Kommentare zum Artikel

29. September 2008

Rumänien und Siebenbürgen

Tourismusmagnet oder Kostenfalle?

Die Schmalspurbahn „Wusch“ (rumänisch: mocăniţa) soll Hermannstadt (Sibiu) mit Agnetheln (Agnita) verbinden. Rumäniens Kulturminister Adrian Iorgulescu erklärte Anfang September 2008, dass er das Projekt der Wiederinbetriebnahme der „Wusch“ auf der Strecke Hermannstadt – Schäßburg als eine Priorität im Programm der Regierung von Călin Popescu-Tăriceanu ansehe. Das Minis­terium für Tourismus und Gemeinderäte müssten in dieser Sache zusammenarbeiten. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 101 mal kommentiert.

  • Karl

    1Karl schrieb am 29.09.2008, 13:46 Uhr:
    Wenn die Engländer in ihrem Glaube an das Gute im Menschen nicht vorfinanziert hätten, wäre nichts passiert.
    Im Artikel werden weiterhin keine Kosten bzw. geplante Umsätze genannt. Wie soll das alles funktionieren??? Aber auf Spenden wird immer gewartet.

    Die rumänischen Behörden, Ämter etc. sind Meister darin, selbst solche Projekte nicht zu unterstützen, aber viele Worte zu machen, und sich selbst zu loben.

    In Rumänien fehlt zu oft anscheinend noch jedwelches Verständnis bei den Ministerien, örtichen Behörden für die Werte, die die Natur und die geschichtsträchtigen Gemeinden für Touristen bereithalten.
    Man könnte sogar unterstellen, daß die Orte, welche von Sb. Sachsen, Schwaben, Landlern, Ungarn, Juden, Roma, und anderen "mitwohnenden Nationalitäten" gegründet und geprägt wurden, gezielt dem Verfall überlassen werden, um endlich den Großrumänischen stat unitar roman zu realisieren.... vivat Europa, kann ich da nur sagen!
    Wenn man durch die meisten ehem. sächsischen Dörfer fährt, sieht man ganz klar diesen Verfall...nur die rumänischen orthodoxen Kirchen spriessen wie Pilze nach dem Regen-- nun in der Dorfmitte- in allen Dörfern, alle anderen Kirchen und erhaltenswerte GEbäude sind verfallen.

    In groben Zügen wird leider meistens so weitergemacht wie in der Zeit der kommunistischen Diktatur:
    - Misswirtschaft, Unvermögen und potemkimsche Dörfer auf Biegen und Brechen, um Geld zu ergattern, ohne danach Ergebnisse vorweisen zu können.
    - fehlendes Verständnis, daß ohne eine minimale Infrastruktur auch kein Tourismus erblühen kann
    (zB gibt es in Agnetheln, dem Hauptort des Harbachtales, seit 10 Jahren cca. keine Pension oder sogar ein Hotel, in dem Touristen - wenn auch nur in einem sauberen,rustikalen Zimmer untergebracht werden könnten).
  • Wittl

    2 • Wittl schrieb am 29.09.2008, 14:08 Uhr:
    Foto- "mocăniţa":

    http://www.sibianulonline.ro/ultima-ora/imagine-pentru-proiectul-mocanita-2863635/poze/?type=main_picture&ptr=-1

    mit der "mocănită" bin auch ich (als Kind) von Hermannstadt nach Mediasch gefahren, ging zwar langsam voran, war dennoch ein schönes Erlebnis....
  • Saedtler

    3Saedtler schrieb am 29.09.2008, 14:48 Uhr:
    Das mit den Übernachtungsmöglichkeiten in Agnetheln war immer problematisch. Das einzige Hotel stank und war vergammelt. Heute ist dort auch ein Gwerbebetrieb untergebracht.

    Warum soll wer nach Agnetheln fahren? Warum die Bummelbahn dazu verwenden? Ich habe diese Strecke in den letzten paar Jahren einige Male mit dem Auto gequert. Da wachsen teilweise bereits Bäume aus den Geleiskörpern. Alle Brückenbauwerke wirken total verkommen. Der ursprünglich nach Schäßburg weiterführende Streckenteil wurde längst aufgegeben. Diese Bahnstrecke wirkt absolut sinnlos und unzeitgemäß.

    Überall in Europa werden solche Strecken stillgelegt. Sie sind hoffnungslos unwirtschaftlich. Niemand kann so etwas profitabel betreiben.

    In Ungarn und anderen Ländern macht man daraus Fahrradwege. Das dürfte auch bei der Wusch die beste Vorgangsweise sein. Radfahren ist überaus gesund und lustig. Die paar nicht verschrottenen Waggons soll man ins Museum bringen, wo alle Arten von Nostalgikern sie eifrig bewundern können.

    In Eibenthal, neben der Donau, wurde übrigens auch so eine kleine Schmalspurbahnstrecke stillgelegt. Die recht hübsche Trasse wurde mit einfachen Mitteln als zweite Zufahrtsmöglichkeit zur Ortschaft von der Hauptstraße Severin - Neu Moldowa ausgebaut. So ähnlich sollte man auch im Falle der Wusch vorgehen. Nur eben mit Richtung Zielgruppe Radfahrer und nicht Blechfetischisten bzw. Bahnnostalgiker.

    [Beitrag am 29.09.2008, 14:53 von Saedtler geändert]
  • Wittl

    4 • Wittl schrieb am 29.09.2008, 15:31 Uhr:
    Stillgelegte "Wusch" zum "Food-Corner" oder für die Play Station-Generation als Jugendtreff umgebaut.......
    da kämen auch Blechfetischisten u. Bahnhofnostalgiker auf ihre Kosten..
    nfu
    ...spontaner Gedankengang!
  • hein

    5 • hein schrieb am 29.09.2008, 22:34 Uhr:
    Hallo Wittl, ich glaube, die Wusch fuhr nur im Harbachtal zwischen Hermannstadt - Agnetheln - Schäßburg, von Mediasch aus gab es wohl keine Schmalspurbahnen. Allerdings, langsam waren die meisten Züge, vor allem als sie noch mit den schönen und dreckigen Dampfloks fuhren. Wenn man das Fenster im Tunnel nicht schloss, wurde man ganz russig im Gesicht. Vielleicht erinnerst du dich daran?

    [Beitrag am 29.09.2008, 22:37 von hein geändert]

    [Beitrag am 29.09.2008, 22:38 von hein geändert]
  • Wittl

    6 • Wittl schrieb am 29.09.2008, 23:52 Uhr:
    Hein, du könntest durchaus recht haben,
    es sind bereits Jahrzehnte vergangen.....
    Die Erinnerung an die "mocăniţă", rührt noch aus der Zeit meiner Kindheit.
    Vielleicht hilft mir Pedimed ("Altmediascher" ;-) bezüglich dieser sogenannten "Wusch" (Strecke Hermannstadt-Mediasch), gedanklich auf die Sprünge....(BITTE!!!)

    Danke!
    S"ä"rvus

    Ein russiges Gesicht....kenn ich zur Genüge, jedoch nicht von der Zugfahrt..."Copsa" war nicht weit, Schnee und Schafe waren russig... quasi verfremdet in ihrer natürlichen Erscheinung...strange was??
    bei jeder Durchfahrt hab ich verdutzt geguckt

    [Beitrag am 30.09.2008, 00:01 von Wittl geändert]
  • Knobler

    7Knobler schrieb am 30.09.2008, 19:20 Uhr:
    Über die Wusch gibt es eine sehr gute Beschreibung unter
    htt://rumaenien.projekt-one.de/2007/02/04/wusch/

    Es wäre meines Erachtens ein großer Fehler, das was von der ehemaligen Bahn noch vorhanden ist, nicht zu erhalten. Spätere Generationen wären sicher einmal froh darüber, wenn sie noch mit einer Dampflok fahren könnten.

    Auch in Deutschland war man einmal recht groszügig im zerstören stillgelegter Eisenbahnlinien. Einige konnten trotz Widerstände durch kluge Kommunalpolitiker erhalten werden, die heute Touristenattraktionen sind. So z.B. im Südlichen Schwarzwald die Wutachtalbahn genannt Sauschwänzlebahn wegen ihres Kreiskehrtunnels. Oder die Öchsle-Bahn in Oberschwaben. Sie ist die letzte der einst mal sechs Schmalspurbahnen des Königreiches Württemberg.
  • Wittl

    8 • Wittl schrieb am 30.09.2008, 19:44 Uhr:
    ....sie ist in der Tat wunderschön nostalgisch....
    http://www.cffviseu.ro/Mocanita.htm
  • Siel

    9 • Siel schrieb am 30.09.2008, 20:03 Uhr:
    In Tschechien, Ungarn, Serbien, Österreich, Ungarn,UK etc. - in ganz Europa gibt es Schmalspurbahnen, die eine touristische Attraktion darstellen, ob sie mit Dampfloks oder auch Dieselloks betrieben werden. Dort geht die Rechnung auf. Warum nicht auch in Ro? Die Inbetriebnahme einer Schmalspurbahn in Lettland wurde international gefördert; genauso will man wohl in Siebenbürgen vorgehen. Übrigens funktionieren viele dieser Linien mit Material, welches aus Rumänien stammt...
  • hein

    10 • hein schrieb am 30.09.2008, 22:41 Uhr:
    Hallo, Wittl, ich glaube, alle Schmalspurbahnen in Ru heißen "Mocanitza", nicht nur die Wusch. Googel "Maramuresch, Gästehaus Weintal", interessante Seiten und Infos. (vielleicht fährst du mal hin?). Der Betreiber des Gästehauses ist ein deutscher Filmemacher, der da lebt und auch Schneeberger kennt, dessen Wassertalbahn-Buch hier in der Siebb. Zeitung beworben wird.
    Die Wassertal-Schmalspurbahn hat schon viele Fans, warum sollte das nicht auch für die Wusch möglich werden?
    Wenn ich denke, wie teuer die Schmalspurbahn von Wernigerode auf den Brocken ist... und doch wird sie genutzt.

    [Beitrag am 30.09.2008, 22:42 von hein geändert]

    [Beitrag am 30.09.2008, 22:47 von hein geändert]
  • Avrig

    11Avrig schrieb am 30.09.2008, 23:11 Uhr:
    Da werden zuviele Dinge, die - vor allem wirtschaftlich - überhaupt nicht zusammen passen, miteinander vermengt.

    Alle angeführten Bahnen wurden nicht stillgelegt und verkommen lassen. Es ging und geht in den meisten Fällen darum wer für den bei solchen hoffnungslos unwirtschaftlichen Bahnlinien immer unvermeidbaren Betriebsabgang aufkommt. Also konkret das nicht verdiente Geld hergibt um das jeweilige Bähnle weiter am Dampfen zu halten.

    Die Wassertalbahn ist keine Personen- oder Güterlinie im engeren Sinn. Sie ist eine Betriebsbahn zur Aberntung von Holzplatagen im nördlichen Teil der rumänischen Marmarosch (die Marmarosch ist eine geteilte historische Landschaft deren größerer Teil heute zur Ukraine gehört), die auch gelegentlich Passagiere mitbefördert. In erster Linie ist aber die Holzbringung und das dafür erforderliche Transportieren vom bei der Holzwirtschaft erforderlichen Drumherum der Hauptzweck dieser Bahn. Die Betriebskosten werden großteils durch den Holztransport abgedeckt.
  • Siel

    12 • Siel schrieb am 30.09.2008, 23:26 Uhr:
    Avrig, es geht doch offensichtlich darum, dass die Bahn sowohl touristischen Zwecken dienen soll als auch für den Transport der einheimischen Bevölkerung und von Gütern genutzt werden soll, da der Bustransport sehr teuer sein soll. Eine Kosten-Nutzen Analyse wurde sicherlich schon gemacht - aber es geht nicht nur darum. Die Wusch ist , wie auch Kirchen und sächsische Häuser ein Teil unserer Geschichte in SbB. Und es wäre natürlich schön, wenn durch die Wiederinbetriebnahme unsere Spuren dort besichtigt werden können und einem größeren Kreis von Menschen zugänglich gemacht würden.
  • Avrig

    13Avrig schrieb am 30.09.2008, 23:43 Uhr:
    Immer das alte Lied: Unsere Vergangenheit, unsere Geschichte, unsere ... Was soll das denn? Warum sollen die andern dafür bezahlen? Sie die andern denn voll blöd? Wie wäre es mal mit etwas selber machen? Am besten hier und heute in Deutschland.

