1. Januar 2014

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Dokumentarfilm-Premiere in Berlin und ARD: Freikauf der Deutschen unter Ceauşescu

Der Dokumentarfilm „Deutsche gegen Devisen – Ein Geschäft im Kalten Krieg“ des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) beleuchtet ein bisher wenig bekanntes Kapitel der Geschichte der kommunistischen Diktaturen. Mehr als 20 Jahre lang gab es zwischen der Bundesrepublik und Rumänien einen geheimen Deal: Diktator Nicolae Ceauşescu ließ Rumäniendeutsche im Kalten Krieg gegen Zahlung eines Kopfgeldes nach Deutschland ausreisen.
Die „Geheimsache Kanal“, wie sie in Bonn genannt wurde, kostete die Bundesrepublik Milliardenbeträge. Dem Regime in Bukarest halfen die Devisen, die Staatsschulden zu tilgen. Rund 250000 Menschen verließen ihre Heimat, es war der Großteil aller Deutschen in Rumänien. Über 800 Jahre hatten ihre Vorfahren in Siebenbürgen und im Banat gelebt. Die bundesdeutsche Öffentlichkeit erfuhr vom größten Freikauf der Geschichte nichts. Ceauşescu hatte äußerste Geheimhaltung abverlangt, die Welt sollte nicht erfahren, dass Rumänien einen Handel mit seinen Bürgern betrieb.

Selbst im Bonner Innenministerium waren nur wenige über die Operation informiert. Alleiniger Verhandlungsführer im Auftrag der Bundesregierung war der Düsseldorfer Anwalt Heinz Günther Hüsch. Zwischen 1968 und 1989 reiste er mehrere hundert Male zu Treffen mit dem rumänischen Geheimdienst Securitate, oft mit Koffern voll Geld und einer Pistole im Gepäck. 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs öffnet Heinz Günther Hüsch für die Dokumentation seine Archive und berichtet über die „Geheimsache Kanal“. Durch seine Unterlagen und Berichte kann ein weitgehend unbekanntes Kapitel des Kalten Krieges rekonstruiert werden. Politisch Verantwortliche von damals kommen in der Dokumentation ebenso zu Wort wie zahlreiche Rumäniendeutsche, die die Umstände ihrer Ausreise und die Geschichte ihrer Familien erzählen.

Filmpremiere ist am Mittwoch, den 8. Januar 2014, 18.00 Uhr, in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstraße 5, Berlin-Mitte. Veranstalter: Mitteldeutscher Rundfunk, Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Deutsche Gesellschaft e.V., Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei. Der Film „Deutsche gegen Devisen“ wird am 13. Januar 2014 um 23.30 Uhr erstmals im Programm der ARD ausgestrahlt.

Schlagwörter: TV-Tipp, Freikauf, Aussiedlung

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