22. Juni 2022

„Gegenwart gelebt, Zukunft gestaltet“: 14. Auflage der „Begegnung auf dem Huetplatz“

„Alle, die heute hier sind, tragen das ihre dazu bei, dass Vergangenheit erinnert, Gegenwart gelebt, Zukunft gestaltet wird und Gemeinschaft auch über Distanz aufrecht erhalten wird. Davon zeugt das starke Motto, das Sie dieser Begegnung gegeben haben: Wir Hermannstädter heute.“ Mit diesen Worten begrüßte Kerstin Ursula Jahn, Konsulin der BRD in Hermannstadt, die Hermannstädter von nah und fern, die bei der Eröffnungsfeier der 14. „Begegnung auf dem Huetplatz“ im Spiegelsaal des Forums am Freitag, dem 20. Mai, dabei waren.
Trachtenträger auf dem Großen Ring ...
Trachtenträger auf dem Großen Ring
Die 14. „Begegnung auf dem Huetplatz“ fand unter dem Motto „Wir Hermannstädter heute“ am Wochenende vom 20.-22. Mai statt und wurde vom Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Hermannstadt und der Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt organisiert.

Im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums herrschte am Freitagnachmittag reges Treiben. Das Treffen der Hermannstädter von nah und fern, genannt „Begegnung auf dem Huetplatz“, sollte eigentlich vor zwei Jahren stattfinden, wurde jedoch aus Pandemiegründen auf dieses Jahr verschoben.

Zur feierlichen Eröffnung begrüßte im Namen der Gastgeber Corina Bokor, die stellvertretende Vorsitzende des DFDH, die zahlreich angereisten Gäste. „Wir setzen die Tradition fort“, unterstrich Bokor und bemerkte, dass dies eine gute Gelegenheit sei, Freunde und Bekannte wiederzutreffen. Seit 1994 wird das Treffen alle zwei Jahre in Hermannstadt organisiert. Die Pandemie zog allen einen Strich durch die Rechnung, doch nun „kehren wir zurück zur Normalität“, sagte Astrid Fodor, Bürgermeisterin von Hermannstadt, die den geladenen Gästen einen Rückblick auf das vergangene Jahr und die Projekte, die Hermannstadt verändert haben, gewährte. Dazu zählen u. a. Infrastruktur- sowie Sanierungsarbeiten: das Volksbad, die Wehrtürme in der Harteneckgasse und Teile der Stadtmauer. „Die Stadt hat sich in die Richtung einer Smart City entwickelt, dazu zählt die Ausstattung mit ökologischen Bussen, grünen elektrischen Kleinbussen in der Altstadt, ausleihbaren Fahrrädern. Und bis Ende des Jahres wird das nach UEFA-Standards umgebaute und modernisierte Fußballstadion am Erlenpark eröffnet“, fügte Fodor hinzu. Sie lud alle ein, Hermannstadt aufs Neue zu entdecken und selbst zu erleben.

Dagmar Zink, die Vorsitzende der Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt e. V., unterstrich in ihrer Rede, dass alle Menschen, die in Hermannstadt gelebt haben und leben, die Stadt geprägt haben, und zitierte Emil Sigerus, der über Hermannstadt sagte, dass „man sie liebgewann, je länger man in ihr weilte, und dass die Liebe zum alten Hermannstadt stets noch größer wurde, je länger man wieder von dort fort war.“

Martin Bottesch, der Vorsitzende des Siebenbürgenforums, betonte in seiner Ansprache, dass ein Nachholbedarf da sei, man wolle wieder zusammenkommen. Er gab bekannt, dass statt einer großen Veranstaltung wie dem Sachsentreffen 2017 mehrere kleine im Rahmen des Siebenbürgischen Kultursommers dieses Jahr organisiert werden. Für den Zeitraum 23. Juli bis 15. August wurden schon 500 Veranstaltungen angemeldet. Unter www.kultursommer.ro gibt es weitere Informationen darüber. „Unser Ziel ist es, die Verbindung zwischen Ausgewanderten und Siebenbürgern zu stärken“, fügte Martin Bottesch hinzu. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsfeier vom Musikerehepaar Monika Florescu (Klavier) und Makcim Fernandez Samodaiev (Cello).

Am Abend hatten die Besucher die Wahl zwischen dem Besuch der preisgekrönten Theateraufführung „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe unter der Regie von Silviu Purcărete oder dem zur gleichen Zeit stattfindenden Vortrag von Prof. Dr. Zeno-Karl Pinter. Der Hermannstädter Historiker und Archäologe hatte passend zum Treffen das Thema der Ansiedlung der Siebenbürger Sachsen gewählt, sein Vortrag hieß „830 Jahre Hermannstadt. Die Anfänge einer erfolgreichen Geschichte“.

