1. Mai 2010

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Musikwissenschaftler Ferenc László in Klausenburg verstorben

Er war einer der letzten Musikwissenschaftler Rumäniens, die in den drei wichtigsten Sprachen des Landes schrieben und referierten. Ob in ungarischer Sprache, die seine Muttersprache war, in rumänischer oder deutscher Sprache, was Prof. Dr. Ferenc László zu sagen hatte, kam bei den Zuhörern im In- und Ausland, bei internationalen Konferenzen oder in den Musikhochschulen Rumäniens an. Ferenc László ist am 17. März 2010 nach langer Krankheit in seiner Heimatstadt Klausenburg verstorben.
Der im Jahre 1937 in Klausenburg geborene Musiker und spätere Musikwissenschaftler war einer der führenden Bartók-Spezialisten weit und breit. Über 20 Jahre lang unterrichtete er Kammermusik an der Bukarester Musikhochschule, bevor er 1991 an jene seiner Heimatstadt wechselte. Lászlós Weg in die Musikforschung begann nach einer Tätigkeit als Flötist der Hermannstädter Staatsphilharmonie, dazwischen war er von 1963 bis 1985 Mitarbeiter der ungarischen Sendung des rumänischen Rundfunks und Fernsehens, 1971 bis 1974 verantwortlich für die Musikseite der ungarischen Wochenzeitung „A Hét“ („Die Woche“) in Bukarest und nahm an zahlreichen musikwissenschaftlichen Symposien und Kongressen im In- und Ausland teil.

Ferenc László war der Initiator und langjähriger Vorsitzender der Rumänischen Mozart-Gesellschaft sowie Mitglied vieler internationaler Gesellschaften und Vereine. So war er seit 1973 Mitglied des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler Rumäniens, in dessen Vorstand er 1990 gewählt wurde. Besonders nach der Wende von 1989 setzte er sich für internationale Kontakte seiner Heimatstadt Klausenburg zu ausländischen Musikinstitutionen ein, gründete und förderte Meisterkurse für junge Musiker und Studenten und gründete 1994 die Philharmonische Gesellschaft Transilvania. Auch die Gründung der beiden Gesellschaften Sigismund Toduţă sowie Gheorghe Dima sind seiner Initiative zu verdanken. Der verstorbene Musikwissenschaftler Ferenc ...Der verstorbene Musikwissenschaftler Ferenc László Für seine unermüdliche Tätigkeit im Bereich der Musikkultur und Musikforschung wurden ihm viele Ehrungen und Preise verliehen, so z. B. mehrere Preise des Rumänischen Komponistenverbandes, der Preis der Rumänischen Akademie (1980), das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich (2002), der Bence Szabolcsi-Preis (2003) oder das Ritterkreuz des Ungarischen Republikanischen Verdienstordens (2008).

Seit 1957 hat Ferenc László über 500 musikwissenschaftliche Arbeiten, 22 Bücher und über 2000 Schriften veröffentlicht. Nicht nur Bartók steht im Mittelpunkt seiner Tätigkeit, sondern auch Mozart, Bach, Enescu, Kodály, Ligeti, Liszt oder Kurtág. Seine Vorträge die er in Budapest, Bukarest, Wien, München, Osaka, Temeswar, Zwickau, Basel oder Lemberg hielt, stießen auf ein großes Echo, sein Fachwissen war sehr gefragt. Im Jahre 2008 nahm er bei einem seiner letzten musikwissenschaftlichen Symposien in München teil, das von der Gesellschaft für deutsche Musikkultur im südöstlichen Europa e.V. veranstaltet wurde. Nicht nur der grenzüberschreitenden Musikhistoriographie galt sein Interesse, sondern auch dem interethnischen Dialog, besonders als Dolmetscher der ungarischen und rumänischen kulturellen Belange. Prof. László war seit 1997 Mitglied der internationalen Arbeitsgemeinschaft für die Musikgeschichte Mittel- und Osteuropas an der Universität Leipzig, wo er regelmäßig an den Kongressen teilgenommen hat. Mit ihm ging einer der letzten Musikkenner des dreisprachigen Kulturraums Siebenbürgens und Rumäniens von uns, dessen unermüdliches Schaffen unsere kulturelle Identität in vielerlei Hinsicht, ob als Lehrer oder als Buchautor, beeinflusst hat.

Dr. Franz Metz

Schlagwörter: Musik

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