21. April 2011

Herausragende Ballerina: Zum Tod von Ingeborg Schnell-Statnic

Am 14. August 1931 in Hermannstadt geboren, verbrachte Inge Schnell eine glückliche Kindheit auf der Konradwiese und in der Heidengasse. Sie besuchte das Evangelische Mädchengymnasium und erlernte von 1941 bis 1948 bei der Ballettmeisterin Mercedes Pavelici-Goritz die Kunst des klassischen Tanzes. Ihrer Lehrerin folgend, zog sie 1949 nach Temeswar und arbeitete sich an der dortigen Oper im Ballettkorps bis zur so genannten Koryphäe und Mitte der 50er Jahre zur lyrischen Primaballerina hoch.
So stand sie auf der Opernbühne – ehrenamtlich auch am Temeswarer Deutschen Theater – auf der höchsten Stufe ihres Könnens. Sie glänzte dann auch auf den Bühnen in Kronstadt (1958-1959), Bukarest (1962-1973), Sofia, Kiew und München. 1957 stieg sie in einer Reihe mit Irinel Liciu (Bukarest) und Larissa Şorban (Klausenburg) zur Spitze des rumänischen Balletts auf.

Inge Schnell-Statnic ist dabei immer eine echte Siebenbürger Sächsin geblieben: fleißig und bescheiden, manchmal stur, aber immer grundehrlich und gerecht. Sie hat sich nicht unterwerfen lassen während ihrer Erfolgszeit in Rumänien, wo sie als Deutsche neben Bewunderung auch Neid und Diskriminierung ertragen musste.

Ingeborg Schnell-Statnic 1957 in der Bukarester ...
Ingeborg Schnell-Statnic 1957 in der Bukarester Oper.
Noch in Temeswar hatte sie den international anerkannten Ingenieur, Wissenschaftler und Erfinder im Bereich der Elektronik, Eugen Statnic, geheiratet, dem sie 55 Jahre in glücklicher Ehe verbunden blieb.

Mit der Übersiedlung nach Deutschland 1980 fand sie neue Betätigungsfelder im Rahmen der Evangelischen Kirchengemeinde in München-Aubing, wo sie im Chor mitwirkte, Gymnastikgruppen leitete und sich ehrenamtlich auf vielfältige Weise für bedürftige Menschen engagierte. Ihre höchste Aufgabe hat sie in der Familie gesehen und die Kinder Carina, Ingemar und Axel in Liebe und für die Gesellschaft erzogen. Inzwischen gibt es auch vier Enkelkinder.

Die Klassentreffen mit den Schulfreundinnen aus Hermannstadt haben ihr viel Freude bereitet. So konnte sie nach 40, 50 und 60 Jahren nach dem Schulabschluss mit der Seele in der alten Heimat Siebenbürgen sein. Inge Schnell-Statnic starb am 7. März 2011 in München. Sie ruht auf dem Friedhof in München-Obermenzing.

Schlagwörter: Nachruf, Tanz

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