2. Juli 2012

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Junge Generation spielt Mundartstück bei Arbegener Treffen

Am 12. Mai 2012 fand in den Mainfrankensälen Veitshöchheim das 15. Arbegener Treffen statt. Höhepunkt war die Aufführung des Theaterstücks „Am zwin Krätzer“ von Anna Schuller-Schullerus, das von zehn jungen Siebenbürgerinnen und Siebenbürgern aufgeführt wurde.
Es spielten: Gesch, reicher Bauer (Patrick Schuller); Fichen, Geschs Frau (Isabelle Schoger); Enno, Geschs Schwägerin (Antonia Melzer); Mierten, Ennos Verehrer (Thomas Schoger); Tummes, Miertens Pate (Marius Auner); Nikes, Nachbarin (Anna Schässburger); Majo, Ennos Schwester (Sarah Stühler); Hans, Nachbarsbursche (Benett Rampelt); Nachbarinnen (Anna Endörfer, Hanna Stühler). Hinter der Bühne wirkten Ingrid Melzer und Roswitha Schässburger.



Doch wie kam es dazu? Im Sommer 2011, zum ersten Arbegener Treffen in Arbegen, strömten gut 220 Menschen in ihre alte Heimat. Das Treffen wurde ein riesiger Erfolg. Die meisten Familien konnten in ihren ehemaligen Häusern wohnen und leben wie vor ihrer Ausreise nach Deutschland. Die Kühe zogen abends ihre Bahnen und auf der Straße trafen sich die Nachbarn und plauderten. Auch für die jüngere, in Deutschland geborene Generation hatte sich die weite Reise gelohnt. Viele waren zum ersten Mal in Siebenbürgen und hatten die Gelegenheit, das Land für sich zu entdecken und besser zu verstehen, wo sie herkommen. Während die Erwachsenen die Abende im Hof mit ihren Jugendfreunden verbrachten, schlossen die Jüngeren ebenfalls Freundschaften. Eine Gruppe von zehn Jugendlichen kam auf die Idee, zum nächsten Arbegener Treffen in Würzburg etwas beizusteuern und ein sächsisches Theaterstück einzustudieren und vorzuführen. Es war ein weiter Weg dorthin, denn nicht nur der sächsische Dialekt, den keiner von Geburt an zu Hause spricht, war ein großes Hindernis, sondern auch die Entfernung der Freunde innerhalb Deutschlands. Doch dadurch, dass sich die Gruppe untereinander sehr motivierte und die Eltern das Projekt tatkräftig unterstützten, lernte jeder zu Hause fleißig den Text. Bei den zwei gemeinsamen Proben an Silvester und Ostern bekam das Stück dann immer mehr Leben.Theatergruppe der Arbegener Jugend mit den ...Theatergruppe der Arbegener Jugend mit den Jugendbeauftragten Roswitha Schässburger und Ingrid Melzer (links). Foto: Christian Melzer Am 12. Mai war es soweit. Auf der Bühne in Veitshöchheim wurde aus ein paar Stellwänden eine sächsische Stube mit Roken, Spinnrad, Herd und allem, was dazugehört. Das Publikum konnte Erinnerungen aufleben lassen. Hinter der Bühne herrschten Anspannung und Lampenfieber pur, und das nicht nur bei den Jungschauspielern, sondern auch bei den Eltern. Doch auf der Bühne spielten die jungen Künstler ihre Rollen mit offensichtlicher Freude und wurden belohnt mit kräftigem Applaus.

Im Anschluss fand ein Aufmarsch von ungefähr 70 Trachtenträgern, darunter vor allem viele Jugendliche und Kinder, begleitet von der Trachtenkapelle aus Würzburg, statt. Franz Schneider, selbst Arbegener, sorgte mit seiner Band für stimmungsvolle Unterhaltung bis spät in die Nacht. Es war ein gelungenes Fest, das bewiesen hat, dass die junge Generation Traditionen gerne aufgreift und zu schätzen weiß. Wie Pfarrer Felmer in seiner Predigt bei dem Gottesdienst am Morgen sagte: „Jung ist, wer mehr Träume als Erinnerungen hat.“

Jacqueline Melzer

Schlagwörter: Arbegen, Treffen, Mundart, Theater, Jugend

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