    Wem Siebenbürgen so sehr am Herzen liegt, den hindert ja niemand daran zurückzuwandern und dort erneut sein Glück zu versuchen. Von anderen die Finanzierung eigener wirtschaftlich aberwitziger Spielereien zu begehren ist entweder kindisch oder grob unverschämt!
  • Siel

    14 • Siel schrieb am 30.09.2008, 23:54 Uhr:
    Du verfehlst den Punkt, Avrig. Von dir/uns hat erstmal keiner Kohle gewollt, richtig? Der Mihai Eminescu Trust, sprich die Briten (Prinz Charles) finanzieren bis jetzt alles. Wenn das Projekt erfolgreich ist, profitiert die Region durch den Tourismus. Als 'Nebeneffekt' werden SbB Kirchen etc.auch instandgesetzt werden müssen, damit der Tourist (Europäer) nicht durch eine Ruinenlandschaft fährt und unsere Vergangenheit wird gewürdigt. Simpel, einleuchtend, gut. Was stört dich dran?
  • seil

    15 • seil schrieb am 01.10.2008, 01:28 Uhr:
    Deine Milchmädchenrechnung und dein dummes Gehabe, du Simpel!

    [Beitrag am 01.10.2008, 01:29 von seil geändert]
  • Siel

    16 • Siel schrieb am 01.10.2008, 08:14 Uhr:
    Welcher Idriot regt sich denn da so auf??? Vorsicht (Sc)Herzkasper! ;-)!
  • Avrig

    17Avrig schrieb am 01.10.2008, 09:52 Uhr:
    Siel schrieb am 01.10.2008, 08:14 Uhr:

    Welcher Idriot regt sich denn da so auf???

    Antwort: Du
  • Joachim

    18Joachim schrieb am 01.10.2008, 11:39 Uhr:
    In Sovata fährt doch auch noch eine Schmalspurbahn, oder ist der Betrieb mittlerweile eingstellt ? Vielleicht könnte da jemand Auskunft geben.
    Mit freundlichem Gruß
    Joachim
  • Wittl

    19 • Wittl schrieb am 01.10.2008, 13:17 Uhr:
    Dem Anschein nach, ist die Schmalspurbahn doch noch recht rege in Betrieb, interessant dieses nostalgische Thema....habe mich daher ein klein Wenig durchgelesen.....
    Die angehängten Links könnten für Joachim und Hein (eventuell) interessant sein.
    http://www.kk-berlin.de/material/2006/romania/pressemappe06.pdf
    http://www.land-streicher.de/komm_mit_dateien/1970_130_178.pdf


    S"ä"rvus
  • Siel

    20 • Siel schrieb am 01.10.2008, 15:49 Uhr:
    seil (vermutlich rio)schrieb:
    "Deine Milchmädchenrechnung und dein dummes Gehabe, du Simpel!"
    und:
    Avrig schrieb auf meine noch "witzig" gehaltene Erwiederung auf Seils Kommentar:
    Welcher Idriot regt sich denn da so auf???

    "Antwort: Du "


    In einem Forum, wo Menschen miteinander reden wollen, sollte von KEINEM der Teilnehmer ein solch beleidigender Umgang geduldet werden.
    Das Sich-Raushalten führt dazu, dass die Beschimpfer bleiben (und sich das nächste Opfer suchen) und die Beschimpften gehen, weil, Teil eines solchen Gesprächskreises zu sein - das tut sich kein Mensch lange an.
    Gruß
  • Wittl

    21 • Wittl schrieb am 01.10.2008, 16:12 Uhr:
    E L S I
    S I E L
    S E I L.....
    I L S E
    E S I L
    E I S L
    wozu nur x-bel. Identitäten??? Ist das zwingend notwendig??
    Deine Schreibweise ist mir unter "Elsi" bereits vertraut, kann man's nicht dabei belassen???....obwohl....auch unter Erwachsenen sollten Spielchen erlaubt sein.....tut ja keinem weh.

    Elsi, du wirst Rio so leicht nicht aus der Reserve locken.....irgendetwas hat ihn besämftigt...bloss was??
    ....kann mit der Zeit langweilig werden...so ganz ohne Rio, ge??
    ;-)
    nfu
    Gruss


    [Beitrag am 01.10.2008, 16:13 von Wittl geändert]
  • Elsi

    22Elsi schrieb am 01.10.2008, 16:21 Uhr:
    Wittl, rio besänftigt gar nix, der hat sich wie ein wildgewordener Bulldog festgebissen und beleidigt und greift an. Ich habe es in letztert Zeit wieder mit Ignorieren versucht - nützt nichts! Deine Annahme, bezüglich meiner Einstellung zu rio ist grundfalsch - er geht mir extrem auf den Geist.Ich möchte einfach, dass er mich in Ruhe läßt und Beleidigungen aufhören.

    [Beitrag am 01.10.2008, 16:22 von Elsi geändert]

    [Beitrag am 01.10.2008, 16:27 von Elsi geändert]
  • Wittl

    23 • Wittl schrieb am 01.10.2008, 16:33 Uhr:
    Wäre Elsi "unscheinbar" könnte man sie glatt übersehen, Provokation kann "ihre" konstruktiven Beiträge durchaus fördern.....andernfalls wär es langweilig....kann denn jemand unentwegt Harmonie ertragen??
    ;-)

    PS. diese psychodilly-Blume bereitet mir beim näheren Betrachten Augenkrebs, werd noch ganz "Ga-Ga" willst du das ehrlich verantworten?!

    Gruss
    Wittl

    [Beitrag am 01.10.2008, 16:35 von Wittl geändert]
  • Elsi

    24Elsi schrieb am 01.10.2008, 16:53 Uhr:
    Wittl, ich mag vielleicht gerne Spielchen und mag es auch gerne witzig und abwechslungsreich - aber ich bin in keiner Situation schizophren...also, bitte - die Anspielung ist völlig unrealistisch!
  • Wittl

    25 • Wittl schrieb am 01.10.2008, 17:02 Uhr:
    Elsi, (schizophren??)das hab ich zu keiner Zeit behauptet! Nichts liegt mir ferner, als dich zu beleidigen....steht mir nicht zu..
    in Verbindung mit meinem Naturell betrachtet;
    -es liegt mir nicht-, glaub mir!

    Sorry...
    Bis demnächst
    Gruss
  • Elsi

    26Elsi schrieb am 01.10.2008, 17:08 Uhr:
    Wittl. Ich habe mich zu entschuldigen - ich meinte das aus deinen Zeilen herauslesen zu müssen...Außerdem meinte ich 'schizophren' eher figurativ...
    Gruß

    Warum muß auch auf dieser Kommentarseite gepöbelt und beleidigt werden und warum soll diese Art des Umgangs toleriert werden? Vielleicht sollten wir, die an einem meinetwegen auch sehr kontroversen Gespräch interessiert sind, diejenigen, die persönlich werden oder nur provokant sind gemeinsam ausgrenzen. Ich habe keine Lust mehr auf diese Art von Kommunikation...

    [Beitrag am 01.10.2008, 17:21 von Elsi geändert]
  • Wittl

    27 • Wittl schrieb am 01.10.2008, 17:41 Uhr:
    Wir haben im Eifer des Gefechtes die "Wusch" verdrängt....sollten wir sie nicht lieber in Vordergrund stellen????
    Wer hat Erinnerungen an die "Wusch-Fahrt"? ....würd mich echt interessieren.
    Hein, du hast eindeutig recht, ich bin wohl eher mit einem verrussten (lahmarschigen) Zug gefahren...
    habe meinen Herrn Papa ausgefragt, von Hermannstag fuhr wohl NIE eine "mocăniţă" in Richtung Mediasch.
    Nächstes Jahr, im Sommer werde ich vielleicht in den Genuss kommen, mache Urlaub im Südosten meines Herzens. (zumindest hab ich's mir vorgenommen)
  • Joachim

    28Joachim schrieb am 01.10.2008, 18:31 Uhr:
    Ich werde demnächst wieder in Sovata sein, dann werde ich ja sehen, ob die Schmahlspurbahn noch fährt.
    Gruß
    Joachim
  • Saedtler

    29Saedtler schrieb am 01.10.2008, 18:43 Uhr:
    Bevor hier viel herumgeschrieben wird, bitte ein wenig Informationen über die Harbachtalbahn lesen, z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Wusch Ich kann mich noch an die alte Strecke nach Schäßburg wegen der in jämmerlichem Zustand befindlichen schienengleichen Bahnübergänge erinnern. Die Geleise mitsamt allem Drum und Dran wurden längst abmontiert. Was mit der Trasse geschehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Sollten auch nur Teile davon anderweitig verwendet worden sein, so sind neuerliche Ankaufsaktionen und im Fall deren Scheiterns Enteignungsmaßnahmen erforderlich, bevor eine erneuerte Strecke eingerichtet werden kann. Der Streckenteil Hermannstadt - Agnetheln wurde vor 7 Jahren endgültig stillgelegt. Auf der Trasse wachsen mittlerweile teilweise bereit kleine Bäume, wie ich selbst an mehreren Stellen feststellen konnte.

    Eine Wiederinbetriebnahme bedingte unzweifelhaft die komplette Sanierung aller Brückenbauten, die Neuherstellung der Gleiskörper und eine Neuverlegung der Geleise. Dazu natürlich die entsprechenden Hilfseinrichtungen wie gesicherte Bahnübergänge, Signalanlagensysteme, Bahnhöfe und -stationen, etc.

    Wer soll denn mit einer wiederhergestellten Harbachtalbahn fahren? Der Hausverstand sagt, außer ein paar Touristen niemand. Die Strecke wird derzeit recht gut mit Bussen bedient, die in den zu bedienenden Ortschaften direkt halten. Güterverkehr per Schmalspurbahn ist nur noch in Spezialfällen, wie etwa Holzbringung aus Gebirgsforsten, so einigermaßen rentabel. Abgesehen von den reinen für die Wiedererrichtung der Bahnanlagen erforderlichen Kosten wird die Bahn ohne jedes Wenn und Aber alljährlich einen stattlichen Verlust einfahren. Wer soll das warum bezahlen? Sollten tatsächlich anzapfbare Subventionstöpfe verfügbar sein, so gäbe es unendlich viele Vorhaben, für die allenfalls verfügbare Gelder unendlich besser eingesetzt werden könnten als für die Wiedererrichtung einer wirtschaftlich völlig sinnlosen Bahnlinie.
  • Wittl

    30 • Wittl schrieb am 01.10.2008, 19:30 Uhr:
    Saetdler, danke für deine Belehrungen, werde ab sofort immer alle Informationen brav lesen, die (wenn mittlerweile bereits nebulösen) Erinnerungen verdrängen....schön sachlich bleiben..nur nicht romantisch werden...geschweige denn melankolisch
    Wenn das eintritt, garantiere ich, werd ich deine Ratschläge nicht mehr brauchen.

    nfu...mir war einfach danach...bloss so!

