19. März 2008

Gerda Bretz zum vierten Mal Stadträtin in Geretsried

Gerda Bretz wurde mit 3 618 Stimmen zum vierten Mal auf der Liste der Christlich-Sozialen Union (CSU) zur Stadträtin in Geretsried gewählt. Die Siebenbürger Sächsin will sich in den nächsten sechs Jahren weiterhin für die Aussiedlerintegration, den Bau eines Heimatmuseums, die Verlängerung der S-Bahn nach Geretsried und um die Pflege der Städtefreundschaften einsetzen. Bretz ist übrigens die Einzige der in der Siebenbürgischen Zeitung vom 20. Februar, Seite 4, vorgestellten und vornehmlich für die CSU aufestellten Kandidaten, die den Sprung in einen bayerischen Stadtrat schaffte.
Bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008 mussten die großen Parteien bayernweit starke Verluste hinnehmen. Die CSU fuhr mit nur 40 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 42 Jahren ein. Die SPD rutschte mit nur noch 22,6 Prozent auf ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegszeit ab, setzte sich aber in den beiden größten Städten, München und Nürnberg, souverän durch. Gewinne verzeichneten die Freien Wähler (von 15,5 auf 19 Prozent), Bündnis 90/Die Grünen und die FDP.

Gewählt wurden vor allem Namen und nicht mehr so sehr Parteien. Ihren hohen Zuspruch verdankt Gerda Bretz vor allem den 3 000 in Geretsried lebenden Siebenbürger Sachsen. Seit 1981 ist sie als Kassenwartin im Vorstand der Kreisgruppe Bad Tölz/Wolfratshausen aktiv. Von dem landsmannschaftlichen Verband wurde sie bereits mit dem Silbernen und Goldenen Ehrenwappen der ausgezeichnet. Für die Betreuung und Eingliederung ihrer Landsleute und anderer Aussiedler hat sie sich ebenso stark gemacht wie für alle Bürger der Stadt Geretsried, mit denen sie das Gespräch sucht, um ihre Anliegen kennenzulernen.

Gerda Bretz, CSU-Stadträtin in Geretsried. ...
Gerda Bretz, CSU-Stadträtin in Geretsried.
Gerda Bretz wurde am 5. Januar 1943 in Großlasseln geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die Allgemeinschule besuchte sie im Heimatort und das Gymnasium in Agnetheln. Nach der Ausbildung zur Buchhalterin in Kronstadt war sie zunächst ein Jahr in Elisabethstadt und Schäßburg in diesem Beruf tätig, bevor sie 1966 den Berufsmusiker Wilhelm Bretz (Horn) heiratete und ihm nach Bukarest folgte. 1978 nutzte sie eine Auslandsreise, um in Deutschland zu bleiben. Hier bildete sie sich zur Finanzbuchhalterin fort und übte ihren Beruf von 1979 bis zur Verrentung im Jahr 2005 in einem pharmazeutischen Unternehmen in Geretsried aus.

Die Anregung, sich politisch zu engagieren, kam ausgerechnet von ihrem Sohn, der in der Jungen Union aktiv war: 1989 trat Gerda Bretz in die CSU ein und schaffte 1990 auf Anhieb den Sprung in den Stadtrat. Hier ist sie, aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung, geradezu prädestiniert im Haupt- und Finanzausschuss mitzuwirken. Die Chancen stehen gut, dass sie im Mai 2008, wenn die neue Legislaturperiode beginnt, wieder in diesen einflussreichen Ausschuss gewählt wird. Bei den jüngsten Wahlen hat die CSU in Geretsried zwar drei Sitze verloren, bleibt aber mit zwölf Sitzen weiter mit Abstand stärkste Fraktion des Stadtparlaments. Gerda Bretz erzielte 3.618 Stimmen und ist damit die zehnte unter 30 Stadträten.

Auch in anderen Gremien ist Bretz ehrenamtlich vielseitig aktiv. Als stellvertretende Vorsitzende der Union der Vertriebenen, Bezirksverband Oberbayern, bietet sie – gemeinsam mit dem Vorsitzender, ihrem Landsmann Andreas Orendi – beispielsweise Deutschkurse für Russlanddeutsche an. Schatzmeisterin ist sie im Vorstand der Bayerisch-Siebenbürgischen Gesellschaft e.V. und im Ortsverband Bad Tölz-Wolfratshausen der Union der Vertriebenen. Nicht zuletzt engagiert sich die Siebenbürger Sächsin im Vorstand der CSU Geretsried und der Frauenunion Geretsried.

S. B.

Schlagwörter: Politik, Kommunalpolitiker, Wahlen, Bayern

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