11. März 2007

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Richard Gober präsentiert Kunstalbum "Intarsie"

Die am 31. Januar 2007 in Vöcklabruck in Oberösterreich vorgenommene Präsentation des Buches „Intarsien“ von Richard Gober war ein künstlerisches und gesellschaftliches Ereignis, dem rund 150 Menschen beiwohnten. Repräsentanten des politischen und künstlerischen Lebens würdigten das Gesamtwerk des 89-Jährigen, das in seinem im Herbst vorigen Jahres erschienenen Buch eindrucksvoll dokumentiert ist.
In vorzüglichen Farbaufnahmen, um die sich Hans Wimmer verdient gemacht hat, ist das Können des Intarseurs Richard Gober auf 145 Kunstdruckseiten veranschaulicht. Gobers Intarsienkompositionen reichen von der Ornamentik bis zur Architektur, von der Landschaft bis zur abstrakten Gestaltung, der Tierdarstellung u.a.m. In einem ausführlichen Text führt Gober den Interessierten in die handwerkliche Praxis der Intarsienherstellung – der Einlegearbeit in Holz – ein, spricht über die unterschiedlichen Erscheinungsformen und -farben der verwendeten Holzarten und gibt Anleitungen für die Palette der Gerätschaften. Er exemplifiziert all das an den Intarsien, die er teils als freie Bildgestaltung für Möbelschmuck entwarf und erarbeitete, teils aus der Holzmaserung entwickelte.

Richard Gober am Werk. Foto: Hans Wimmer
Richard Gober am Werk. Foto: Hans Wimmer

Mit dem historischen und kunstwissenschaftlichen Aspekt der Intarsie beschäftigt sich in Gobers Buch einleitend Hans Bergel. Der weitausholende Essay greift bis in die Kunst der Pharaonenzeitalter zurück, erwähnt die Intarsie zur Zeit der hellenischen Epochen und widmet sich ausführlich der vor allem mit der Renaissance und der über Spanien nach Europa gekommenen maurischen Kunst der Holzbe- und -verarbeitung. Über die großen italienischen, deutschen und französischen Meister vor allem des Barock kommt Bergels Text dann speziell auf Gobers ästhetisches Konzept der Intarsie zu sprechen.

Das Buch des aus Wolkendorf bei Kronstadt in Siebenbürgen stammenden Richard Gober bietet damit in zweifachem Sinne Lese- und Betrachtungsgenuss; nicht nur die Ergänzung von Text und Bild – rund 140 Farbfotos auf Glanzpapier – ist damit gemeint, sondern ebenso die Ergänzung der handwerksbezogenen mit den kunstwissenschaftlichen Textteilen geben dem schönen Buch das Gesicht. „Die geglückten Gober-Arbeiten“, heißt es in der Einleitung, „weisen Merkmale der Zeitlosigkeit auf. Kompositionsbalance, stimmige Formen und Farbenakkordik sowie die geschlossene Wirkung machen sie zu Ereignissen der Spätzeit einer Kunst, die von der asthmatischen Hektik unserer Tage überrannt zu werden droht.“ (Bergel)
S. L.

Richard Gober: „Intarsien“. Mit einer Einleitung von Hans Bergel: „Meister Richard Gober und die Spätzeit einer Kunst“, Killian Verlag Vöcklabruck 2006; 145 Seiten, zahlreiche Farbbilder; Euro 38,50, ISBN 10: 3-901745-17-3.

Schlagwörter: Bücher, Kunsthandwerk, Österreich

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