    Danke Siel, meinen Augen geht's bereits besser.
  • Elsi

    31Elsi schrieb am 01.10.2008, 19:58 Uhr:
    Saedtler schrieb am 01.10.2008, 18:43 Uhr:
    "Bevor hier viel herumgeschrieben wird..."
    und


    Kann es sein, dass du (du natürlich in aller Breite) lediglich deine Argumente von 3 wiederholst...?



    [Beitrag am 01.10.2008, 20:09 von Elsi geändert]
  • rio

    32 • rio schrieb am 02.10.2008, 10:16 Uhr:
    Hallo Allerseits

    Da meine Mutter eine Alznerin war, ich jedoch in Neppendorf aufgewachsen bin, bin ich als Kind oft mit der "Wusch" nach Alzen gefahren. Grandios! In ganzen zwei Stunden war man am Ziel.! (Iuţeală maxima 30km/h,glaube ich stand auf der Lok).
    Das grauschwarze, triste Harbachtal von damals mit seinen tristen Siedlungen fuhr jedesmal meine Laune tagelang gegen den Nullpunkt. Es war im Ganzen eine triste, graue Periode und ich habe die Wusch nie gemocht, ich hatte einfach keine Geduld, stinklangweilig. ein Relikt der Rückständigkeit. etwas für Nostalgiker vielleicht aber meiner Meinung nach viel zu teuer um sie wieder "auferstehen" zu lassen. Saedtler hat recht wenn er fragt wer denn das bezahlen soll? Gibts keine wichtigeren Sorgen in diesem Land als Schrottkarren mit unverhältnismäßigem Aufwand wieder zu restaurieren? Ich denke dass da viele wichtige Löcher noch zu stopfen sind. Die paar Dollars des Charlie sind doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Noch was off topic:
    Wie ich mit Erstaunen lese, war ich Gegenstand einiger Postings im aktuellen Thgread, obwohl ich bis dato abwesend war. Um Speicherplatz hier zu sparen und weil es sowieso nicht hierher gehört, habe ich meine Antwort hier gepostet:

    *****zensiert*****

    Servus!


    [Beitrag am 02.10.2008, 10:17 von rio geändert]
  • Avrig

    33Avrig schrieb am 02.10.2008, 10:47 Uhr:
    Es dürfte hier im virtuellen Leben so sein, wie im realen Leben: Wer das Harbachtal mitsamt dem armseligen Bähnle zu jener Zeit, als das Bähnle noch langsam und traurig vor sich hin dampfte, kannte, der/die sieht natürlich die Sache mit ganz anderen Augen als ihro prinzliche Gnaden vom hohen Rosse beim "allergnädigsten" Vorbeireiten.

    Ein bisserle oberkomisch ist es allerdings schon, wenn ganz "unprinzliche" biedere Soxen auf "prinzliches" Geschwätz einsteigen und das nachplappern ...

    Mal die Großeltern um ihre Meinung fragen! Es stünde den meisten hier vielleicht ganz gut an mehr an authentischen Informationen von den Eltern, aber vor allem Groß- und (wenn das noch geht, na dann noch besser!) Urgroßeltern zu erhalten versuchen. Da schaut dann die Welt ganz ganz anders aus ....

    [Beitrag am 02.10.2008, 10:56 von Avrig geändert]
  • Karl

    34Karl schrieb am 02.10.2008, 21:04 Uhr:
    Viele Grüsse aus dem Harbachtal:
    außer, daß bei den letzten Bürgermeisterwahlen die Fetzen flogen, ist dort seit langer Zeit nichts passiert.

    Der Lokalbaron Carabula, der ein Monopol auf alle Transporte und Buslinien im Kreis Sibiu hat, wird sicher auch kein Interesse daran haben, daß eine keuchende Mocanita in 4 Stunden Fahrt seine Busse überfluessig macht...
    Außerdem: in Agnetheln ist immer noch keine anständige Übernachtungsmöglichkeit da und auch keine geplant:
    die HOG und die ev. Kirchengemeinde Agnetheln (1 Pfarrerder nie zu Hause ist, wenn man die Kirche besichtigen will [bisher 5x versucht meinerseits], 1 Kurator, 5 Gemeindemitglieder sächsischer Abstammung> 70 Jahre, der Rest Wirtschaftsevangelische anderer Nationalität = vielleicht 100 Personen neu dazugestoßen seit 1990).
    Wenn man die Mocanita wirtschaftlich nutzen wollte, müssten zuerst mal Unternehmen in Agnetheln und im Harbachtal vorhanden sein, die mit der Bahn was transportieren könnten.
    Da kämen dann vielleicht die Italiener in Frage, die aus nicht legal abgeholztem Wald Massivparkett herstellen, oder die Lederfabrik in Agnetheln, wo von vormals 2400 Mitarbeiter noch 340 vorhanden sind... oder vielleicht die AMT-Sofafabrik???
    Ansonsten gibt es ein paar Lokalbarone, welche sich die Agrarflächen unter den Nagel gerissen haben, die vorher den Sachsen gehört haben...die könnten dann vielleicht Heu und STroh sowie Kukuruz damit transportieren...
    Leider haben die neuen Besitzer die Obstplantagen im Harbachtal verkommen lassen... sonst hätte man Obst transportieren können.... nun wird alles importiert aus der Türkei etc... Äpfel aus Deutschland, Holland, Italien, Chile, Südafrika...

    Und noch ein paar Aussteiger in Hundertbücheln / Co.
    die ab und zu ein paar fußlahme Touristen verpflegen nach langer Bizikelfahrt im Tal.

    Von allen Bürgermeisterämtern im Harbachtal ist mir bisher kein Konzept in Richtung Tourismus oder Wirtschaft bekannt.
    Die Arbeitslosigkeit im Tal beträgt mehr als 25% real, auf dem Papier <10%. ...
    Eigentlich müsste das Harbachtal zur Zona defavorizata erklärt werden.
    Manchmal scheint es, daß dort auf dem Papier und in den Köpfen der Sesseldrücker noch Kommunismu in Reinformherrscht, kombiniert mit dem neuen orientalisch-balkanesischen Lokalbaronimsus: am implinit planul cincinal cu 250%.... aber die Leute haben nichts zum Beissen.... hauptsache, die Leute wählen mehrheitlich --nachdem sie ein Bier getrunken haben... die PSD...

    Und da soll dann eine Schmalspurbahn wiederbelebt werden, wo nicht einmal mehr Brücken und Geleise vorhanden sind, geschweige denn Personal?

    Wie gesagt, bisher gibt es offiziell nicht einmal ein Papierkonzept dafür... aber Geldforderungen liegen schon vor....

  • Saedtler

    35Saedtler schrieb am 02.10.2008, 21:34 Uhr:
    Exzellenter Bericht, Karl! So übel habe selbst ich es mir nicht vorgestellt. Das ist quasi "soziale Paralyse". Wie in Bolivien oder Paraguay.

    Den von dir verwendeten Ausdruck "Wirtschaftsevangelische" finde ich köstlich! Bei meinen Aufenthalten in Rumänien hatte ich in den letzten 5 Jahren häufig den Eindruck, dass eine kleine Clique vermischter deutschmuttersprachiger Nichtauswanderer in Kooperation mit den von dir als Wirtschaftsevangelische bezeichneten "Konvertiten" das im weitesten Sinne zur Erreichung religiöser und sozialer Zwecke bestimmte Gemeinschaftsvermögen der ehememals in Siebenbürgen siedelnden deutschmuttersprachigen Bevölkerung - vor allem das der evangelischen Kirche - zu "bewirtschaften" versucht. Wieweit erfolgreich, das kann ich nicht echt beurteilen, da ich nicht ausreichend lange vor Ort anwesend bin. Der Eindruck ist jedenfalls überaus schlecht.

    Es macht niemand etwas Kulturelles oder wenigstens interessantes Soziales für die schandbar wenigen noch in Siebenbürgen lebenden deutschmutter(vater)sprachigen Kinder. Damit meine ich nicht die deutschen Schulen! Die werden außerdem fast nur von Nichtdeutschmuttersprachigen besucht.

    Von siebenbürger sächsischen Aktivitäten kann überhaupt keine Rede sein. Selbst die wenigen noch im Lande verweilenden aktiven siebenbürger sächsischen Pädagogen (von Kindergarteniveau bis Hochschule) sind sich anscheinend "zu gut" ihren Schutz- und Ausbildungsbefohlenen etwas Siebenbürger Sächsisches anzubieten.

    Aus siebenbürger sächsischer Sicht betrachtet ist Siebenbürgen wohl zur kulturellen Wüste verkommen. Dass die aus siebenbürger sächsischer Sicht kulturelle Wüste Deutschland bislang ebenfalls nicht in siebenbürger sächsischem Sinne zu kultivieren versucht worden ist, ist da symptomatisch. Wenn im Stammland bereits alles verkommt, was soll da im Einwanderungsland noch davon vorhanden sein?

    Gerade mal die Alten werden so einigermaßen zu versorgen versucht. Auch da wird man den bösen Eindruck nicht so recht los, dass all das nur deswegen geschieht damit man von den Auswanderern Ruhe hat, ständig Geld begehren kann, und eben ein gute Presse als karitativ tätige Organisation benötigt.

    Trostlos!
  • gloria

    36gloria schrieb am 02.10.2008, 21:38 Uhr:
    @Karl:bin ja beruhigt,dass Sie die Mißstände in Rumänien auch erkennen und "zur Sprache bringen".Machen Sie weiter so,man erfährt dabei sehr interessante Sachen!!!Da freue ich mich doch riesig,dass ich so weit vom Harbachtal leben darf.Übrigens,ich kenne das Harbachtal sehr gut,war als Kind sehr oft in Jakobsdorf,Henndorf,Retersdorf.
  • hein

    37 • hein schrieb am 02.10.2008, 22:53 Uhr:
    Wenn man sich Karls "Worte an die Welt" durchliest, so kommt man zum Schluss, dass er bedauerlicherweise in keiner seiner Welten beheimatet zu sein scheint; egal , wo sich seine Sachsen befinden, er hackt auf ihnen herum.
    Preisausschreiben: Was ist für Saedtler "Stammland", was "Einwanderungsland" und was ist konkret das Gegenteil von "aus siebenbürgisch-sächsischer Sicht kultureller Wüste"??
  • Wittl

    38 • Wittl schrieb am 02.10.2008, 23:43 Uhr:
    Und noch so ein Zungenbrecher;
    "Dass die aus siebenbürger sächsischer Sicht kulturelle Wüste Deutschland bislang ebenfalls nicht in siebenbürger sächsischem Sinne zu kultivieren versucht worden ist, ist da symptomatisch...".