Laut Prof. Pinter ist die Ansiedlung der Siebenbürger Sachsen eng mit den beiden Kreuzzügen verbunden. Dabei spielten Robert von Flandern und sein Lehensmann Anselm de Braz eine wichtige Rolle. Beide wurden als sogenannte „Geiseln“ 1096 am Hof des Königs Koloman (genannt der Buchkundige) von Ungarn während des Ersten Kreuzzugs gehalten, wo sie höchstwahrscheinlich über die unbewohnte Gegend in Siebenbürgen erfuhren, in einer Zeit in der es im Westen Europas kaum noch freien Grund und Boden gegeben haben muss. Damals musste ein Ritter, um Ritter genannt werden zu können, ein Lehensgut besitzen, das mindestens zwölf Bauernhöfe umfasste. Siebenbürgen musste also sehr verlockend geklungen haben.

Von 1103, vier Jahre nach dem Ende des Ersten Kreuzzuges, gibt es ein Dokument über Anselm de Braz aus Malmédy, der mit seinen Söhnen ins Ungarische Land zieht und dafür zwölfeinhalb Mark Silber von einem Kloster borgt, um sich die Reise zu finanzieren. Dafür lässt er sein Lehensgut als Pacht dem Kloster. Dass der Besitz 20 Jahre später von einem Schwiegersohn nach einem langen Prozess in Besitz genommen wird, lässt darauf schließen, dass Anselm de Braz in Siebenbürgen ankam und den Namen der jetzigen Stadt Broos/Orăștie gab. Bei den Ausgrabungen an der Hofkapelle in Broos fand man, laut Prof. Pinter, archäologische Beweise aus der Zeit Geza des Zweiten. Die Münzen mit der Prägung von Geza dem Zweiten (1141-1162) wurden auf einem Friedhof in der Nähe der Hofkapelle in Broos gefunden, was zu der Annahme führt, dass Anselm de Braz Bauern aus seiner Herkunftsgegend nachziehen ließ, damit diese den Boden bearbeiten konnten. Wahrscheinlich kam die zweite Welle Siedler zusammen mit dem Zweiten Kreuzzug nach Siebenbürgen.

Schlussfolgernd äußerte Prof. Pinter, dass seiner Meinung nach die Gegend um Broos, Weißenburg und Hermannstadt zuerst von Rittern und einige Jahre danach von Bauern besiedelt wurde.

Der hochinteressante Vortrag von Prof. Dr. Zeno-Karl Pinter warf viele Fragen bei den Gästen im Spiegelsaal auf und einige verlangten eine Kopie seines Vortrages, der übrigens in rumänischer und englischer Sprache auf folgender Internetseite zu finden ist: https://www.academia.edu/11420011/Originea_si_asezarea_populatiei_saxone_in_Transilvania_The_Origin_and_Settlement_of_Transylvanian_Saxons_in_Eugen_Simion_Pieter_Jan_Wolthers_coord_2000_De_ani_de_relatii_intereuropene_Orient_Occident_2000_Years_of_Inter_European_East_West_Relations_Bucuresti_2004

Wer sich für einen Besuch in der Kulturfabrik statt im Spiegelsaal entschieden hatte, bemerkte bereits beim Betreten, dass die heutige Theateraufführung etwas ganz Anderes sein sollte. Neugierig ließen jene, die die frühere Fabrikhalle zum ersten Mal betraten, ihre Blicke über die Szenerie schweifen. Gespanntes Gemurmel erfüllte den großen Raum. Bald nachdem alle Sitze besetzt waren, verstummten die letzten Gespräche und das Stück nach Johann Wolfang von Goethes „Faust“ erwachte zum Leben.

Auf Rumänisch mit deutschen Untertiteln erlebte das Publikum die längst bekannten Szenen zur Wette zwischen Mephistopheles, gespielt von Ofelia Popii, und Faust, den Miklós Bács verkörperte, die Gretchenfrage sowie die Walpurgisnacht in einer neuen Inszenierung. Zur Walpurgisnacht wurden die Zuschauerinnen und Zuschauer selbst eingeladen. Dem Auge wurde dabei von jeder Seite etwas Überraschendes geboten, von Feuerspuckern über Charaktere, die über den Köpfen der Theatergängerinnen und -gänger flogen, bis zu wildem Tanz.

Während etwas über zwei Stunden waren verschiedenste Gefühle zu erleben. Lacher, gespanntes Luftanhalten und Schockmomente zogen durch die Ränge der Besucherinnen und Besucher. Auf der Bühne vergossen die zahlreichen Darstellerinnen und Darsteller unter größtem Einsatz Blut, Tränen und bestimmt auch eine Portion Schweiß. Gebannt hingen die Personen im Publikum an den Lippen der Schauspielerinnen und Schauspieler beziehungsweise dem Bildschirm mit der deutschen Übersetzung. Ergänzt wurde die Darbietung von Gesang aus dem Chor. Das erste Lied stimmten die Singenden unter der Zuschauertribüne an, was für einiges verwirrtes Umhersehen sorgte.

Voller Eindrücke verließen die Gäste die Kulturfabrik, nachdem sie ihre Begeisterung durch tosenden Applaus und eine Standing Ovation verdeutlicht hatten. Den Darstellenden auf der Bühne war die Freude darüber, dass sich die Anstrengungen gelohnt hatten, anzusehen. „Es war auf jeden Fall ein Erlebnis“, erklärte eine Frau im Gespräch am Tag darauf. Einige Szenen hätten sie ziemlich schockiert.

