24. Juni 2006

"Siebenbürgische Familienforschung" im Doppelpack

Das vor einigen Monaten erschienene Doppelheft 2005 der "Siebenbürgischen Familienforschung" enthält eine Vielzahl lesenswerter und anregender Beiträge. Dieses Fazit des Rezensenten Uwe Konst sei vorangestellt, der seine Einschätzung im Folgenden durch die Kurzvorstellung des fast 100 Seiten starken Heftes begründet.
Die Beiträge von Balduin Herter sind wie immer kundig geschrieben - und in diesem Heft ist er gleich doppelt vertreten: Mit fundierten Ausführungen über das Zeidner Marktrichter-Geschlecht Millen/Mill//Müll (als Folge 8 der Reihe "Zur Geschichte und Genealogie siebenbürgisch-sächsischer Geschlechter") und einer Vorstellung des Wappenbriefs von Martin Kerekes (Radler) v. Földvár aus dem Jahr 1637. Die beiden Beiträge von Richard Ackner sind kurzweilig zu lesen, weil sie mitten aus dem (Forscher-)Leben berichten: "In Bibliotheken und Archiven" sowie "Nichts gefunden - aber dazugelernt. Als preußischer Kriegsgefangener nach Siebenbürgen gelangt?". Über mehrere Generationen verfolgt Dr. Klaus Millim das Schicksal der siebenbürgischen Familie Millim, die von einem mährischen Einzelzuwanderer abstammt. Aus dem Nachlass von Hellmut Klima stammt der 1980 fertiggestellte Beitrag über die Landlerfamilie Liebhart in Goisern und Neppendorf. Hohen dokumentarischen Charakter hat die Auflistung der Lehrer, Prediger und Pfarrer von Reußen durch Michael Hihn. Da diese Berufsgruppen oft umgezogen sind, verliert sich leicht die Spur ihrer Familien. Unerklärt bleibt der Titel des Beitrags: Das "Ministerium" der evangelischen Kirchengemeinde Reußen. Neue Erkenntnisse zum Schreinermaler Georgius Rösler präsentiert Friedrich Töpfer.

Mit gleich drei Beiträge ist Christian Weiss, der Vorsitzende der Sektion Genealogie des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde, vertreten: Der Genealoge und das Genealogieprogramm, Genealogische Datenbank Siebenbürgen, Ein Stück Matrikelgeschichte. Die nächsten beiden Beiträgen sollten im Zusammenhang und vielleicht gar in umgekehrter Reihenfolge gelesen werden: "Siebenbürgisch-sächsischen Wappenbuch" von Albert Arz v. Straussenburg und den Anhang dazu von Balduin Herter. Mit der Folge XLII der Bibliographie zur Siebenbürgischen Genealogie (zusammengestellt von Balduin Herter) beginnen die regelmäßigen Rubriken der Zeitschrift. Es folgen Suchanzeigen/Leserfragen/Nachträge, Rezensionen und Kurzmitteilungen.

Das halbjährlich erscheinende Heft hat einen Gesamtumfang von etwas 100 Seiten pro Jahrgang und kann zum Preis von 18,50 Euro (für AKSL-Mitglieder: 9,00 Euro) beim Siebenbürgen-Institut, Schloss Horneck, 74831 Gundelsheim/Neckar, Fax: (0 62 69) 42 10 10, Webseite: www.siebenbuergen-institut.de, bezogen werden. Unter derselben Adresse sind auch Informationen über die Sektion Genealogie des Arbeitskreises erhältlich.

uk


Schlagwörter: Rezension, Genealogie

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