derzeit in Skara, dem Heimatort des Västergötlands Museums, gezeigt. Diese regionalhistorische Institution blickt bereits auf eine über hundertjährige Tradition im Bereich Denkmalpflege und Dokumentation zurück. Von 5. bis 9. September besuchten nun Museumsdirektorin Luitgard Löw und der Beauftragte für Bau und Antiquitäten Robin Gullbrandsson Siebenbürgen. Sein besonderes Interesse für Tragwerke, Dachstühle und Bauforschung führte Gullbrandsson seit 2004 wiederholt nach Siebenbürgen, wodurch in den letzten Jahren auch die fachlichen Kontakte zum Team der Stiftung immer konkreter wurden.

Da der Kreis Hermannstadt eine Partnerschaft zur schwedischen Provinz Västra Götalands län pflegt, sieht Museumsdirektorin Löw gute Chancen, „über gemeinsame Kulturprojekte die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen“. Bei einem Gespräch mit dem stellvertretenden Kreisratsvorsitzenden Marcel Constantin Luca (PNL) und der für die internationalen Beziehungen des Kreisrates zuständigen Doris Cristina Banciu wurden auch solche Möglichkeiten erörtert.

Das Hauptinteresse galt freilich den Kirchenburgen: Auf mehreren Tagesausflügen stellten Philipp Harfmann (Geschäftsführer) und Ruth István (Referentin für Fachtourismus) den Gästen Kirchenburgen, Projekte und Akteure vor. Die Reise führten zum Beispiel nach Hundertbücheln, Irmesch, Kirtsch, Martinsdorf, Eibesdorf, Michelsberg und Birthälm. Auch ein Besuch des ehemals östlichsten Zisterzienserklosters in Kerz stand auf dem Programm, befindet sich doch in Västra Götalands län das ehemals nördlichstes Gegenstück zu Kerz – die frühere Zisterzienserabtei Varnhem. Selbstverständlich besuchten die Gäste auch das Landeskirchliche Museums im Friedrich-Teutsch-Haus und trafen sich mit Gerhild Rudolf und Architektin Heidrun König.

Für die Stiftung Kirchenburgen und das Västergötlands Museum ist der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung für die kommenden Jahre wünschenswert. Beide Einrichtungen sprechen sich dafür aus, die klassischen Herausforderungen der Denkmalpflege mit aktuellen Fragen, wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, zu verbinden. Über die Zukunft der Kirchenburgenlandschaft sind sich Löw und Harfmann einig: „Als europäisches Kulturerbe müssen die Kirchenburgen künftig noch enger mit ihren direkten Anwohnern und Nachbarn verbunden werden, unabhängig von deren religiösen oder ethnischen Gruppe.“

Stefan Bichler

Schlagwörter: Denkmalpflege, Stiftung Kirchenburgen, Siebenbürgen, Schweden

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