9. Juli 2024

Kreisgruppe Bonn: Staatsgeheimnis und Straußen-Steak

Am 16. Juni fuhren 32 Mitglieder der Kreisgruppe Bonn, wie immer unter der bewährten Führung des Ehepaars Agnes und Johann Melchior, zum „Regierungsbunker“, offizieller Name „Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland in Krise und Krieg“.
Die Bonner Reisegruppe vor dem Bus Fotos: p.z. ...
Die Bonner Reisegruppe vor dem Bus Fotos: p.z.
In einer 20 km langen Tunnelanlage verbarg sich unter den Weinbergen zwischen Ahrweiler und Dernau das einst geheimste Bauwerk der Bundesrepublik Deutschland. In die Planung, die bis in das Jahr 1950 zurückreicht, war der damalige Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer von Anfang an mit einbezogen. Die Wende erweckte dann die leider falsche Hoffnung, dass Bauwerke dieser Art nicht mehr gebraucht würden, und so öffnete der Regierungsbunker im Ahrtal seine atombombensicheren Tore im März 2008 als Museum. Was allerdings nach 1989 auch ans Tageslicht kam, war die Tatsache, dass man in der DDR über Ort und Funktion des Bunkers, trotz aller Geheimhaltung, genau Bescheid wusste. Träger der Dokumentationsstätte ist der Heimatverein „Alt-Ahrweiler“. Man zeigt Teilbereiche des Bauwerks, und in einer ca. neunzigminütigen Führung durch diese unterirdische Welt erhielten wir Einblick in die Originalschauplätze und erfuhren spannende Geschichten aus der damaligen Zeit.
Eingang zum Regierungsbunker durch einen 50 m ...
Eingang zum Regierungsbunker durch einen 50 m dicken „Verschlusspfropfen“
Federführend für den Bau war das Bundesinnenministerium, das sich nach langer Standortsuche für zwei (unvollendete) Eisenbahntunnel durch das Ahrgebirge entschied. Mit der Fertigstellung im Jahr 1971 war die Anlage auf 17,3 km gewachsen, mit einer Geländeüberdeckung von 110 m, und umfasste 936 Schlaf- und 897 Büroräume, u.a. das Zimmer des Bundeskanzlers, den Raum für das Bundespräsidialamt oder den Ausschuss von Bundestag und Bundesrat. Erstaunlich waren die „spartanische“ Ausstattung aller Bereiche und die sehr knapp bemessenen Größen der Räumlichkeiten. Wir konnten nachempfinden, wie beklemmend die jährlich anberaumten, verpflichtenden „Übungen“ gewesen sein mussten, die bis zu sechs Wochen lang dauern konnten.

Ganz in der Nähe liegt auch Deutschlands vermutlich größte Straußenfarm. Der Besuch bei den Straußen in Remagen ließ uns richtig aufatmen. Das 27 Quadratkilometer große Gelände, auf dem etwa 500 Strauße aller Altersstufen gehalten werden, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Wir fuhren mit einem „Bimmelbähnchen“ durch die Anlage und erhielten Informationen über die Lebensweise dieser Riesenvögel. Beeindruckt waren wir auch von den großen Eiern in den Brutapparaten, und sogar das Schlüpfen eines Jungvogels konnten wir teilweise beobachten. Im Restaurant verzehrten wir zu Mittag Gerichte aus Straußenfleisch und besuchten danach den Hofladen.
Eingang zur Straußenfarm Remagen ...
Eingang zur Straußenfarm Remagen
Vor dem Bus bauten Damen aus Tekes dann mit dem Beistand unseres bewährten Fahrers Georg Melchior (ebenfalls aus Tekes) ein üppiges Kuchenbüfett auf, das uns alle guten Vorsätze bezüglich Abnehmens vergessen ließ. Dermaßen gut versorgt, fuhren wir dann wieder Richtung Bonn.

Wir danken unseren fleißigen Reiseorganisatoren für den wieder einmal hervorragend geplanten Ausflug und dem Busfahrer für seine umsichtige Fahrweise.

p.z.

Schlagwörter: Bonn, Reisebericht

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