    Alle Achtung, kann nicht jeder;
    "gelayoutetes Deutsch"....
    neumodisch und kreativ...

    nfu Saedtler, ge?
    S"ä"rvus
  • hein

    39 • hein schrieb am 03.10.2008, 00:02 Uhr:
    Es wird ja auch nicht erwartet, dass Karl und Saedtler die Wusch sponsern. Sollten die beiden die armen sächsischen Kinder finanziell und kulturell unterstützt haben? Oder wurden sie am Ende von denen ausgenommen, die die Alten pflegen?
    Warum tun sie sich das an, nach Siebenbürgen zu fahren, um all das schreckliche Nichtsachsentum zu dokumentieren?
  • Elsi

    40Elsi schrieb am 03.10.2008, 13:30 Uhr:
    Es ist immer wieder erstaunlich, mit wie viel Wolllust eine profund diskriminierende Haltung Siebenbürgen/ern gegenüber nach dem Exodus zelebriert wird. Neuhochdeutsch würde das „sich aufgeilen an…“ heißen. Diese Haltung, die sich verkleidet als Beschreibung der Realität (wessen Realität ?) und profund zerstörerisch ist, ist eine leicht verdauliche Kost. Auf diese, den Intellekt wenig fordernde Weise, fließt die Botschaft der Böswilligkeit, Korruptheit, der Minderwertigkeit etc. als Synonym für Kulturlosigkeit und Rückständigkeit direkt ins Hirn und ermöglicht manchem Leser identifikatorische Momente, wenn die Bemühungen anderer Menschen abgewertet werden und die vertraute westliche Welt und ihr Maßstab/Wertesystem hochgejubelt wird. Das entspricht dem (unüberwundenen) Bedürfnis sich selbst auf Kosten anderer zu erhöhen. Mit Schaudern nimmt man (nur das) wahr, was man immer schon wusste: die anderen bringen allein nichts zustande, sie sind unfähig, dumm, etc. etc. Selbstgerechtigkeit und Oberflächlichkeit ersetzen das Selbstwertgefühl, denn, erst wenn man in der Lage ist die Werte/das Erreichte/das Bemühen und Ringen anderer ebenso zu achten wie die eigenen Werte/Bemühungen, tritt man in einen Prozess der praktizierten Emanzipation ein. Meine Meinung.
    Und es geht dabei nicht ums Schönreden oder Totschweigen von teilweise natürlich auch sehr bedauernswerten Zuständen, sondern es geht darum, das Bemühen der Menschen dort auch zu würdigen…Unser Exodus ist auch ein Teil vom Problem, welches die jetzt lösen müssen und ich bin natürlich der Meinung, dass wir auch mit eine Verantwortung dafür tragen. Nicht im Sinne von „Schuld“, aber im Sinne von Verständnis und ‚Unterstützung’.

  • getkiss

    41 • getkiss schrieb am 03.10.2008, 14:01 Uhr:
    @elsi:
    nach der Behauptung "Bemühungen anderer Menschen abgewertet werden" kommt dann die Erleuchtung:
    "Unser Exodus ist auch ein Teil vom Problem, welches die jetzt lösen müssen und ich bin natürlich der Meinung, dass wir auch mit eine Verantwortung dafür tragen."
    Was für ein Problem müssen "die" lösen? In wiefern ist unser Exodus für "die" Maßgebend?
    Oder ist es eher ein Problem dass die eigene Bevölkerung wegläuft vor lauter postkommunistischer Verantwortungslosigkeit?
    Alles wie gehabt: eineMenge Behauptungen die nicht auf einer eingehenden Analyse beruhen, sondern einfach dahin geplappert werden und den Eindruck einer fundierten Meinung erwecken sollten....
    getkiss
  • Elsi

    42Elsi schrieb am 03.10.2008, 14:31 Uhr:
    getkiss, letztes Mal, als ich versuchte dir zu antworten, hast du meinen Versuch lächerlich gemacht. Auch diesmal versuchst du es; auf jeden Fall möchtest du auch jetzt nicht verstehen was ich meine,verschließt dich, hälst nur dagegen. Ich kann sonst nicht verstehen, wieso etwas Offensichtliches (leerstehende, ruinöse Häuser und Kirchen, ja, auch unsere, nicht nur "ihre" fehlende Arbeitskraft und Kreativität und dabei will ich gar nicht auf die Rolle eingehen, die Ro für den westlichen Markt spielt)nicht verstanden wird. Von diesem Gegenrechnen (ihre eigenen Leute laufen ihnen verantwortunslos davon... wieso sollen ausgerechnet wir dann Verantwortung für ein gleiche Tun übernehmen...), davon halte ich tatsächlich nicht viel. Dies ist eine Argumentation, die nur lähmt, nichts Neues hervorbringt, nur zu faulen Ausreden führt - genauso wie das Lamentieren über die katastrophalen Umstände. (Die Schlußfolgerung daraus hat ja Gloria in ihrem Beitrag glorios dargeboten...)Ich meine, dass man - unabhängig davon was andere tun, seine eigene Aufgabe/Verantwortung sehen sollte. Das ist für mich eine emanzipierte Haltung.

  • getkiss

    43 • getkiss schrieb am 03.10.2008, 15:02 Uhr:
    Tut mir leid, elsi, ich persönlich übernehme keine Verantwortung für das Haus und die Wohnungen die meinen Eltern rechtswidrig 1948 weggenommen wurde und nachher dem Verfall preisgegeben war. Darum habe ich auch keine sogenannte "Restitution" verlangt - die wie man sieht sowieso nur in Augenwischerei besteht.
    Und nicht einmal für das, was unter Wert verkauft werden musste verlange ich zurück...
    Und was die Kirche in meinem Heimatdorf betrifft, wurde diese auf unsere Kosten, aufgebracht durch Spenden, kürzlich repariert. Die Kirche die ich hier besuche, wird aus meinen Steuern erhalten und hilft meiner alten Kirche ebenfalls.
    Falls Du dein Haus und deine Kirche verfallen lässt, ist das nicht meine Sache.
    Ich habe nicht über katastrophale Umstände lamentiert...und was die Wusch betrifft, kann ich die nostalgischen Eilagen hier verstehen, aber auch die nüchterne wirtschaftliche Analyse, die jedem wirtschaftlichen Vorhaben zu Grunde gelegt werden muss.
    Was das "weglaufen der eigenen Leute betrifft", hat das nix mit irgendeinem Gegenrechnen zu tun, sondern nur mit der nüchternen Feststellung: Es ist denen unser Hab und Gut für (fast) nix in den Schoß gefallen und viel von dem wurde einfach zu Grund gerichtet. Aber bei uns im Banat sind die meisten Häuser von den Mietern oder neuen Eigentümern gut erhalten, was Teilweise ein rumänisches Sprichwort bejaht: "Banatu-i fruncea" und Teilweise verneint "ba Ardealu-i Mintea", das irgendwie nicht mehr zu stimmen mag. Oder doch?
    getkiss
  • rio

    44 • rio schrieb am 03.10.2008, 15:42 Uhr:
    Also getkiss, hast du verstanden? Du sollst Gelder locker machen, unabhängig davon ob sie in den Taschen der Mafiabosse oder des konvertierten Kommunistengesocks verschwinden, du sollst nur zahlen. Das ist deine Aufgabe, schließlich hat Ro einen ungeahnten Wert für den Westen, nimmt ihm doch viele monotone und lästige Arbeitsplätze ab und schafft so Raum für kreative Ich-AGs. Wie man sieht nur Vorteile. Und wer wird schon einem glauben der live aus dem Harbachtal berichtet, wir wissen hier sowieso alles besser. Punktum!





    [Beitrag am 03.10.2008, 15:45 von rio geändert]
  • Elsi

    45Elsi schrieb am 03.10.2008, 15:52 Uhr:
    Ja, getkiss, ich weiß, dir ist übel mitgespielt worden von einem Regime, welches nicht mehr existiert, welches aber die heutige Situation SbB prägt. Du reagierst großzügig mit Verzicht auf Wiedergutmachung, möchtest dafür aber auch keine wie auch immer geartete 'Verantwortung' übernehmen(beispielsweise eine gewisse Sensibilität/Verständnis entwickeln für die Lage - Ausgangspunkt meines Kommentars ist immer noch die Arroganz mit welcher auf Ro herabgesehen wird). Du möchtest diejenige Distanz zwischen dich und Ro/SbB/Banat bringen, die dir erlaubt, eine nüchtern vernichtende Haltung einzunehmen, eine Distanz, welche dir 'deren' Probleme vom Hals hält. Das übliche Verhalten halt. Ich glaube, das was du sagst, ist immer nur die halbe Wahrheit, weil es nur (d)eine Perspektive auf die Dinge ist und nicht auch versucht, aus der anderen Perspektive zu sehen. (Z.B. Ist es nicht so, dass unsere Häuser, die für uns wertvoll waren, dadurch, dass es nicht genug Bewohner dafür gab oder auch kein Geld oder auch keine geeignete Arbeitskraft, verfallen und inzwischen ein großes Ruinenproblem darstellen...)Aber ich kann bei einigen auch verstehen, dass sie sich aus dem Korsett von Groll und Bitterkeit nicht lösen können, weil nichts verarbeitet wurde...
    Übrigens: das "du" ist nicht immer persönlich gemeint, sondern verallgemeinert manchmal einen Sachverhalt.

    [Beitrag am 03.10.2008, 16:09 von Elsi geändert]
  • getkiss

    46 • getkiss schrieb am 03.10.2008, 15:56 Uhr:
    Hallo rio, ich wäre schon froh wenn ich Geld (ohne Mehrzahl) hätte - und trotzdem froh, wenigstens eine Rente mit -40% auf einen Teil davon, zu haben...
    Denn der ehemalige Kollege, dessen Vater führender Kommunist in Tem. war, hat fast einen Anfall bekommen, als er seine (frühzeitig angetretene) Rente mit der meinen verglich, die nach dem Alter von 65 ausgezahlt wird. Und meinte auch, angesichts des Vatererbes könne er nicht auswandern.
    Was soll´s, manchmal sind 50 Jahre Vorteile halt schlechter...
    Das hat mit Arroganz nix zu tun, elsi, nix mit Schadenfreude und nix mit mangelder Sensibilität; es sind einfach nüchtern festgestellte Tatsachen.
    Ich glaube kaum das irgendwer aus Ro sich um mich scheren würde, ginge es mir schlecht. Da gibt es viele Millionäre die sich um ihr Land kümmern könnten - die meisten pfeifen drauf...
    getkiss

    [Beitrag am 03.10.2008, 16:03 von getkiss geändert]
  • Elsi

    47Elsi schrieb am 03.10.2008, 16:26 Uhr:
    getkiss, das Thema Heimat ist nie nur nüchtern abzuhandeln. Wenn man dies wirklich glaubt, sollte man unbedingt das Thema Verdrängung angehen. So wie hein mal sagte, laufen wir Migranten alle mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Trauma durch die Welt...Ich hätte es selbst bis etwa vor einem Jahr nicht im Traum für möglich gehalten, dass ich mich für SbB je interessieren würde - Alles sprach dagegen...Oder gerade deswegen...dafür.

    [Beitrag am 03.10.2008, 16:31 von Elsi geändert]
  • getkiss

    48 • getkiss schrieb am 03.10.2008, 19:10 Uhr:
    Na,na junge Frau...das heißt doch wohl nicht das wir dieses Thema beim Zechen behandeln, lach. Trauma? Das betrifft eher die Alten, unbeweglichen..
    Und was Ihr einjähriges Interesse für SbB betrifft, das dauert bei mir schon viel länger.
    Das ist aber gar nicht das Thema. Das heißt:
    Wollen wir im Harbachtal einen Kohlebetriebenen Transrapid? Doch nicht einmal in München...
    getkiss
  • Knobler

    49Knobler schrieb am 03.10.2008, 19:34 Uhr:
    Noch eine sachliche Frage zum Thema Wusch
    Anfang 2008 wurde die Strecke als Denkmal der Kategorie B klassifiziert.
    Kann mir jemand sagen, was das für Auswirkungen hat?
  • gloria

    50gloria schrieb am 03.10.2008, 21:02 Uhr:
    @elsi"Die Schlußfolgerung daraus hat ja Gloria in ihrem Beitrag glorios dargeboten"
    Genau so wie Sie ihre Meinung vertreten,sich das Recht dafür rausnehmen-tun es auch andere.Von wegen"Verpflichtungen"gegenüber Rumänien,da können Sie sicher sein,kann ich und viele andere ruhig schlafen.Meine Vorfahren und ich auch,haben unserer alten Heimat so viel geschenkt-sogar Menschenleben.Darum wird nichts und niemand mir irgendeine Schuld für die Mißstände in Rumänien einreden können.Von wegen Trauma oder Verdrängung -da sind Sie auch auf dem Holzweg.Ich kann auch verzeihen,nur vergessen -das will und kann ich nicht.Kennen Sie den rumänischen Roman von Zaharia Stancu:"Desculti" wo es heißt:"Sa nu uiti Darie,sa nu uiti niciodata!"Genau so tue ich es auch und es geht mir gut dabei.
    Zum Thema "Wusch"-wenn die ausgewanderten Siebenbürger Sachsen das Geld großzügig spenden würden und sich noch verpflichten den Unterhalt zu finanzieren,dann gäbe es bestimmt nur noch wenige Formalitäten und die "Wusch" wäre wieder da.

