14. Januar 2021

Neurobiologin Monyer erhält Lautenschläger-Forschungspreis

Heidelberg – Der aus Siebenbürgen stammenden, international renommierten Neurowissenschaftlerin Hannah Monyer wurde der Lautenschläger-Forschungspreis 2020 zuerkannt. Die festliche Verleihung des mit einem Preisgeld von 250 000 Euro höchstdotierten Forschungspreises eines privaten Stifters in Deutschland findet coronabedingt erst am 7. Mai an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg statt.
Erhält den Lautenschläger-Forschungspreis: Prof. ...
Erhält den Lautenschläger-Forschungspreis: Prof. Dr. Hannah Monyer. Bildquelle: Universitätsklinikum Heidelberg
Prof. Dr. Hannah Monyer (63) ist seit 1999 Ärztliche Direktorin der Abteilung für Klinische Neurobiologie am Universitätsklinikum, einer Brückenabteilung, die an der Medizinischen Fakultät Heidelberg, der Universität Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum angesiedelt ist. Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf den molekularen Mechanismen, die zu synchronen neuronalen Netzwerkaktivitäten führen und somit auch kognitive Prozesse wie Lernen und Erinnern ermöglichen. „Hannah Monyer verbindet auf diesem Gebiet intelligente Fragestellungen mit hochinnovativen experimentellen Ansätzen und scheut sich nicht, den Blick über die Grenzen ihrer eigenen Disziplin hinaus zu weiten, um den Geheimnissen der neuronalen Netzwerke auf den Grund zu gehen. Sie kann zu Recht als Pionierin einer modernen, in der Molekularbiologie verankerten systemischen Neuro- und Verhaltenswissenschaft bezeichnet werden“, würdigte der Preisstifter Manfred Lautenschläger die Preisträgerin. Die Wissenschaftlerin war federführend an mehreren bahnbrechenden Entdeckungen beteiligt, insbesondere zu den sogenannten hemmenden Inter- und Projektionsneuronen, den „Taktgebern“ des Gehirns. In jüngerer Zeit gilt ihr Forschungsinteresse insbesondere der Funktion spezifischer hemmender Interneurone in neuronalen „Schaltkreisen“, die bis hin zur Verhaltensebene Wirkung entfalten.

Der von dem Unternehmer Manfred Lautenschläger 2001 ins Leben gerufene Forschungspreis wird alle zwei Jahre für besondere Leistungen in der Spitzenforschung vergeben. Die Auszeichnung wendet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Heidelberg sowie an Forscher aus dem In- und Ausland, die der Ruperto Carola durch Wissenschaftskooperationen in besonderer Weise verbunden sind. Ein interdisziplinär zusammengesetztes Kuratorium weltweit vernetzter Wissenschaftler entscheidet über die Auswahl der Preisträger, die aus allen Disziplinen nominiert werden können.

Die 1957 in Großlasseln im Kreis Hermannstadt geborene, 1975 in die Bundesrepublik ausgesiedelte Wissenschaftlerin hat 2004 den mit 1,55 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten. 2010 hat der Europäische Forschungsrat Hannah Monyer den „Advanced Investigator Research Grant“ zuerkannt und damit verbunden Fördermittel in Höhe von 1,87 Millionen Euro für ihre grundlegenden neurobiologischen Forschungsarbeiten.

CS



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Schlagwörter: Monyer, Forschung, Neurobiologin, Wissenschaft, Auszeichnung, Preis, Heidelberg, Großlasseln, Hermannstadt

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