21. August 2015

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Was geschieht mit den Spenden zur Rettung des Schlosses Horneck?

Ganz herzlichen Dank den vielen Spendern, die bis zum 5. Oktober 2015 insgesamt 474.796 Euro auf das Konto des Verbandes der Siebenbürger Sachsen zur Rettung von Schloss Horneck als Sitz unserer zentralen Kultureinrichtungen in Deutschland überwiesen haben.
Wie diese Zeitung vom 5. August 2015 berichtete, hat der Verband der Siebenbürger Sachsen beschlossen, ein Angebot für die Übernahme der Liegenschaft Schloss Horneck an den Insolvenzverwalter Dr. Marcus Egner abzugeben. Dieses Angebot vom 7. August 2015, das den Neubau mit dem Pflegebereich mit einschloss, wurde nicht angenommen. Der Insolvenzverwalter empfahl hingegen, ein neues Angebot nur für das Schloss bis spätestens 15. August abzugeben. Eine Teilung der Liegenschaft habe er bereits beim Landratsamt Heilbronn in die Wege geleitet. In einer kurzfristig am 13. August einberufenen Sitzung des Geschäftsführenden Bundesvorstands des Verbandes mit Gästen (Experten aus verschiedenen für dieses Projekt relevanten Fachgebieten) wurde die Thematik Siebenbürgisches Kultur- und Begegnungszentrum auf Schloss Horneck erörtert und ausführlich diskutiert.

Weil dem Insolvenzverwalter für das Pflegeheim im Neubau bereits ein angemessenes Angebot vorliegt, wurde die „kleine Lösung“ ins Auge gefasst: Erwerb nur des Schlosses, in dem die Kultureinrichtungen untergebracht sind.

Der Bundesverband beteiligt sich mit zunächst 250.000 Euro an der Finanzierung; weitere Stiftungsgründer sagten jeweils die gleiche Summe verbindlich zu. Das Sozialwerk der Siebenbürger Sachsen trägt zunächst 150.000 Euro bei, von einigen Landes- und Kreisgruppen haben wir ebenfalls Zusagen in fünfstelliger Höhe erhalten. Der Spendenaufruf wird hoffentlich auch gewichtig zur Finanzierung beitragen. Die Beteiligten konnten aufgrund vorliegender Unterlagen eine Schätzung der voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben vornehmen. Eine Kostendeckung ist möglich. Am Unterlauf des Neckars zwischen Heilbronn und ...Am Unterlauf des Neckars zwischen Heilbronn und Heidelberg thront Schloss Horneck über dem mittelalterlichen Städtchen Gundelsheim, Aufnahme aus dem Jahr 2005. Foto: Marius Tătaru Die eingegangenen Spenden werden zum Erwerb des Schlosses verwendet. Erste Priorität ist es also, das Schloss zu kaufen und herzurichten, damit eine entsprechende Nutzung möglich wird. Erst danach kann an das Stiftungskapital gedacht werden.

Die Spender sind selbstverständlich nicht automatisch Mitglieder des in Gründung befindlichen neuen „Trägervereins Schloss Horneck e.V.“. Sie sind erst einmal Spender und vertrauen auf unseren Verband, unseren Bundesvorsitzenden und unseren guten Ruf. Sie vertrauen auch darauf, dass wir gemeinsam mit den Institutionen und Einrichtungen auf Schloss Horneck Lösungen finden, mit denen alle leben können (nicht Lösungen nach den Vorstellungen eines jeden Einzelnen). Mitglied des zu gründenden Trägervereins kann man nur werden, wenn man den Beitritt gegenüber diesem Verein bekundet und sich verpflichtet, den jährlichen Beitrag zu zahlen.

Spenden, die auf unser zweckgebundes Konto eingehen, werden dort gesammelt und zum Ankauf des Schlosses sowie für sofort nötige Umbauarbeiten verwendet. Der Kauf und die fälligen feuerpolizeilichen Umbauten stehen sofort nach der Gläubigerversammlung am 10. September 2015 an (so wir den Zuschlag erhalten). Die Carl Wolff Gesellschaft (CWG) wird eine Untersuchung durchführen und festlegen, welche Umbaumaßnahmen/Sanierungsarbeiten notwendig sind und wie umfangreich sie ausfallen werden. Wir erwarten ein entsprechendes Konzept im Laufe der nächsten Woche.

Die wirtschaftliche Nutzung des Schlosses mit Zimmervermietung (an rüstige Landsleute), Seminaren und Übernachtungen sowie sonstigen Veranstaltungen wird nicht so viel einbringen, dass eine mietfreie Überlassung der Räume an die Kultureinrichtungen möglich ist. Eine an der Ortsmiete orientierte Größe muss da noch gefunden werden.

Und jetzt kommt das Stiftungskapital zum Tragen: Es muss sehr groß werden, damit bei heutigen Renditen (von ca. 3 %) ein ausreichend hoher Betrag zur Kostendeckung „erwirtschaftet“ werden kann. Ich rechne es mal vor: Bei einer Million Euro sind das 30.000 Euro pro Jahr, bei zwei Millionen 60.000 Euro, bei drei Millionen 90.000 Euro, bei sechs Millionen 180.000 Euro. Es ist nicht schwer zu erraten, welches Stiftungsvermögen wir anpeilen. Das Spendenkonto wird deshalb noch lange Jahre zur Verfügung stehen, wenn das Schloss von der sächsischen Gemeinschaft erworben und dann auch gehalten werden soll. Wenn man spenden möchte und es auch kann, sollte man bedenken, dass jetzt Geld notwendig ist (Schritt eins) und wir für die Schaffung des Stiftungsvermögens auf private Zustiftungen und solche der öffentlichen Hand hoffen, die uns darin unterstützen, dem großen Ziel näher zu kommen. Wir können also erst später (vielleicht in einem Jahr) Spendern garantieren, dass ihre Spende das Stiftungskapital erhöht und nicht für absolut notwendige Arbeiten und Anschaffungen ausgegeben wird.

Es wird darüber beraten, was den Spendern angeboten werden kann. Angedacht sind, abhängig von der Höhe der Spende, die Nennung ihrer Namen auf der „Stiftertafel“, Möglichkeiten, Räume nach Spendern/Stiftern zu benennen usw.

Sollte unsere Gemeinschaft den Zuschlag wider Erwarten nicht erhalten – und das Schloss einen anderen Eigentümer finden –, wird jeder Spender angeschrieben. Dieser kann dann entscheiden, ob er das Geld zurückfordert oder ob er es für ein anderes, ähnliches Projekt, das ihm vorgeschlagen wird, zur Verfügung stellt.

Wir werden zeitnah über die weiteren Entwicklungen informieren.

Erhard Graeff

Schlagwörter: Schloss Horneck, Gundelsheim, Spendenaufruf

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