    [Beitrag am 03.10.2008, 21:03 von gloria geändert]
  • Elsi

    51Elsi schrieb am 03.10.2008, 21:57 Uhr:
    @Knobler - Ein Denkmal der Kategorie B bedeutet, dass es ein historisches Monument ist, welches lokale Bedeutung hat (Kategorie A wäre das von nationaler Bedeutung). Daraus lassen sich bestimmte Vorgehensweisen ableiten, welche die Antragstellung betreffen, die Art der Restaurierung,( Spezialisten, Hilfskräfte, Expertenteam...)und die Finanzierungsmöglichkeiten. Reicht dir das als Info?

    Gloria, ich sprach über: "das Lamentieren über die katastrophalen Umstände" und berief mich auf deinen Beitrag, der da lautet: "bin ja beruhigt,dass Sie die Mißstände in Rumänien auch erkennen und "zur Sprache bringen".Machen Sie weiter so,man erfährt dabei sehr interessante Sachen!!!Da freue ich mich doch riesig,dass ich so weit vom Harbachtal leben darf."
    Niemand hat dir, liebe Gloria, das Recht abgesprochen, deine Meinung kundzutun.Ich habe sie an dieser Stelle extra wiederholt...Gott schütze dich in deinem ruhigen Schlaf und lasse dich dein Angesicht abwenden von aller Schuld und lasse dich gnädig nie vergessen, was immer du auch möchtest. Und Gott hat ja, Gott sei nochmal Dank, auch kein Interesse an Geld - und das macht ihn so praktisch, finde ich.

    getkiss: wenn ich mich nicht völlig irre, geht es nicht um dampfbetriebene Loks, sondern um Dieselloks. Das bedeutet doch, dass die Fahrt rußfrei ist, oder?
    Die Frage ist also eher: Was für eine andere Entwicklungsmöglichkeit/Chance hat das Harbachtal, außer der touristischen...?
  • Saedtler

    52Saedtler schrieb am 03.10.2008, 22:15 Uhr:
    Wo soll das touristische Publikum für die Harbachtalregion herkommen? International wird da nicht viel kommen. National müßte die Harbachtalregion mit traditionellen Touristenregionen, vor allem im Seklerland, konkurrieren. Das lokale Unternehmertum dürfte in der Harbachtalregion verglichen mit anderen Gegenden Rumäniens recht schwach ausgebildet sein.

    Das sind nicht gerade ideale Voraussetzungen um relativ erfolgreichen anderen touristischen Gebieten Rumäniens Konkurrenz zu machen. Mehr als Billigtourismus wird da fürs Erste kaum rauskommen. Die mit solchem Publikum erzielbaren Umsätze werden kaum größere Investitionen tragen können.

    Schmalspurbahnen gibt es in Rumänien noch mehrere. Ein dringender Bedarf für eine weitere Linie wird kaum nachweisbar sein. Der ganzen Idee ist das Wunschdenken anzumerken. Nirgendwo ist Profit zu erkennen.
  • Elsi

    53Elsi schrieb am 03.10.2008, 22:43 Uhr:
    Es wäre schon nützlich, nicht nur eine Meinung zu haben, sondern auch ein paar Infos einzuholen...Wittl hat es vorgemacht(!). Das Projekt ist schon weit entfernt von einem reinen Wunschdenken. Die Wusch soll nicht wiederbelebt werden, weil es keine Touristen gibt, andererseits kommen so lange keine Touristen, so lange es keine Angebote für sie gibt... Dieser Kreislauf mußte durchbrochen werden. Es wird darüber nachgedacht, welche Angebote man Touristen auf dieser Strecke machen könnte. Da sind die sächsischen Kirchen und die sächsische Architektur nur eine Idee von vielen.

    [Beitrag am 03.10.2008, 22:45 von Elsi geändert]
  • Anchen

    54Anchen schrieb am 03.10.2008, 23:06 Uhr:
    @elsi Welche Ideen Touristen anzulocken gibt es außer den sächsischen Kirchen und die dazugehörigen Dörfer ? Das ist eine ehrlich gemeinte Frage, .
    Ich denke es gibt auch für die Harbachtalbahn billigere Lösungen touristisch attraktiv zu werden, als die komplette Instandsetzung inclu. der Bahnhöfe.
    Als ehemals sächsisches Transportmittel sehe ich die Wusch, aber nicht als Kulturerbe. Meine Meinung *räusper*
  • Elsi

    55Elsi schrieb am 03.10.2008, 23:22 Uhr:
    Anchen, es gibt wohl auf der Strecke ein paar rumänische Kirchen, die von den Brüdern Grecu gestaltet wurden, außerdem könnte man verschiedene Stationen mit sächsischem oder rumänischem Profil bauen... Was die Einschätzung als 'Kulturerbe' betrifft - die Entscheidung liegt wohl bei Leuten, die das besser beurteilen können, denke ich...:-)
    Welche billigeren Lösungen gibt es, Anchen?

    [Beitrag am 03.10.2008, 23:30 von Elsi geändert]
  • Anchen

    56Anchen schrieb am 03.10.2008, 23:33 Uhr:
    Also Lösungen, die machbar sind ohne Riesenfinanzierung, sondern mit Kreatvität, die nicht Jahre brauchen um realisiert werden zu können.
  • Anchen

    57Anchen schrieb am 03.10.2008, 23:45 Uhr:
    Meinst du mit Leuten die das besser beurteilen können- der Einschätzung als "Kulturerbe" und die Einschätzung ob oder ob nicht - Prinz Charles?*lach*
  • hein

    58 • hein schrieb am 03.10.2008, 23:48 Uhr:
    Die Rede ist von sanftem Tourismus, von Möglichkeiten, auf dem Land Urlaub zu machen, Agrartourismus für Familien etwa Ferien auf dem Bauernhof/Reiterhof, im Heu schlafen ... usw. usf. ... was da noch alles möglich wäre, um die Wusch zu nutzen. Es müssen doch nicht immer nur Kirchenburgen gemeint sein, wenn von Fremdenverkehr die Rede ist. Schon längst finden auch in Siebenbürgen Kinder- und Jugendfreizeiten mit Rollenspielen statt (etwa "Römerlager").
    In keinem Satz habe ich im obigen Bericht gelesen, dass es den Soxen an die Brieftasche gehen soll. Es wird nur referiert, welche Vorhaben ins Auge gefasst wurden und da es sich um ein Relikt (wohl nicht sächsisch, sondern österreichisch-ungarisch) aus unserer Kindheit handelt, ist es klar, dass Erinnerungen wach werden.
    Dem ganzen Projekt die Existenzberechtigung abzusprechen ist aber doch wohl sehr anmaßend.

    [Beitrag am 03.10.2008, 23:54 von hein geändert]
  • Elsi

    59Elsi schrieb am 03.10.2008, 23:53 Uhr:
    :-), es gibt da Fachleute...

    An welche kreativen Lösungen hast du denn genau gedacht...?
  • Elsi

    60Elsi schrieb am 03.10.2008, 23:54 Uhr:
    hein - so ähnlich sehe ich das auch...
    Apropos Finanzen: vom 'Verein für regionale Entwicklung' werden Geldmittel speziell für die Wiederinbetriebnahme von Schmalspurbahnen zur Verfügung gestellt...Neben finanziellen Mitteln für die Bahn, werden auch Mittel für die Entwicklung der Region zur Verfügung gestellt, durch welche die Bahn führt. Das Projekt ist nicht bloß ein Hirngespinst und ich glaube, man sollte es positiv bewerten, nicht niedermachen...

    [Beitrag am 04.10.2008, 00:07 von Elsi geändert]
  • Anchen

    61Anchen schrieb am 03.10.2008, 23:58 Uhr:
    Niemand spricht dem Projekt die Existenzberechtigung ab. Nur das wie darf doch überdacht werden. Das gehört nun mal zum kreativen Denken dazu. Ist dies wirklich die einzige Möglichkeit, die Erinnerung an die Schmalspurbahn aufrecht zu halten, in dem man sie einigermaßen Orginal wieder instandsetzt?
  • hein

    62 • hein schrieb am 04.10.2008, 00:07 Uhr:
    @Anchen
    :-) Ja soll man entlang der ehemaligen Strecke Schautafeln aufstellen mit Fotos? Sie als Märklin- Bahn zu verkaufen wär nun doch schon wieder so ein kostspieliges Projekt.
    Für sächsische Nostalgiker könnte man ein Brettspiel mit allen Stationen erfinden. Wer zum Schaser Berg kommt, muss rückwärts rollen. Und die Jakobsdörfer müssten einmal ausbleiben beim Würfeln, weil sie zu Fuß bis zur Station gehen müssen. Meine Mutter gingen aus Malmkrog zu Fuß über den Berg, um nach Schäßburg in die Schule zu fahren... die Malmkroger dürften beim Brettspiel 2x ausbleiben...:-)


    [Beitrag am 04.10.2008, 00:09 von hein geändert]

    [Beitrag am 04.10.2008, 00:13 von hein geändert]
  • getkiss

    63 • getkiss schrieb am 04.10.2008, 00:09 Uhr:
    @Anchen:"Also Lösungen, die machbar sind ohne Riesenfinanzierung, sondern mit Kreatvität, die nicht Jahre brauchen um realisiert werden zu können. "
    Bei dem Einzug der Wiesenwirte auf dem Oktoberfest gab es ein Gefährt mit Ochsengespann das gut ankam bei dem internationalen Publikum.
    Wie wär´s für das Harbachtal mit Touristentransport mit von Büffeln gezogenen Karren. Nutzung örtlicher Ressourcen, geringe Investitionen, begeisterte Touristen aus dem Westen, möglicherweise findet man auch Sachsen die die Wege reinigen vom Ochsendung...
    Entschuldigung, Peltzich unterhält sich...lach
    getkiss
  • Anchen

    64Anchen schrieb am 04.10.2008, 00:17 Uhr:
    Welche Fachleute, wenn es sich um ein Relikt aus k.u.k.Zeiten handelt, wie hein schrieb ?*lach*

    Warum sollte es den Sachsen an den Geldbeutel gehen, darum ging es doch gar nicht.

    Ist denn wirklich meine Kreativität gefragt ?








  • rio

    65 • rio schrieb am 04.10.2008, 00:45 Uhr:
    @gloria: Wirklich glorios, diesmal ohne Schmäh' (wie der Wiener sagt). Richtig: Jeder darf seinen Standpunkt darlegen, ohne persönlich dafür attackiert, persifliert (siehe Anchen) oder sonstwie herabgesetzt zu werden, solange er selber sowas nicht macht. Das scheinen einige nie zu kapieren. Immer die gleiche Leier.
    Aber dass eine "Wusch" eine solche Diskussion auslöst, ist schon erstaunlich. Ehrlich gesagt, glaube ich auch nicht daran dass sowas nochmal in Schwung kommt. Ro ist nicht die Schweiz oder Österreich und wegen der paar Kirchlein im Harbachtal, mein Gott was ist schon daran soo interessant dass fremde Touristen sich die Wusch antun. Da reisen sie komfortabler und billiger mit dem Auto bis vor die Kirchentür, besichtigen diese und brausen wieder davon. Warum sollen sie den langen Weg vom Bahnhof zum Zentrum auf sich nehmen, den nächsten Zug dann abwarten müssen? Oder sollen sie die Kircherl nur im Vorbeifahren aus der Ferne und nur von aussen bewundern?


