1. Juli 2016

Gerhard Roth erhält Großen Österreichischen Staatspreis

Wien - Der österreichische Schriftsteller Gerhard Roth ist mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet worden. Den mit 30 000 Euro dotierten Preis überreichte Kunst- und Kulturminister Thomas Drozda dem 74-jährigen Autor am 29. Juni im Augustiner Lesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Der Präsident des österreichischen Kunstsenats, Josef Winkler, würdigte Roth in seiner Laudatio als „einen der bedeutendsten und international bekanntesten österreichischen Schriftsteller“, der seit über vier Jahrzehnten „unbeirrt und mit großer Besessenheit an seinem vielschichtigen und umfangreichen Werk arbeitet“.
In seiner Dankesrede sagte Roth vor dem Hintergrund der aktuellen Terrorgefahr und der Flüchtlingskrise: „Nirgendwo ist der Hass so verheerend wie zwischen monotheistischen Religionen. Hass ist ansteckend und Hass erzeugt Hass als Gegengift“. Als Gegenmittel plädierte der Schriftsteller dafür, die Wahrheit zur Sprache zu bringen: „Die Wahrheit ist eine unsichtbare Waffe, die im Laufe der Zeit - aber oft zu spät für die Betroffenen - ein todbringendes Geschwür wie eine Röntgenaufnahme erkennen lässt.“

Der 1942 in Graz geborene, äußerst produktive und vielfach ausgezeichnete (u. a. Alfred-Döblin-Preis) Autor (Hauptwerk: „Archive des Schweigens“) stammt väterlicherseits aus Siebenbürgen. In dem 2007 im S. Fischer Verlag erschienenen Roman „Das Alphabet der Zeit“ hält Roth auch Erinnerungen an seine siebenbürgische Großmutter Friederike fest, schildert etwa deren Übersiedlung aus Kronstadt nach Graz. In einem nachträglich veröffentlichten Anhang zum Roman ergänzt der Verfasser biografische Angaben zu seiner Familie und respektive dem in Reps geborenen Vater, der das Gymnasium in Mediasch besucht hat und später in Wien und Bologna Medizin studierte. Auf Wunsch seines Vaters hatte Gerhard Roth denn auch ein Medizinstudium begonnen, das er nach sechs Semestern allerdings abbrach, um Schriftsteller zu werden. Seit 1978 lebt Gerhard Roth als freier Schriftsteller abwechselnd in Wien und der Südsteiermark. Sein Sohn Thomas Roth ist Regisseur (u. a. Kinofilm Falco – Verdammt, wir leben noch) und Autor.

CS

Schlagwörter: Schriftsteller, Auszeichnung, Preis, Österreich, Graz, Roth, Reps, Kronstadt, Mediasch

Bewerten:

18 Bewertungen: ++

Noch keine Kommmentare zum Artikel.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.