31. März 2014

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„Turnvater von Drabenderhöhe“

Für jahrzehntelanges Engagement im sportlichen Bereich und in der Brauchtumspflege wurde Jürgen Brandsch-Böhm mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Bevor Hagen Jobi, Landrat des Oberbergischen Kreises, die Verdienstmedaille überreichte, begrüßte Adda Grün, Vorsitzende des BV 09, im Kulturhaus Drabenderhöhe-Siebenbürgen zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen Werner Becker-Blonigen (Bürgermeister der Stadt Wiehl), Kreisdirektor Jochen Hagt (Vorsitzender Kreissportbund), Harry Janesch (Ehrenvorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen), die Ehefrau des Geehrten, Christa Brandsch-Böhm, sowie seine Kinder, „die bei all den lebhaften Aktionen von Jürgen dabei sind und ihn unterstützen“.

Nachdem Hagen Jobi in einer Laudatio die Verdienste von Jürgen Brandsch-Böhm gewürdigt und seinem siebenbürgischen Landsmann den Verdienstorden ans Revers geheftet hatte, hagelte es Worte des Lobes und des Dankes an den Ordensträger.

„Diese Auszeichnung stellt nicht nur etwas ­Besonderes dar, sie ist auch gerechtfertigt“, erklärte Kreisdirektor Jochen Hagt. Becker-Blonigen bescheinigte Brandsch-Böhm, bei Diskussionen „ein harter Knochen“ gewesen zu sein. Dabei habe er sich verlässlich, treu und durch eiserne Vorgehensweise ausgezeichnet. Er habe durch seine sportlichen und kulturellen Aktivitäten viel zur Integration der Siebenbürger beigetragen.

Enni Janesch, Vorsitzende der Kreisgruppe Drabenderhöhe im Verband der Siebenbürger Sachsen, dankte Brandsch-Böhm für seinen unermüdlichen Einsatz unter anderem als Nachbarvater und bei der Betreuung von Jugendgruppen, mit denen er über 30 Jahre den Heimattag in Dinkelsbühl besuchte und bereicherte. Der „Turnvater von Drabenderhöhe“ sei unbeirrbar seinen Weg gegangen, wobei er nicht immer bequem gewesen sei, war hier und da den Worten des einen oder anderen Gratulanten zu entnehmen. Jedoch seien sein Engagement, sein Mut und seine Durchhaltekraft aus der Gemeinschaft nicht wegzudenken.

Dabei sei „der Allroundsportler“ stets Vorbild für Nächstenliebe und Toleranz, betonte für den BV 09 Harro Schuller, der mit Adda Grün durch das Programm führte, das mitgestaltet wurde vom Akkordeon-Ensemble unter Leitung von Edeltraude Gündisch-Wagner. Höhepunkte waren die Auftritte der Turnerinnen „Macarenas“ sowie die Sportvorführung der fliegenden Höher Jungs „Flugshow auf dem AirTrack“.Ehrung in Drabenderhöhe, von links: Landrat Hagen ...Ehrung in Drabenderhöhe, von links: Landrat Hagen Jobi, Jürgen Brandsch-Böhm und Ehefrau Christa. Foto: Christian Melzer „Er hat sich immer stark für die Jugend vor Ort eingesetzt und auch mein Leben bereichert“, erzählte Ilka Ruland aus dem Altdorf. Sie habe 1995 ihre erste Freizeit mit der Familie Brandsch-Böhm und einer siebenbürgischen Jugendgruppe in Lindlar verbracht, „wo wir die tollsten Sachen gemacht haben“. Komisch habe sie nur gefunden, dass sie dafür in die Landsmannschaft eintreten musste. Aber – Gemeinschaft und Freizeit faszinierten sie so sehr, dass sie später selbst siebenbürgische Freizeiten durchführte und bis zur Landesjugendleiterin NRW aufstieg.

Sohn Lutz Brandsch-Böhm betonte in seinen Glückwünschen, dass es „bei uns zu Hause so ähnlich wie in den Vereinen zuging: lebhaft und wuselig“.

Jürgen Brandsch-Böhm prägte seit 1970 die Geschicke des BV 09 Drabenderhöhe mit, der heute 20 Gruppen und über 1000 Mitglieder zählt. Er stellte seine Kräfte unter anderem als Vorsitzender, Geschäftsführer, Übungsleiter, ­Wander-, Turn- und Sportabzeichenwart zur Verfügung, absolvierte diverse Aus- und Weiterbildungen. 2008 gründete er die Abteilung Leichtathletik, übernahm 2010 die Kursleitung der Offenen Ganztagsschule Drabenderhöhe für Großtrampolinspringen. Von 1992 bis 2005 engagierte er sich im Turnverband Aggertal/Oberberg.

1966 zog er mit seiner Familie von Berlin nach Drabenderhöhe, stellte sich sogleich in den Dienst der Nachbarschaft, wurde stellvertretender Siedlungsreferent der Kreisgruppe der Siebenbürger Sachsen, kümmerte sich um die Öffentlichkeitsarbeit, war Kreisgruppenkassierer und Kassenwart. Als Jugendreferent setzte er sich besonders für die Kooperation mit den örtlichen Sportvereinen und die Erweiterung der Jugendarbeit ein. Jährlich führte Brandsch-Böhm Jugendfreizeiten von der Planung über die Finanzierung bis zur Abrechnung durch. Seit 1982 unterstützt er als Vorstandsmitglied die Arbeit der „Gemeinschaft evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben“ (Hilfskomitee), das jungen Menschen in Rumänien eine deutschsprachige Ausbildung ermöglicht. Pfarrer i.R. Kurt Franchy bescheinigte in seinen Glückwünschen, dass Brandsch-Böhm „akribisch auf die Zahlen“ gesehen habe.

Bereits 1979 erhielt Brandsch-Böhm die Verdienstnadel in Gold des Verbandes der Siebenbürger Sachsen und 1995 den Siebenbürgisch-Sächsischen Jugendpreis.

Ursula Schenker

Schlagwörter: Drabenderhöhe, Auszeichnung, Ehrenamt, Porträt

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