    [Beitrag am 04.10.2008, 00:47 von rio geändert]
  • Saedtler

    66Saedtler schrieb am 04.10.2008, 00:59 Uhr:
    Also, das mit dem "sanften" ländlichen Tourismus kann in Rumänien recht gut in Wolfsberg beobachtet werden. Ich empfehle denen, die das wirklich interessiert, mal einen Besuch dort zu machen. Der Ort hat viele kleine Pensionen. Die Häuser gehören allerdings überwiegend rumänischen Akademikern aus Temeschburg und Reschitz, die das nach dem Abgang der Böhmen aufgekauft haben. Alles pickobello in Ordnung. So schön war Wolfsberg vorher nie.

    Jeden Sommer Jazzvestival, Bildhauersymposien, andere Kunstaktivitäten. Dafür braucht es allerdings eines gewissen "Humus´", den die neuen Eigentümer der Häuser wohl darstellen.

    Das Tourismusgeschäft floriert jedenfalls in Wolfsberg. In den Nachbarorten Franzdorf oder Weidenthal ist andererseits nicht sehr viel los. Die Zusammensetzung der Bevölkerung ist dort allerdings auch grundverschieden von Wolfsberg.

    Ich denke, dass man sich so etwas sehr sorgfältig ansehenund analysieren muss.
  • Karl

    67Karl schrieb am 04.10.2008, 08:17 Uhr:
    Ja, in Wolfsberg floriert der Tourismusbetrieb: zum Jazzfestival kommen jedes Jahr lt. Teilnehmern ca 5000 Besucher hin.
    Aber im Harbachtal gibt es soweit ich weiß weder die ca. 500 zivilisiert-nichtchauvinistischen Akademiker, die in Wolfsberg sich ein Häuschen hingesetzt haben, noch die Nichtakademiker, die was tun.
    Wie immer wird viel geredet, es gibt angeblich Konzepte (nichtpublizierte, in der Schublade)zur Wusch etc. etc.
    aber bisher funktionieren im Harbachtal nur ein paar zaghafte Einzelversuche von Privatleuten bzw. Firmen aus dem Ausland: zB in Marpod eine Pension Harbach oder in Hunderbücheln die bekannten Pensionen.
    Ansonsten meist Wüste, obwohl es ja im Harbachtal auch in jedem Ort fast die verlassenen ev. Pfarrhäuser, Schulen gibt, die die Kirche zurückerhalten hat. Und die dort so stolzen Rumänen haben auch keine Pensionen imt Margariten oder sonstwas aufgebaut oder eröffnet. Es gibt da höchstens noch ein Unterkommen bei PRivatleuten oder beim Forstamt für Gutzahler...
    Im übrigen ist Agnethlen und die Gegend nicht zuletzt bekannt dafür, daß den Sb. Sachsen, die dort wieder was starten wollen, und zB die nationalisierten Grundstücke und Häuser zurückverlangt haben (vielleicht 5% aller die das Recht darauf gehabt hätten) bisher nichts zurückerstattet wurde...
    Da wird dann mit Argumenten offiziell argumentiert, daß diese enteigneten Leute nicht nachweisen können, daß sie enteignet wurden... daß nach 1945 diese Leute nicht mehr die Besitzer waren.... daß sie nicht nach 1945 Boden erhalten haben... Wie denn auch?? nach 1945/48 waren die Sachsen eine Zeitlang ohne jedwelche Rechte, aus dem eigenen Haus in den Stall oder ganz vertrieben, nach Sibierien deportiert, oder einfach tot...
    Perverser geht es nicht... und das soll dann eine Gegend sein, wo man noch die Hoffnung haben kann, etwas neu aufzubauen, anzufangen??
    Ich beschäftige mich seit 20 Jahren mit dem Thema, aber schön langsam sehe ich keinen Sinn mehr darin, im Harbachtal noch was zu machen.


    Meiner Meinung nach ist auch die Einstellung der Lokalbehörden noch stramm in der Tradition der Pseudokommunisten von vorher, die NAtionalismus predigen- sei es in der neugebauten Kirche, sei es im Bürgermeisteramt.
    Im Banat habe ich sowas bisher noch nie bemerkt-- auch das wird ein Grund sein, warum dort mehr funktioniert, die Völkchen ohne Resentiments mit Freude was zusammen aufbauen und neu erschaffen - siehe Wolfsberg- als im heimatlichen Harbachtal.
    Leider ist es so- ich sehe da auch wenig Hoffnung- solange nicht mit offenen Karten gespielt wird, und sich die bornierte Denkweise dort nicht ändert.

    [Beitrag am 04.10.2008, 08:24 von Karl geändert]
  • Joachim

    68Joachim schrieb am 04.10.2008, 12:07 Uhr:
    Warum denn alles gleich teuer reden.
    Ihr dürft halt nicht nur auf das Brett vor euren Augen schauen. Ein wenig Kreativität darf es doch schon sein.
    Wie wäre es denn zum Beispiel, wenn man anstatt einer Wusch, viele kleine per Muskelkraft betriebene Draisinen auf den Gleisen laufen lassen würde ?
    Das heißt, ich komme als Tourist mit meine Familie, oder Berufskollegen, oder Schulklassen dorthin, miete mir eine Draisine für eine Strecke von 10 bis ca. 50km. Und jeder , oder auch mehrere gleichzeitig müssen in die Pedale treten. Gepäck wird auf die Draisine gelegt. Unter wegs kommt man an verschiedenen Verpflegungssationen, Grills, Burgen, Kirchen, Unterkünften und anderen Sehenswürdigkeiten vorbei. An diesen Stellen kann man die Draisinen entweder wieder abgeben, oder mieten. Das würde Arbeitsplätze schaffen. Es würde sanfter, bezahlbarer Tourismus entstehen, der für die Entwicklung der Kinder, Jugendlichen und Familien eine sinnvolle Alternative zu einem Ballermannurlaub darstellen würde.
    Und es würde das Harbachtal weit über seine Grenzen hinweg bekanntmachen. Für kleines Geld !
    Mit freundlichem Gruß aus Bad Kreuznach
    Joachim
  • pedimed

    69pedimed schrieb am 04.10.2008, 13:40 Uhr:
    Hallo Wittl, die Wusch fuhr tatsächlich nur von Schässburg über Agnetheln nach Hermannstadt.Da seinerzeit ein Onkel von mir einen Einsiedlhof südlich von Peschendorf bewohnte sind wir oft, wenn viel Gepäck mitgenommen wurde von Scheißbrich nach Schaas gefahren und haben uns über den Berg zum Hof bewegt.Dies war die einzige von mir genutzte Wusch-Strecke.Irgend jemand meinte das der brittische Charls Dollars nach SBB pumpen würde,der hat sich getaeuscht.Es sinch höchstens Pfunde!
  • Wittl

    70 • Wittl schrieb am 04.10.2008, 14:34 Uhr:
    Hallo Pedimed, freut mich dich zu lesen, warst recht lange weg...hab dich vermisst!
    Dank der recht schee für deine Antwort.
    Puschenderf und Schëißbrich....klingt plötzlich wieder sooooo vertraut!
    Ob Charles Dollars locker macht ist irelevant, sind eh nichts wert....Hauptsache die Pfunde purzeln....Host mi?!
    ;-)
  • pedimed

    71pedimed schrieb am 04.10.2008, 15:03 Uhr:
    Hallo Wittl - Puschenderf ist nicht Peschendorf,auch wenn sie nur cca 30 km aueinander liegen.Host mi?
  • Elsi

    72Elsi schrieb am 04.10.2008, 16:24 Uhr:
    @Joachim
    Eine Fahrt mit der Draisine? Scheint durchaus möglich zu sein! Siehe hier:
    http://www.kulturland.net/2008/04/21/170/
  • Anchen

    73Anchen schrieb am 04.10.2008, 16:36 Uhr:
    Genau eine Draisine, die restlichen Wagons werden Kioske oder Ähnliches und die Sache ist finanziell event. auch machbar , mit dem "sanften" Tourismus auch vereinbar.
  • getkiss

    74 • getkiss schrieb am 04.10.2008, 17:04 Uhr:
    apropos Wusch.
    Habe heuer im Zillertal Urlaub gemacht, da gibt es auch noch eine Schmalspurbahn, mit Diesel oder Dampfloks betrieben; ebenso ist die Zahnradbahn zum Achensee mit einer kohlebefeuerten Dampflok noch in Betrieb.
    Da war der Betrieb aber fast nie unterbrochen und konkurriert mit den Bussen.
    Den Betrieb mit Draisinen glaube ich könnt Ihr wegen der zunehmenden Touristenfaulheit vergessen.
    Aber wie wär´s mit gut ausgebauten Radwegen? Die, die nicht faul sind würden dass eher benützen, der Unterhalt ist nicht so teuer wie bei dem Gleis, es sind keine bzw. geringe Investitionen für den Fuhrpark, bzw. Mieträder zu tätigen.
    Bin das ganze Zillertal und nachher den Inn runter mit dem Rad gefahren, bei hervorragender touristischen Infrastruktur, es war ein Erlebniss!
    getkiss
  • Joachim

    75Joachim schrieb am 04.10.2008, 17:20 Uhr:
    Gebt doch einmal auf Eurer Google-Suchleiste den Ort "Meisenheim" ein. Dieser Ort und die ganze Gegend ähnelt dem Harbachtal. Früher war da absolut "tote Hose".
    So gar der Bahnverkehr wurde eingestellt. Darauf fahren jetzt die Draisinen. Klickt mal rein und schaut Euch die Bilder an, wie einfach so eine Draisine zu bauen ist.
    Und es ist kaum zu glauben, die Nachfrage ist seit Jahren so groß, das man sich vorher anmelden muß ! Von Frühjahr bis Herbst, an den Wochenenden sowie in der Ferienzeit sind die Draisinen ausgebucht. Die Leute sind von dieser Art von Tourismus begeistert. Es kommen ganze Firmen, Schulklassen, Sportvereine und Familien. Es ist bezahlbar fast für jedermann, man ist in der Natur und es stärkt das "Wirgefühl". Denn man muß gemeinsam und zusammen Arbeiten um sein Ziel zu erreichen.
    Zusätzlich gibt es noch Radtouren und Kanutouren.
    Und das was Meisenheim geschafft hat, müßten die Siebenbürger mit Ihren sturen Dickköpfen doch auch schaffen. Und da Sie ja sowieso die Besten der Welt sind,
    müßte es doch ein leichtes für sie sein, so etwas auf die Beine zu stellen. Es sei denn, sie streiten sich wieder so lange darüber, bis die Welt untergegangen ist. Wundern tät es mich nicht mehr. Bei Euch wundert mich sowieso nichts mehr. Hier und da könnte ich ja mithelfen.
    Mit freundlichem Gruß
    Joachim
  • Elsi

    76Elsi schrieb am 04.10.2008, 17:38 Uhr:
    Es geht ja auch darum, dass die Wusch als billigeres Transportmittel (als der Bus) genutzt werden soll und auch im Winter betrieben werden soll und Radfahrten könnten auch ausgehend von den verschiedenen Haltestellen angeboten werden...
    Es stehen ja Gelder zur Verfügung,(ob die ausreichen werden - wer könnte das heute mit Sicherheit sagen...?) es gibt eine Lobby dafür, die vorbereitenden Schritte sind nahezu abgeschlossen und es wird hoffentlich bald konkret angegangen. Unsere guten Ratschläge und schlechten Wünsche sind - genaugenommen - überflüssig. Das Vorhaben wurde initiiert, entwickelt, betreut, durchgeführt von den Einheimischen, von denen, die versuchen aus der Misere rauszukommen und die hoffen, dass dieses Projekt ihnen und ihren Familien eine Chance auf ein besseres Leben gibt. Ob das möglich sein wird, werden diejenigen bestimmen dürfen, die das Angebot annehmen oder auch nicht: die Touristen.

