14. Januar 2013

Nationaltrainer für Skeleton

Der gebürtige Mediascher Willi Schneider aus Waldkraiburg hat als aktiver Skeleton-Sportler unzählige Titel errungen und etliche Rekorde aufgestellt. Nachdem er als Enddreißiger vor zehn Jahren mit dem aktiven Sport aufgehört hatte, widmete sich der sympathische Siebenbürger Sachse dem Traineramt und wurde darin erfolgreich. Die kanadische Nationalmannschaft führte er 2006 in Turin und 2010 in Vancouver zu olympischen Medaillen – unter anderen auch Goldmedaillen; auch die amerikanische Nationalmannschaft brachte er auf Vordermann. Nun wurde Willi Schneider zum Cheftrainer der russischen Nationalmannschaft ernannt und soll nächstes Jahr bei der Heimolympiade in Sotschi dafür sorgen, dass Russland golden glänzende Medaillen gewinnt.
Willi Schneider hat seine sportliche Karriere als Radfahrer begonnen. Ende der 1980er Jahre kam er eher zufällig zum Skeleton, einer Disziplin, die damals nicht olympisch war. Schneider gewann in seiner aktiven Zeit neun deutsche Meistertitel, errang den Weltcup und wurde sogar Weltmeister in St. Moritz. In dieser Zeit hoffte er immer darauf, dass Skeleton wieder olympische Disziplin werden würde. 2002 in Salt Lake City wurde Skeleton wieder (nach 1928 und 1948) als olympische Disziplin zugelassen. Der Traum von Willi Schneider schien sich endlich zu erfüllen. Eine böse Erkältung hinderte ihn jedoch daran, auf einen Spitzenplatz zu rasen; es wurde ein beachtlicher neunter Platz. Immerhin war Schneider nun nicht mehr nur deutscher Meister, Weltmeister oder Weltcupgewinner, sondern eben auch Olympiateilnehmer. Zahlreiche Ehrungen der Stadt Waldkraiburg bzw. des Freistaates Bayern – Schneider erhielt aus der Hand des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber einen bayerischen Porzellanlöwen – waren die Folge.
Der russischen Olympia-Mannschaft stellt Willi ...
Der russischen Olympia-Mannschaft stellt Willi Schneider nicht nur seine Erfahrung als Trainer, sondern auch sein Know-how als Schlittenbauer in seinem neuen Vollzeitjob zur Verfügung. Foto: Waldkraiburger Nachrichten
Was er als aktiver Sportler nicht schaffte, das gelang ihm aber, nachdem er seine aktive Karriere beendet hatte, als Trainer. Die Kanadier hatten schon längst bemerkt, dass sie von dem Waldkraiburger profitieren könnten, vor allem, weil er seine Schlitten immer mehr selbst baute und ein riesiges Know How zu Kufen und Eis gesammelt hatte. Dieses Engagement hatte zur Folge, dass die Kanadier 2006 in Turin drei Medaillen und 2010 bei der Olympiade zu Hause in Vancouver auch drei Medaillen gewannen. Der Medaillenschmied hieß ein ums andere Mal Willi Schneider. Dies wiederum blieb den Amerikanern nicht verborgen, und so kam es, dass Schneider sein Wissen auch an die amerikanischen Sportler weitergab, allerdings nur über einen überschaubaren Zeitraum.

Schneider hatte sich schon mit dem Gedanken angefreundet, dass nun endgültig Schluss sei mit Wettbewerben und Rennen, dass er endlich mehr Zeit für seine Frau Alexandra und die Söhne Tobias und Mick haben würde, als ihn im letzten Herbst völlig überraschend der Anruf des russischen Verbandspräsidenten erreichte, der ihm ein Angebot unterbreitete, das er nicht ausschlagen konnte. Ein gutes Jahr bleibt Willi Schneider nun Zeit, mit einem Team von sechs bis sieben Betreuern, Trainern, Medizinern die russischen Wintersportler vorzubereiten, damit nächstes Jahr bei der Olympiade in Sotschi hoffentlich goldene Medaillen glänzen werden.

Herbert Liess

Schlagwörter: Sport, Mediasch, Porträt

Bewerten:

17 Bewertungen: ++

Noch keine Kommmentare zum Artikel.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.