4. April 2010

Archive – für jeden eine Schatzkammer

Unter dem Motto „Archive – für jeden eine Schatzkammer“ trafen sich die Mitarbeiter des Projektes „Siebenbürger Genealogie“ vom 12.-14. März im „Heiligenhof“ in Bad Kissingen zu ihrem vierten Arbeitsseminar. Die meisten waren schon Freitagmittag angereist, um die Zeit optimal nutzen zu können. Gisbert Berwe stand ihnen wieder für Fragen und Probleme in der Anwendung des Genealogieprogramms Gen_Plus zur Verfügung. Da wieder viele neue Mitarbeiter dabei waren, gab es einen regen Meinungsaustausch.
Nach dem gemeinsamen Abendessen begrüßte Dr. Christian Weiss, Vorsitzender der Sektion Genealogie des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL), die Teilnehmer und richtete auch die Grüße der an diesem Seminar nicht teilnehmenden Mitarbeiter aus. Die Anwesenden stellten sich, ihre Arbeit und deren aktuellen Stand kurz vor.

Am Samstag präsentierte Gisbert Berwe in einfachen, nachvollziehbaren Schritten das Einfügen von Bildern in eine Gen_Plus-Datei. So können Bilder von Personen, Orten und Ereignissen in die Datei integriert werden. Alte Fotos müssen eingescannt werden. Er führte auch vor, wie aus einer Datensammlung Daten herausgefiltert und über eine Gedcom-Datei in die Daten eines anderen Mandanten integriert werden können. Es ist empfehlenswert, sie zuerst in einem neuen Mandanten zu speichern, um sie zu prüfen, und erst danach in den Mandanten, der schon Daten enthält. Wer keine Datensicherung vornimmt, kann böse Überraschung (Datenverlust) erleben. Datensicherung ist das A und O unserer Arbeit. Sie sollte nicht nur auf Festplatten oder USB-Sticks, sondern am besten täglich auf CD oder DVD erfolgen, so dass auch auf frühere Sicherungen zurückgegriffen werden kann.
Die Teilnehmer der Genealogie-Tagung in Bad ...
Die Teilnehmer der Genealogie-Tagung in Bad Kissingen.
Jutta Tontsch stellte am Nachmittag Archive, vor allem das Siebenbürgen-Institut in Gundelsheim mit seinen Mitarbeitern vor. Sie zeigte auf, wie man dort anhand des Katalogs des Genealogischen Archivs nach Dokumenten zu bestimmten Personen oder Ortschaften suchen kann und wie die Mitarbeiter des Projektes dazu beitragen können, diesen Katalog zu vervollständigen. Mit Hilfe von Dokumentkopien, die sie aus Gundelsheim mitgebracht hatte, wurde das Thema von jedem Einzelnen in die Praxis umgesetzt. Das Genealogische Archiv in Gundelsheim bildet für unsere Mitarbeiter eine Fundgrube von Daten und Dokumenten (Ahnenpässen, Ahnentafeln, Ahnenlisten, Stammlisten etc.), die von einzelnen Siebenbürgern oder HOGs zur Verfügung gestellt wurden. Alle Dokumente des Genealogischen Archivs sollen mit der Zeit mittels Gen_Plus eingetragen und die darin enthaltenen Personen erfasst werden.

Dr. Wolfram G. Theilemann, Leiter des Zentralarchivs der Evangelischen Kirche in Rumänien, hielt einen Vortrag über das Friedrich-Teutsch-Haus in Hermannstadt. Er gliederte diesen in vier Teile: Archivgeschichte, Archivstruktur, Erschließungsstand und Rahmenbedingungen. Das Friedrich-Teutsch-Haus, eine Institution der Evangelischen Kirche in Rumänien, vereinigt unter seinem Dach das kirchliche Zentralarchiv, ein kirchliches Museum, das Erasmus-Büchercafé sowie eine Kultur- und Begegnungsstätte. Es ist im ehemaligen Waisenhaus in der Fleischergasse untergebracht und wurde am 19. Oktober 2003 feierlich eingeweiht. Das 2004 eröffnete Zentralarchiv verwaltet die kirchlichen Dokumente, die vorher an unterschiedlichen Stellen untergebracht waren, und erleichtert so den Zugriff auf die Unterlagen. Es sind dies Kirchenmatrikeln mit Urkundenstatus, Familienbücher, Matrikelauszüge, kirchliche Stellenregister, Amtserinnerungen der Pfarrer, Teilungsbücher bzw. -protokolle, Nachlässe, Sammlungsbestände (Urkunden, Bilder, Pläne, Karten, Siegel). Unter http://evang.ro/teutsch-haus/ können die Listen der Bestände eingesehen werden. Die Bestandslisten werden laufend aktualisiert, um auch neue Dokumente den Interessenten zugänglich zu machen.

Das Zentralarchiv beteiligt sich am Aufbau eines Kirchenbuch-Portals, das zentrale Informationen zu den deutschen Kirchenbuchbeständen über das Internet zur Verfügung stellt. Die an diesem Portal beteiligten Archive wollen mit der Vernetzung ihrer Informationen das Angebot für die Familienforschung und die wissenschaftliche Forschung nachhaltig verbessern, siehe http://www.kirchenbuchportal.de/. Die Übersicht der gegenwärtig verfügbaren Matrikel erhält man auf 56 Seiten über http://www.kirchenbuchportal.de/visitenkarten/sibiu/ZAEKR_602.pdf. In einem nächsten Schritt werden dahin detaillierte Kirchenbuchnachweise aufgenommen, die allen Interessierten unentgeltlich zugänglich gemacht werden.

Am Sonntag, nach einer kurzen Andacht, berichtete Bernd Eichhorn über die Arbeit an den Honterus-Nachfahren. Als Quelle benutzt er die Daten Erich Jekelius’, die er aus der CD-Corona ergänzt. Da die Daten von Hand eingegeben werden muss, ist die Arbeit recht zeitaufwändig.

Aus den abschließenden Diskussionen wurde ersichtlich, dass die Teilnehmer sich trotz des sehr vollen Programms wohl gefühlt und aus dem Seminar viele neue Erkenntnisse für ihre Arbeit mitgenommen haben. Einige Teilnehmer blieben noch über den Sonntag hinaus zu einem Erfahrungsaustausch über die Benutzung des Gen_Plus-Programms.

Das nächste Seminar findet vom 15.-17. Oktober 2010 in Bad Kissingen statt und hat den Datenschutz (gesetzlich und persönlich) zum Thema.

Edda Schneider

Online-Bildergalerie: Familienforscher tagten vom 12.-14. März 2010 in Bad Kissingen

Schlagwörter: Genealogie, Bad Kissingen, AKSL

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