29. Januar 2008

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Dialog mit der hessischen Landesregierung

Seit dem Jahre 2000 empfängt der hessische Ministerpräsident Roland Koch die Vertreter des Bundes der Vertriebenen (BdV) und der Landsmannschaften zu einem Neujahrsgespräch, neuerdings in der repräsentativen Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden. Politik und Vertriebene nutzten die Zusammenkunft am 14. Januar für einen intensiven Dialog und versuchten, ihre jeweiligen Anliegen voranzubringen.
Entgegen früheren Gepflogenheiten, wurde die Veranstaltung diesmal nicht vom Ministerprä­sidenten persönlich eröffnet, sondern von der hessischen Sozialministerin Silke Lauten­schlä­ger, assistiert von Kultusministerin Karin Wolff. Anwesend waren auch Staatssekretär Dirk Metz sowie der Hauptorganisator Rudolf Friedrich, Landesbeauftragter für Heimatver­triebene und Spätaussiedler. Ministerpräsident Roland Koch, CDU-Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen am 27. Januar, erschien erst am Schluss der Veranstaltung. Gesundheitlich vom Wahlkampf gezeichnet, entschuldigte Koch sein Ausbleiben: „Erst mal muss ich um die eigene Stimme ringen, dann erst um die der anderen!“ Kurz und prägnant bedankte er sich für das zahlreiche Erscheinen sowie für die von den Vertriebenen­verbänden geleistete Integrationsarbeit. Insbe­sondere zeigte er sich erfreut, „dass die gesellschaftliche Verankerung der Vertriebenen und Spätaussiedler gestiegen“ sei. Landesbeauftragter Rudolf Friedrich, ...Landesbeauftragter Rudolf Friedrich, Ministerpräsident Roland Koch, Sozialministerin Silke Lautenschläger (vorne) mit den Vertretern der Vertriebenenverbände. Schon vor dem Schlusswort des Ministerpräsi­denten waren die angesprochenen Themen konsequent abgearbeitet, Fragen qualifiziert be­antwortet sowie Anregungen der Vertriebenen und Aussiedler offen angenommen worden. Auch wenn man die Absicht der Politik in Rechnung stellt, sich zu Wahlkampfzeiten in besonders hellem Licht darzustellen, bleiben genügend po­sitive Fakten erwähnenswert. Zum einen hat die hessische Landesregierung die Patenschaft für die Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ übernommen und die Mittel hierfür um 100 000 Euro im Ansatz und 200 000 Euro aus Ver­pflich­tungsermächtigungen er­höht. Zum zweiten wurden die Haushalts­an­sätze für so genannte Inte­grationslotsen (-hel­fer) auch in diesem Jahr gehalten bzw. erhöht. Zum dritten wird an den hessischen Schulen das Thema Flucht und Ver­treibung aus deutschen Ostgebieten verstärkt unterrichtet. Die Nachfrage nach den diesbezüglichen „Handrei­chungen für Lehrer“ ist so ge­stie­gen, dass ein Nachdruck von 3 500 Exem­plaren erforderlich wurde.

Siebenbürger Sachsen gestalten Schülerwettbewerb 2008 mit

Die Vertriebenvertreter haben insgesamt An­lass, für zuteil gewordene Unterstützung zu dan­ken. Dies gilt auch für die Landesgruppe Hessen des Verbandes der Siebenbürger Sach­sen. Deren Vorsitzender, Wilhelm Folberth, bedankte sich wärmstens für die Möglichkeit, das Konzept und die Realisierung des hessischen Schülerwett­bewerbs für 2008 „Europa wächst – mach mit! Willkommen Rumänien und Bul­ga­rien!“ mitzugestalten. Dieser Mitarbeit habe die siebenbürgische Landesgruppe große Be­deu­­tung beigemessen und sei mit den erzielten Ergebnissen sehr zufrieden.

l ...Initiiert wurde der Wettbewerb von der „Hes­sischen Landeszentrale für politische Bildung“. Darin werden Schüler zweier Altersstufen (Klas­sen 6-8; 9-12) durch konkrete Themenstellun­gen aufgefordert, sich mit dem jeweiligen Land und seinen Bewohnern näher zu beschäftigen. Für uns war es wichtig, Geschichte und Leis­tungen der Siebenbürger Sachsen deutlich zum Ausdruck zu verhelfen. Im Rahmen der Mög­lichkeiten ist dies zweifelsohne gelungen. Dabei ha­ben wir sicher auch von der Tatsache profitiert, dass Hermannstadt – zusammen mit Lu­xemburg – im letzten Jahr Europäische Kultur­hauptstadt war. Das Redaktionsteam war allerdings von Anfang an offen für das Schicksal der Siebenbürger Sachsen. Das Vorwort zum Wett­bewerb ist unterzeichnet – welch symbolische Kraft! – vom Präsidenten des Hessischen Land­tages Norbert Kartmann, dem Sohn eines Sie­benbürgers aus Hetzeldorf.

Ein Gewinn für alle Schüler

Da die Beschäftigung mit den Themen des Wettbewerbs sicherlich einen Gewinn für die Schüler darstellen wird, fordern wir insbesondere alle Siebenbürger Sachsen in Hessen auf, ihre Kinder zur Teilnahme anzuregen und ihnen bei der Bewältigung der gestellten Aufga­ben aktiv zu helfen. Wissen über Siebenbürgen und siebenbürgisches Selbstbewusstsein stellen sich nämlich nicht von selbst ein, beide müssen von jeder Generation neu erarbeitet werden. Der Wettbewerb steht nicht nur der Schulju­gend, sondern auch anderen Jugendgruppen offen.

Meine Erfahrung hieraus: Die Förderung unserer Interessen kann nicht auf Geldbeträge seitens einer Landesregierung reduziert werden. Es ist mindestens genau so wichtig, uns angebotene Möglichkeiten zur Mitarbeit im öf­fentlichen Raum entschieden und konstruktiv wahrzunehmen.

Wilhelm Folberth


Teilnahmebedingungen und Kontakt:
Hessische Landeszentrale für politische Bildung
Frau Birgit Schulz
Taunusstraße 4-6
65183 Wiesbaden
Telefon: (06 11) 32 40 03
E-Mail: b.schulz [ät] web.de
Internet: www.hlz.hessen.de

Schlagwörter: Jugend, Hessen, Wettbewerb

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