9. November 2016

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Reformations- und Patenschaftsjubiläum prägen Heimattag 2017

München - Es tut not, zumal in dieser turboschnelllebigen Zeit mit ihren grundstürzenden Entwicklungen in Politik und Gesellschaft, uns - persönlich wie gemeinschaftlich - wieder zu besinnen auf den Weg und die Wurzeln. Demgemäß begehen wir Siebenbürger Sachsen beim nächstjährigen Heimattag in Dinkelsbühl (2.-5. Juni 2017) zwei außerordentlich bedeutende Jubiläen: 500 Jahre Reformation und 60 Jahre Patenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für den Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Um ein gebührend gehaltvolles Veranstaltungsprogramm zu erarbeiten, hat sich der Heimattagausschuss am 4. November in der Bundesgeschäftsstelle des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in München getroffen. In der fünfstündigen Sitzung unter der Leitung des Organisationsreferenten Horst Wellmann wurden neben dem Programmablauf auch organisatorische Fragen besprochen.
500 Jahre Reformation (Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen am 31. Oktober 1517) wird 2017 weltweit gefeiert, so auch zu Pfingsten in Dinkelsbühl, wenn sich die in Siebenbürgen lebenden und aus Siebenbürgen stammenden protestantischen Landsleute gemeinschaftlich auch an „ihren“ Reformator Johannes Honterus (1498- 1549) erinnern. Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien (EKR) wird als Mitausrichter hierzu verschiedene Programmangebote gestalten. Neben der erwähnten Festveranstaltung am Samstag verspricht die Predigt von Bischof Reinhart Guib am Pfingstsonntag in der St. Pauls-Kirche ein würdevoller Höhepunkt des Pfingstwochenendes zu werden. Geplant sind zudem jeweils eine Ausstellung zur Reformation in Siebenbürgen sowie über die Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen. Von der Reformation inspiriert ist nicht zuletzt das Motto des Heimattages 2017, es lautet: „Verändern – erneuern - wiederfinden“. Mitgestaltend engagiert sich ebenso die Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD e.V. (Hilfskomitee), deren Vorsitzender Prof. Dr. Berthold Köber an der Heimattagausschusssitzung in München teilnahm.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nimmt teil

Die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen möchte als Mitausrichter des Pfingsttreffens in Dinkelsbühl das Veranstaltungsprogramm in vielfältiger Weise bereichern, kündigte der NRW-Landesvorsitzende und Stellvertretende Bundesvorsitzende Rainer Lehni an, sei es bei der feierlichen Eröffnung, durch die starke Präsenz der Landesgruppe beim Trachtenumzug, mit zumindest einer Ausstellung („Frauen gestalten“ des Landesfrauenreferates NRW), einem Kronenfest als Brauchtumsveranstaltung, bei der Feierstunde an der Gedenkstätte oder den Auftritten von Kulturgruppen und Blaskapellen. Zu Ehren der vor 60 Jahren vom Land Nordrhein-Westfalen übernommenen Patenschaft hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ihre Teilnahme bereits zugesagt. Überdies wird eine Festveranstaltung zugleich der Patenschaft und dem Reformationsjubiläum gewidmet sein.

Die Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD) wird traditionsgemäß vielfältige Programmakzente setzen und darüber hinaus einen wertvollen Beitrag bei der Organisation dieser Großveranstaltung erbringen. Seitens der Sitzungsteilnehmer mit anerkennendem Applaus bedacht wurde der wenige Tage zuvor auf dem 11. Jungsachsentag am 29. Oktober in Pfungstadt (siehe Wählen, Tanzen und Feiern – Jungsachsentag, Wettbewerb und Herbstball der SJD) gewählte Bundesjugendleiter Edwin-Andreas Drotleff. Seitens der Sektion Karpaten des DAV verlautete die Absicht, eine gemeinsame Veranstaltung mit der SJD auszurichten. Bundeskulturreferent Hans-Werner Schuster hob aus der Fülle an geplanten Kulturveranstaltungen insbesondere die Kunstausstellung mit Arbeiten der Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturpreisträgerin 2016 Sieglinde Bottesch hervor.

Kritisch angesprochen wurden im Zusammenhang mit dem Trachtenumzug am Pfingstsonntag die auch wieder im letzten Jahr zu bemerkenden Verstöße gegen das korrekte Tragen von Trachten. Die Stellvertretende Bundesvorsitzende Doris Hutter wies beispielhaft hin auf offen getragene Haare, Sonnenbrillen und Modeschmuck, helle Schuhe etc. Die Gruppenleiter sollen daher im Vorfeld nochmals eindringlich sensibilisiert werden, um ihr Bewusstsein und das der Umzugsteilnehmer zu schärfen für das regelkonforme Tragen unserer Tracht gerade bei diesem so traditionsreichen Ereignis. Der Streckenverlauf des Trachtenumzuges wird 2017 der gleiche sein wie im vergangenen Jahr. Unverändert bleibt auch der Abzeichenpreis bei 10 Euro, informierte Bundesgeschäftsführer Erhard Graeff, für Verbandsmitglieder werde sich der Preis wie 2016 wieder reduzieren in Form eines Gutscheines über 2 Euro.

Die nächste Sitzung des Heimattagausschusses findet vor der Frühjahrssitzung des Bundesvorstandes Anfang März 2017 in München statt.

Christian Schoger

Schlagwörter: Heimattag 2017, Dinkelsbühl, Heimattagausschuss, München, Sitzung, Reformation, Patenschaft, Nordrhein-Westfalen, Jubiläum, Hannelore Kraft, SJD, EKR, Hilfskomitee

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