    [Beitrag am 04.10.2008, 17:42 von Elsi geändert]

    [Beitrag am 04.10.2008, 17:47 von Elsi geändert]
  • Joachim

    77Joachim schrieb am 04.10.2008, 17:49 Uhr:
    Siehe auch
    http://www.draisinentour.de

    Joachim
  • Knobler

    78Knobler schrieb am 04.10.2008, 18:16 Uhr:
    Hallo Elsi,

    ich möchte mich für die Beantwortung meiner Frage herzlich bedanken.

    mit freunlichem Gruß
    Knobler
  • Wittl

    79 • Wittl schrieb am 04.10.2008, 19:00 Uhr:
    Hallo Pedimed,
    Puschenderf wird von "Påschen" abgeleitet
    Peschendorf von "Päschken"
    und damit quasi ein Baby des "Påschen"
    ;-)
    .....moanst net???....
    Ois roger..und i glaub, jetzt hob i di, ge?

    S"ä"rvus



    Joachim wird demnächst in Sovata sein, vielleicht kann er dabei auch über die "Wusch" Auskunft einholen....versprochen????





    [Beitrag am 04.10.2008, 19:15 von Wittl geändert]
  • Joachim

    80Joachim schrieb am 04.10.2008, 19:44 Uhr:
    Habe hier eine Nachricht erhalten, nachdem die Bahn in Sovata noch fahren soll.
    Wenn nicht müssen wir sie halt reaktivieren.
    Gruß
    Joachim
  • gehage

    81gehage schrieb am 04.10.2008, 21:40 Uhr:
    da wird von allen miteinander die fehlenden tourismusattraktionen im harbachtal bemängelt. da fallen mir auf anhieb die "cortorari" ein. des wäre doch was...touristenansturm garantiert...augenzwinker...
  • Wittl

    82 • Wittl schrieb am 04.10.2008, 23:45 Uhr:
    Nächster Vorschlag;
    @Ijel, solltest du bei deinem "zwei Welten-Bummel"
    über 7-Bürgen, in's Harbachtal kommen, dann Augen auf, spitz die Ohren, such ein Internetkaffee auf und erstatte uns den "wahren" Bericht zum "Wusch-Schicksaal", bis dahin machen "WIR-HIER" so weiter....
    "OPEN-END"
    OK?!
    S"ä"rvus

    [Beitrag am 04.10.2008, 23:47 von Wittl geändert]
  • Karl

    83Karl schrieb am 05.10.2008, 22:14 Uhr:
    Also dann, viel Spaß--- beim Draisinentreten... oder vielleicht kommen die zu Deutschen konvertierten Edelsachsen nun dazu, die einheimischen Kortoraren oder Arbeitslose (damit die eigenen Därme und Schmerbäuche geschont werden) treten zu lassen, während die Edelsachsen hinten in einem gefederten Sofa hocken und Becksbier trinken und auf Neudeutsch parlieren...
    So wäre dann auch gebührend Zeit, seine neueste Digitalkamera einzuweihen mit Bildern von streunenden Hunden,dem schönen Harbacht oder Panoramabilder zu schießen von verfallenen ehem. LPG-Ställen beim Einbiegen nach Agnetheln. Vielleicht könnte auf halber Strecke noch das verfallene Geburtshaus von Samuel Brukenthal angesehen werden, wenn es bis dahin noch steht.
    In Agnetheln kann man sicherlich ein paar Tage pausieren... der dortige sächische Pfarrer (der einem orthodoxen Münchhausen ähnlicher sieht mit seinem wallenden Bart und den bleichen Gesichtszügen) wird jeden Touristen herzlich in seinem 10-Zimmer Pfarrhaus aufnehmen.... so wie er es bisher mit allen Agnethlern getan hat... Ansonsten bleibt als letzte Hoffnung vielleicht eine Übernachtung im Zelt oder beim orthodoxen Pfarrer..
    Wenn man in Agnetheln ist, sollte man nicht vergessen, das meist geschlossen "Harbachtalmuseum" zu besichtigen, dessen ruhmreicher "Erzeuger" ein in den 1950er nach Agnetheln abgeschobener ehrgeiziger Hr. Andree ist (der seinen Zorn auf die erfolgreicheren sächischen Landsleute dann mit interessanten Anzeigen bei den Behörden der Zeit dämpfte.. siehe Joachim Wittstock).
    Die Museumsbestände hat Andree von den Sachsen aus der Gegend mit der Drohung erpresst, denjenigen, der das besagte Gut nicht hergeben will, einsperren zu lassen...
    So sind einige interessante sächsische museale Gegenstände zusammengekommen.
    u.a. liegen dort auch ein paar Gemälde des einzigen Agnethler Kunstmalers Barner rum, die niemand der heutigen Besitzer als erhaltenswert erachtet.
    So hat sich Andree an allen Agnethlern letztendlich gerächt: mit der Zerstörung dieser Museumsgegenstände, die momentan weit fortgeschritten ist, wird auch ein Teil der Kultur der ehemals so stolzen "Goraschanner" verschwinden... Die neu erwachten rumänischen Lokalpatrioten wird´s sicher nicht stören, im Gegenteil.

    Ansonsten gibt es viel ursprüngliche Natur zu besichtigen: seit es keine LPG mehr gibt, tun sich die neuen Besitzer schwer damit, den eigenen Boden zu bearbeiten... Hauptsache, er gehört nicht mehr den Sachsen.
    Ach ja, und als Highlight kann man sich vielleicht noch mit der Kutsche des Pfarrers E. Schlattner abholen lassen zu einer Lesung in der Rothberger Kirche, wo ja schon die Särge für die 2 noch übriggebliebenen Sachsen bereitstehen (ich frage mich, wer diese Leute auf dem sächsischen Friedhof beerdigen soll, wenn nicht die dann noch "übriggebliebenen" Roma).
    Also dann, Prinz Charlie wird es richten, es gibt ja die Einheimischen, die bisher bewiesen haben, daß sie viel Initiative haben --- siehe bisherige Resultate was Wirtschaft und Tourismus betrifft...
  • Saedtler

    84Saedtler schrieb am 06.10.2008, 07:31 Uhr:
    Wie wär es mit einem unter Führung von Karl vorgenommenen Lokalaugenschein? Nicht nur viel herumschreiben, sondern hinfahren und anschauen! Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Sich ein paar Tage entspannen und das Harbachtal mit durch einen Lokalkundigen geöffneten Augen betrachten. Dann vielleicht erneut hier schreiben. Oder aufgeben ...
  • schully

    85schully schrieb am 06.10.2008, 13:22 Uhr:
    ich verfolge seit jahren in der hermannstädter lokalpresse (meistens in sibiustandard.ro) das gerede und geschreie um die wusch. hier ein auszug aus einer rum. tageszeitung, gardianul vom 12.08.2008:
    ♦ Mocanita de la Sibiu, un proiect foarte drag printului Charles, va fi inlocuita la cap de linie de un mall ♦ Desi era clasata de anul trecut drept monument istoric, consilierii locali din Sibiu au aprobat un Plan Urbanistic Zonal fara sa tina cont de faptul ca proiectul nu are avizul Ministerului Culturii si Cultelor, respectiv al Serviciului de Monumente Istorice de la Sibiu ♦ Singura hartie care a contat a fost semnata de un fost director, Vasile Crisan, parat acum la DNA si acuzat de abuz in serviciu ♦ Adrian Iorgulescu, ministrul culturii si totodata liderul din Sibiu al PNL, da acum neputincios din umeri si spune ca va vorbi cu toate autoritatile locale, dar a refuzat sa spuna clar daca va ataca hotararea consilierilor locali in instanta ♦ La fel si prefectul din Sibiu, care “mai asteapta niste acte“ ♦ Intre timp, linia mocanitei Sibiu–Agnita a fost concesionata pe 25 de ani, tocmai pentru a fi reabilitata.

    oder zum googeln: simerom mocanita.
    darüber habe ich erstaunlicherweise keine einzige zeile gelesen, weder im bericht, noch in den kommentaren...
    anscheinend geben dem projekt auch die lokalpolitiker wenig chancen...
    servus
  • Elsi

    86Elsi schrieb am 06.10.2008, 16:00 Uhr:
    schully: Es wäre sinnvoll gewesen, auch zu erwähnen, dass die alleinige Unterschrift dieses Herrn Crisan nach rumänischem Gesetz keine Gültigkeit hat und das Kuturministerium die Unterschrift und die Genehmigung für illegal erklärt hat und dass das Projekt Simeroms auch noch weit von einer konkreten Umsetzung entfernt ist.

    Simerom hat zusammen mit Red Sanarot Limited (Zypern)eine Firma namens Festival SRL gegründet,die ein Immobilienprojekt entwickelt hat, welches die Wusch "von den Gleisen blasen würde", die aber das Investitionsvolumen von 103 Mio Euro noch durch einen Kredit (in der gleichen Höhe) zu bekommen versucht...Für die anteilige Hälfte des Kredit soll mit dem Eigentum der Firma garantiert werden; deswegen werden sich am 20. Okt. die Aktionäre treffen...
    Die Lage ist tatsächlicn verworren und vielleicht werden wir uns in nächster Zeit nicht mehr über ein niedliches, nostalgisches Projekt "Schmalspurbahn" unterhalten, sondern über richtig viel investiertes Geld für richtig hohe Häuser in mittelalterlicher Umgebun, von richtigen Kapitalisten und dann werden wir dem sanften Tourismusprojekt des Prinzen Charles verschämt nachtrauern...

    [Beitrag am 06.10.2008, 16:20 von Elsi geändert]
  • Karl

    87Karl schrieb am 06.10.2008, 19:58 Uhr:
    Was rumänische Zeitungsschreiber schreiben, ist meistens politisch gefärbt vom Éigentümer der Zeiktung.
    Außerdem wird dort sehr oberflächlich und meist nur aufs Sensationelle abgehend geschrieben.

