1. Juni 2010

25 Jahre Partnerschaft mit der Stadt Dinkelsbühl: "Legalisierte Ehe"

Als im Mai 1985 die Partnerschaft von Dinkelsbühl mit der damaligen Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland aus der Taufe gehoben wurde, hatte diese Beziehung bereits jahrzehntelangen Bestand. Das erste bundesweite Pfingsttreffen in der Großen Kreisstadt datiert immerhin aus dem Jahr 1951. Seither fand der alljährliche Heimattag – bis auf zwei Ausnahmen – stets in Dinkelsbühl statt. Zu Pfingsten wurde nun anlässlich des 25-jährigen Partnerschaftsjubiläums eine sehenswerte Dokumentarausstellung im Kunstgewölbe im Spitalhof gezeigt.
In seiner Begrüßung hieß der Bundesvorsitzende Dr. Bernd Fabritius auch den heutigen Ehrenvorsitzenden Dr. Wolfgang Bonfert herzlich willkommen, der mit seiner Gattin an der Ausstellungseröffnung teilnahm.

„Wir feiern silberne Hochzeit“, stellte Walchshöfer in seiner frei gehaltenen Einführung nicht ohne Stolz fest, indem er die Partnerschaft mit einem Eheverhältnis verglich. Seit 1951 seien die ehemals Freie Reichstadt und der 1949 gegründete Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland einander verbunden gewesen. Freilich habe die Lebenspartnerschaft in einer jahrzehntelangen Phase der Anbahnung den Status einer „wilden Ehe“, einer „Ehe ohne Trauschein“ gehabt. Bis zum 25. Mai 1985, als beide Partner während des Heimattages „die Ehe legalisierten“, so Walchshöfer, mit der Zielvereinbarung, sich gegenseitig zu unterstützen und „die gewachsenen Beziehungen zu festigen und zu fördern“. Link zum VideoVideo von der Ausstellungseröffnung und Interview mit dem Altbürgermeister Prof. Dr. Jürgen Walchshöfer Der Heimattag sei längst „ein fester Bestandteil unserer Stadtgeschichte“, betonte der Altbürgermeister, der „das gegenseitige Verständnis und das Gefühl der Zusammengehörigkeit“ als konstante Faktoren hervorhob. Walchshöfer dankte dem Kulturreferat des Verbandes, das die Ausstellung gestaltet hat, für die „aufschlussreiche Dokumentation unserer gemeinsamen 60-jährigen Geschichte“.
Altbürgermeister Prof. Dr. Jürgen Walchshöfer ...
Altbürgermeister Prof. Dr. Jürgen Walchshöfer (links) und der seinerzeitige Bundesvorsitzende Dr. Wolfgang Bonfert begründeten 1985 die Partnerschaft zwischen der Stadt Dinkelsbühl und der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen. Foto: Josef Balazs
Die Ausstellung im Kunstgewölbe dokumentierte überblicksweise den partnerschaftlichen Entwicklungsprozess der vergangenen sechs Dekaden. Ins Bewusstsein des Betrachters gerückt wurde nicht nur das Entstehen einer Vertriebenen-Siedlung in Dinkelsbühl (1955) und in der Folgezeit der lokalen Kreisgruppe des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, sondern auch die seit 1967 bestehende Gedenkstätte der Siebenbürger Sachsen an der Lindenallee der Alten Promenade. Nicht zuletzt wurde 2006 – ein weiterer Beleg für das fruchtbare Zusammenwirken - die Städtepartnerschaft Dinkelsbühls mit Schäßburg in Siebenbürgen besiegelt. Auf der Basis des bisher gemeinsam Erreichten begründete Altbürgermeister Walchshöfer seine Zuversicht, dass man in 25 Jahren goldene Hochzeit feiern werde.

Christian Schoger


Ausstellungsplakate: 25 Jahre Partnerschaft Dinkelsbühl - Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland

Schlagwörter: Heimattag 2010, Partnerschaften, Dinkelsbühl

Bewerten:

40 Bewertungen: ++

Noch keine Kommmentare zum Artikel.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich.