31. Mai 2018

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„Farb-Rendezvous“ mit drei Damen/Acrylmalerei von „tri-art“ beim Heimattag

Zum ersten Mal wurde beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen eine Ausstellung in den Räumen des ehemaligen Museums der Stadt Dinkelsbühl im Spitalhof gezeigt – eine Premiere also, wie Hans-Werner Schuster, Kulturreferent des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, in seiner Einführung zur Ausstellung „Farb-Rendezvous“ betonte. Nicht zum ersten, sondern bereits zum dritten Mal nach 2002 und 2010 wurde Kunst von Hobbykünstlern beim Heimattag gezeigt.
Die Künstlergruppe „tri-art“ müsste eigentlich Künstlerinnengruppe heißen, besteht sie doch aus den 1953 und 1967 in Botsch geborenen Schwestern Susanne Karres und Carmen-Maria Jung sowie deren Tochter bzw. Nichte Anja Sabine Karres, die 1985 in Kitzingen das Licht der Welt erblickte. Die drei Frauen haben sich 2014 als „Familienbetrieb für Acrylmalerei“, wie sie sich selbst nennen, zusammengetan, besuchen seitdem regelmäßig gemeinsam Kurse an verschiedenen Kunstakademien und treffen sich, so oft es ihre Zeit und die unterschiedlichen Wohnorte erlauben, in einem zum Atelier umgebauten Stall im unterfränkischen Hoheim, „wo sie sich gegenseitig inspirieren, motivieren und auch kritisieren“, so Hans-Werner Schuster. Die drei Malerinnen seien „mit einer gehörigen Portion Nonkonformismus ausgestattet“ und hätten sich „voller Enthusiasmus“ aufgemacht, „ihre Werke erstmals der siebenbürgisch-sächsischen Öffentlichkeit zu präsentieren“. Tatsächlich haben die drei seit ihrer ersten gemein­samen Ausstellung in Mainstockheim 2014 ihre Bilder noch nie einem ausschließlich siebenbürgischen Publikum gezeigt.Anja Sabine Karres, Carmen-Maria Jung und Susanne ...Anja Sabine Karres, Carmen-Maria Jung und Susanne Karres (von links) bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im Rahmen des diesjährigen Heimattags. Foto: Hans-Werner Schuster Susanne Karres war nach Absolvierung des Pädagogischen Lyzeums in Hermannstadt (Päda) Grundschullehrerin in Nimesch und Mediasch und arbeitete nach der Aussiedlung 1983 bis 2017 als Erzieherin; ihre Leidenschaft für die Malerei wurde am Päda von Horst Zay geweckt. Carmen-Maria Jung war lange als Bürokauffrau und Physiotherapeutin tätig und ist jetzt als Flugbegleiterin in der Welt unterwegs; mit neun Jahren (noch in Siebenbürgen) gewann sie einen Zeichenwettbewerb und stellt seit 1992 aus, zunächst Aquarelle, inzwischen Acrylgemälde. Anja Sabine Karres machte nach dem Abitur am Zweig für Gestaltung der Nürnberger Fachoberschule verschiedene Praktika in der Kunstszene und schließlich eine Ausbildung zur Chemie-Ingenieurin; der Beruf gibt ihr die finanzielle Sicherheit, sich ihrer Leidenschaft, der Malerei, zu widmen. Alle drei malen vorwiegend abstrakt und setzen in ihren Bildern allein auf die Farbe; oft tragen sie diese nicht nur einfach auf eine Leinwand mit Kreidegrund (in letzter Zeit auch auf Holz) auf, sondern „modellieren“ den Untergrund, binden gefundene Gegenstände ein, geben ihm mit Sand oder anderen Zugaben Struktur oder präparieren ihn so, dass es zu Rissbildungen kommt. „Das alles hat Auswirkungen auf die aufgetragenen Acrylfarben, gibt der mal harmonischen, dann wieder kontrastreichen Farbpalette Farbtonkontraste, die mitunter noch mit Kontrasten zwischen feinem und dickem Farbauftrag, zwischen glatter und poröser Oberfläche, zwischen Hell und Dunkel betont werden – zusätzliche Valeurs“, konstatierte Hans-Werner Schuster, der gestand, dass es kein leichtes Unterfangen sei, die ausgestellten Werke einer der drei Künstlerinnen sicher zuzuordnen. „Zu ähnlich sind die Handschriften, zu stark die gegenseitigen Einflüsse.“Susanne Karres, Iris, 2017, Mischtechnik, 80 x ...Susanne Karres, Iris, 2017, Mischtechnik, 80 x 100 cm. Die derart gestalteten Bilder passten gut in die etwas angeranzten Gewölbe des ehemaligen Museums; nur ein wenig kühl war es hinter den dicken Mauern, so dass sich Carmen-Maria Jung und Anja Sabine Karres, die ihre Ausstellung selbst betreuten (Susanne Karres konnte wegen eines Bandscheibenvorfalls nur bei der Eröffnung anwesend sein), regelmäßig in der Sonne auf einer Bank im Spitalhof aufwärmen mussten. Zum Glück befand sich der Siebenbürgermarkt direkt vor der Tür, die Versorgung mit (festen und flüssigen) siebenbürgischen Spezialitäten war also kein Problem. Und verkaufen konnte „tri-art“ auch – unter anderen haben mindestens zwei Mitglieder des Bundesvorstands während des Heimattages Werke erworben. Wer auch etwas kaufen, sich einfach mal Bilder der drei Künstlerinnen ansehen oder mit ihnen in Kontakt treten möchte, kann das auf der gemeinsamen Facebook-Seite www.facebook.com/triart.kt tun.

Doris Roth

Schlagwörter: Heimattag 2018, Ausstellung, Hobbykünstler, Acryl, Gemälde, Frauen

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