    Simerom hat seine Immobilien vermietet- da Simeron oft den Strom etc nicht rechtzeitig bezahlt, bleiben die Mieter dann ohne Strom, obwohl die Mieter ihre Miete pünktlich beglichen haben.
    In Rumänien wird noch mehr als in Deutschland rumgesponnen- deswegen würde ich alle Infos, die aus Zeitungen kommen (insbesondere wenn es keine Wirtschaftszeitungen sind) mit Vorsicht genießen.
    Was die Immobilienprojekte betrifft: schön langsam ist es mit dem schnellen Geldverdienen damit auch in Rumänien zu Ende.
    Die Altbauwohnungen sind im mindest. 30% gefallen, neue Wohnungen sind nich tmehr automatisch verkaufbar und warten oft Monate lang auf Käufer.
    Da auch in Rumänien die Privatkredite mit variablem Zinssatz wie in den USA laufen, kann es sein, daß dort ziemlich schnell aufgrund der Inflation viele Leute insolvent werden...
    Wer soll dann noch an die "Wusch" denken?
    übrigens soll es nach 1900 sogar 3 Lokomotiven dieser Bahn gegeben haben...
    Ich selbst habe diese Bahn nur noch als die Mocanita gekannt... 4 Stunden bis Hermannstadt auf harten Holzbänken... wenn ich mich richtig erinnere.
    Aber heute ist Nostalgie falsch am Platz.
  • schully

    88schully schrieb am 06.10.2008, 20:04 Uhr:
    es geht nur um die letzten (ein-zweihundert?) meter des endes der schmalspurbahn. dieses befindet sich nah am zaun der ehemaligen Mecanica, ehem. Metalurgica-Werke.
    es wäre nicht das ende des projektes, zumindest aber müsste der "wusch-bahnhof" verlegt werden.
    meine, unwichtige, meinung zum projekt: es gibt (noch?) nicht viel zu sehen, im harbachtal. die ruinen der kollektiv-ställe, aufgelassene bahnhöfe, verlassene dörfer (Ţichindeal-Zaikeln, Fofeldea-Miffoalt, z.b.)
    aber am wochenende fand in Marpod das erste Pferdewagenrennen statt! auch sachsen sollen unter den organisatoren und zuschauern gewesen sein. 2009 soll die zweite auflage folgen. ein anfang?
    priorität sollte der ausbau der landstraße haben, um dieser verlassenen gegend wieder leben ein zu hauchen.
    danach erst wird die wusch vielleicht interessant.
    vielleicht auch nur abschnitte davon, die lange reise bis
    agnetheln werden sich nur hartgesottene liebhaber antun wollen.
    @karl: die wusch hieß auch "der micutz".
    ich kann berichte rum. zeitungen sehr wohl einordnen, lese ich doch täglich 4-5 davon (online). jedenfalls sind sie informativer als die beiträge hier im forum;)
    servus

    [Beitrag am 06.10.2008, 20:09 von schully geändert]
  • Chaim

    89Chaim schrieb am 06.10.2008, 20:28 Uhr:
    Guten Abend -
    ich bin beeindruckt, wie engagiert in diesem Forum über die Mocanita/ Wusch diskutiert wird. Möchte aber versuchen, Ihre Perspektive in Deutschland nochmals zu bereichern und beziehe mich dabei auf die Einschätzung von "Karl" am 2.10.

    1. Im Harbach versuchen eine ganze Reihe von Leuten - seien sie aus der Privatwirtschaft, dem NGO-Sektor oder der Verwaltung - zur regionalen Entwicklung aktiv beizutragen. Es sind kleine Schritte, die viel Energie brauchen, aber doch zu würdigen sind.

    2. Die Unterbringungsmöglichkeiten im Harbachtal sind tatsächlich immer noch sehr begrenzt. Allerdings wird derzeit an zwei Pensionen in Agnetheln gearbeitet, die dann hoffetnlich zur kommenden Saison eröffnen. Selbiges ist dieses Jahr in Alzen geschehen; hinzu kommen je eine wunderbare Pension in Harbachsdorf/ Cornatel und Johannisberg/ Nucet.

    (2,5: Unfair finde ich die Bezeichung "Wirtschaftsevangelische"; da hat ist beim Urheber leider nicht viel passiert.)

    3. Ein geeignetes und gutes Infrastrukturangebot ist immer auch Motor für Entwicklung. Ihr Vorhandensein kann Investoren anziehen. Die Wiederinstandsetzung der Wusch ist perspektivisch als wichtiger Impulsgeber zu sehen.

    3,5 - Eine optimistische Perspektive ist immer hilfreich. Wenn der Kommentator davon ausgeht, dass im betreffenden Landstrich sowieso nur negative Dinge geschehen, brauchen wir uns damit allerdings nicht abzumühen.

    4. "Aussteiger" habe ich nicht getroffen bisher, schon gar nicht in Hundertbücheln - wobei ich über korrigierende Informationen dankbar wäre. Hingegen gibt es - und ich zähle mich dazu - durchaus eine Reihe "Zugereister", die mit Elan sich einmischen in die Entwicklung des Harbachtals und nicht einfach von nebenan zuschauen.

    5. Die Rathäuser sind mit Träger (namentlich "Harbachtalverein") der Anstrengungen um eine regionale Entwicklungsstrategie, deren Ausarbeitung von deutschen Gebern unterstützt wurde/wird; hierbei konzentrieren sich die ERweartungen auf den Start der LEADER-Maßnahmen, die sich leider verschoben haben.

    6. Das Harbachtal ist sicherlich eine "Zona defavorizata", allerings auch eine mit erheblichem Potential für Natur- und Landschaftsschutz. Das gesamte Hochland (2.500 qkm) fällt seit einem Jahr unter die Natura2000-Richtlinien der EU und zur Zeit laufen intensive Vorbereitungen, diesen Status auch für die künftige Entwicklung zu nutzen. Das sind allerdings auch keine kurzfristigen Aktivitäten, sondern durchaus welche mit einem 10-30jährigen Horizont.

    7. Ich denke nicht, dass die Leute hier mehrheitlich PSD gewählt haben, da möchte ich jetzt nicht nachrechnen. Und sollte es so sein, ist auch das noch keine fertige Aussage an sich.

    8. Gerade da soll eine Schmalspurbahn wiederbelebt werden, solange noch Brücken und Geleise vorhanden sind und sich Personal finden lässt!

    9. Es gibt eine kleine Machbarkeitsstudie aus 2006, eine neue wird vorbereitet. Es gibt die wirtschaftliche Einschätzung eines britischen Experten und es gibt den Willen aus der Region, zur Wiederbelebung der Bahn beizutragen. Es wird nicht einfach Geld gefordert ohne vorher überlegt zu haben. Es wird sich bemüht, für ländliche/ touristische Entwicklung vorgesehene Gelder aus rumänischen und EU-Haushalten auf der Basis klug ausgearbeiteter Argumentationen und Berechnungen in eine Region zu bewegen, die mit diesen Mitteln etwas Sinnvolles beginnen und schließlich weiterführen wird.

    Beste Grüße aus dem Harbachtal!
  • hein

    90 • hein schrieb am 09.10.2008, 16:09 Uhr:
    @ Karl,
    Nostalgie ist schon immer auch Motor gewesen für Touristen, ich denke da z. B. an die anfangs noch sehr jämmerliche Infrastruktur in Ostpreußen, jetzt Kaliningrad, und doch pilgern Tausende jedes Jahr hin.
    @ Chaim, du scheinst vor Ort zu wohnen, also alles Gute.
    Dass einige hier im Forum das Wort "Wirtschaftsevangelische" benützen, fand ich auch sehr befremdlich. Mein Hinweis, dass die Sachsen das Prädikat "Evangelisch" nicht nur für sich in Anspruch nehmen können, wurde ignoriert und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Missgunst die Ursache ist, im besten Sinn vielleicht noch Trauer ob der verpassten Gelegenheit, selbst was auf die Beine zu stellen. Für einen wirtschaftlichen Aufschwung der Dörfer unter sächsischer "Regie" ist die Wende mindestens 10 Jahre zu spät gekommen.


    [Beitrag am 09.10.2008, 16:11 von hein geändert]
  • schully

    91schully schrieb am 10.10.2008, 12:24 Uhr:
    für diejenigen, welche english speaken:
    sibiuagnitarailway.com . eine sehr interessante seite, für wusch-liebhaber.
    servus
  • Karl

    92Karl schrieb am 13.10.2008, 19:38 Uhr:
    Wusch-Liebhaber wenn es seit Jahren keine Wusch mehr gibt--- das ist mir zu viel Wunschdenken )Wuschdenken].

  • Elsi

    93Elsi schrieb am 13.10.2008, 20:29 Uhr:
    Lieber Karl!
    Die Wusch fuhr letzmalig 2001!!! Bereits 2003 interessieren sich Amerikaner für die Wusch und schon 2004 organisiert der Mihai Eminescu Trust das erste Treffen bezüglich der Schmalspurbahn..Das zum Thema zu viel Wunschdenken...
  • gloria

    94gloria schrieb am 13.10.2008, 21:59 Uhr:
    Liebe Elsi,
    welche Wusch fuhr 2001????Die im Harbachtal ganz bestimmt nicht!!!!!
  • Elsi

    95Elsi schrieb am 13.10.2008, 22:59 Uhr:
    Doch, liebe Gloria. Natürlich war das die letzte verbliebene Teilstrecke! Du kannst gerne die von schully angegebene Quelle einsehen (Englisch), denn ich kann nicht beurteilen, ob du des Rumänischen mächtig bist..? Eine Frage, statt einer Behauptung wäre mir allerdings etwas lieber gewesen, ne?
    Gruß
  • gloria

    96gloria schrieb am 14.10.2008, 22:16 Uhr:
    Liebe Elsi,
    ich war selber sehr oft im Harbachtal-aber die Wusch kannte ich nur aus Erzählungen.
    Vielleicht meldet sich jemand aus Agnetheln,z.Bsp.Herr Bernd Fabritius oder Frau Doris Hutter und klärt uns auf???
  • gk

    97gk schrieb am 15.10.2008, 00:50 Uhr:
    Meine letzte Reise mit der „Mocăniţ“ unternahm ich 1989 von Leschkirch nach Alzen. Im Sommer 1997 habe ich sie das letzte Mal gesehen, hörte aber von in Alzen wohnenden Bekannten, daß sie bis ins neue Jahrtausend noch in Betrieb gewesen sei.

    Hier ein weiterer Bericht auf europabahnen.de, der als Stillegungdatum den September 2001 angibt.
  • Karl

    98Karl schrieb am 15.10.2008, 14:35 Uhr:
    soweit ich weiss, ist Bernd Fabritius ein Hermannstädter und stammt nur aus Agnetheln...
    Weder Frau Hutter noch Hr. Fabritius sind in Rumänien monatlich vor Ort anwesend.
    Wenn ich sehe, daß hier, ohne Fakten zu kennen bzw. ohne vor Ort gewesen zu sein oder sogar mit den "Projektleadern" vor Ort gesprochen zu haben, verbreitet wird, daß sich etwas mit dem Wusch-Projekt tut, kann ich nur sagen: stim teorie, dar practica ne omoara....
    Geschehen wird so schnell nichts mehr, weil die rumänische Seite kein Geld hat oder zur Verfügung stellen will, und darauf wartet, daß aus dem Ausland ein "fraier" kommt und wieder mal investiert, ohne dann am Ende einen Nutzen zu haben...
    Auch heute ist das Privateigentum (Immobilien, Grundstücke}in Rumänien nicht sicher davor, enteignet oder einfach gestohlen zu werden.
    Erst diesen Monat wurde im SEnat ein Gesetz in dieser Richtung verabschiedet.
  • Wittl

    99 • Wittl schrieb am 15.10.2008, 21:07 Uhr:
    Karl schrieb;
    "daß sich etwas mit dem Wusch-Projekt tut,
    ..stim teorie, dar practica ne omoara...."

    Karl, es sollte für uns ALLE nichts Neues sein;
    "Cei care lucrează la STAT, doar ştim că.....
    ei din totdeauna au "stat"

    S"ä"rvus


    [Beitrag am 15.10.2008, 21:08 von Wittl geändert]
  • Chaim

    100Chaim schrieb am 26.11.2008, 07:03 Uhr:
    <a href="http://www.tribuna.ro/stiri/eveniment/vagoanele-mocanitei-au-ajuns-la-agnita-29313.html">Vagoanele Mocăniţei au ajuns la Agnita</a>...
  • schully

    101schully schrieb am 08.09.2009, 12:17 Uhr:
    schlagzeile aus tribuna.ro von heute, 08.09.2009: Mocăniţa, betonată la Mohu

    servus

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