21. Februar 2011

Razzien gegen Grenzbeamte

Bukarest – Rund 180 Zöllner und Grenzpolizisten sind Anfang Februar in Rumänien wegen Korruptionsverdachts festgenommen worden. Die Aktionen unter der Leitung der Antikorruptionsbehörde DNA zielten auf Kontrollstellen an den Grenzen zur Ukraine und Serbien.
Entlassen wurde zudem der Chef der Zollbehörde, Radu Mărginean. Die Zollchefin eines Grenzübergangs soll Mărginean laut Staatsanwaltschaft 430.000 Euro für ihr Amt bezahlt haben. Die jetzt Festgenommenen hätten am Zigarettenschmuggel und der illegalen Einreise von Personen verdient, berichtet die Nachrichtenagentur Mediafax. Die Grenzer kassierten demnach zwischen 3.000 und 10.000 Euro pro Schicht, laut Tageszeitung „Gândul“ sogar bis zu 30.000 Euro. Die Einnahmen teilten die Beamten nach bestimmten Schlüsseln untereinander auf. Den Festnahmen seien monatelange Ermittlungen vorausgegangen. Warum die Aktionen erst jetzt erfolgten, ist unklar, zumal das Problem seit längerem bekannt ist. Offensichtlich versucht die rumänische Regierung, Entschlossenheit im Kampf gegen die Korruption zu zeigen und damit die Vorbehalte gegen einen Beitritt zum Schengen-Raum zu zerstreuen. Mehrere EU-Staaten halten den Beitritt Rumäniens und Bulgariens für verfrüht.

HW

Schlagwörter: Rumänien, Korruption, EU

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