Von einer anderen Seite kam: „Das Stück hat sich angefühlt, als wüsste es selbst nicht, was es sein sollte.“ Erotik und Nacktheit seien nicht effizient genug verwendet worden und wären teilweise unbegründet vorgekommen. „Szenen und Handlungen waren zudem unklar“, meinte der Mann weiter. Hingegen positiv aufgefallen sei, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer während dem Umbau der Szenerie, die Helmut Stürmer kreiert hatte, mitbenutzt wurden. Die Größe der Produktion und der damit verbundene Aufwand haben ihn ebenfalls beeindruckt.

Am Samstagmorgen war das traditionelle Maifest geplant, das in den letzten Jahren ausgefallen ist. Strahlende Sonne und das schönste Maiwetter begleiteten den ganzen Tag die Teilnehmer. Gegen 9.00 Uhr morgens war es noch ganz still am Großen Ring. Nach und nach kam Bewegung ins Zentrum, und die Teilnehmer versammelten sich am Huetplatz. Die Lehrer und Lehrerinnen waren bemüht, ihre Klassen und Gruppen in Reih und Glied zu stellen, denn die Kinder waren ganz zappelig vor Aufregung, wieder mal was gemeinsam und live zu erleben. Für die Kleinsten war es sogar die erste Erfahrung mit so vielen Menschen, bunt und freudig.

Tatsächlich war es sehr bunt, denn die meisten Mädchen trugen keine siebenbürgisch-sächsischen Trachten, sondern Dirndl in allen Farben. Traditionelle Trachten trugen eher die Jugendlichen, die in Tanzgruppen auftreten. Zu den Trachtenträgern gehörten auch ein paar Zuschauer.

In der Begleitung der Neppendorfer Blaskapelle ging der Aufmarsch der Tanzgruppen los, über die mit Blumen geschmückte Lügenbrücke und auf den Großen Ring, wo sie einen Schlängelreigen – die Schnecke – bildeten, zur Freude der Zuschauer, die so die Chance hatten, alle Teilnehmer zu bewundern und ausgiebig zu fotografieren. Der Umzug der Tanzgruppen ging weiter in die Heltauergasse und zurück durch den Harteneckpark, um sich dann aufzulösen und sich im Jungen Wald wieder zu treffen.

Auf der Bühne im Jungen Wald traten dann alle Gruppen auf, von Kindergartengruppen bis zu den Jugendlichen, die traditionelle und moderne Tänze und Lieder vortrugen, unter dem Motto „Hand in Hand, gemeinsam geht es besser“. Der Tag wurde ganz gemütlich, denn die Zuschauer fanden Schutz vor der Hitze – es war tatsächlich ein ungewöhnlich warmer Tag – unter den Bäumen, aber sie nutzten auch die Möglichkeit, zusammen zu picknicken, Mitgebrachtes oder Gekauftes, denn da wurde auch gegrillt.

Während die Kinder und ihre Eltern im Jungen Wald feierten, fanden auch weitere Veranstaltungen statt. Nach dem Trachtenumzug empfing Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, die Gäste. Viele der Teilnehmer, die in den letzten Jahren nicht mehr in Hermannstadt gewesen sind, waren sehr erfreut über die renovierte evangelische Stadtpfarrkirche, sodass die Führung des Hermannstädter Stadtpfarrer Kilian Dörr wie gerufen kam.

Im Laufe des Tages wurden auch drei Vorträge angeboten. Im Spiegelsaal des Forumshauses sprach Thomas Șindilariu über „Samuel von Brukenthal (1721-1803) – ein früher Europäer“, die Direktorin Monika Hay in der Aula der Brukenthalschule über die „Schule in Zeiten der Pandemie“ und Dr. Gudrun-Liane Ittu, wieder im Spiegelsaal, über den „Baron Samuel von Brukenthal – sein Leben, Werk und Erbe“.

Sein Vortrag sei, wie Thomas Șindilariu, Historiker und Unterstaatssekretär im Departement für Interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Regierung Rumäniens, zur Einleitung erklärte, bereits weit herumgekommen. Șindilariu stellte in Aussicht, dass der Vortrag, der zum 300. Geburtstag Brukenthals im letzten Jahr entstanden ist, möglicherweise bald auch in London zu hören sei.

In seinen Erklärungen holte der Referent aus und erklärte die Familiengeschichte des ehemaligen Gouverneurs Siebenbürgens – auch wie die Familie vom Namen Breckner zu Brukenthal kam. Șindilariu führte seine Zuhörerinnen und Zuhörer durch die Biografie Samuel von Brukenthals und beschrieb u. a. dessen Studienzeit in Deutschland, in der er durch einen Professor seine Begeisterung für Numismatik entdeckte, einer Freimaurerloge beitrat und später eine eigene gründete. Abrundend zog Șindilariu den Bogen zur Gegenwart und den Institutionen, welche heute an Brukenthal erinnern, wie das Brukenthalmuseum oder die Brukenthalschule.

Nach jedem Vortragsabschnitt ließ Șindilariu eines der Lieblingsstücke Brukenthals, gespielt durch das Collegium Musicum Brukenthal (Elisa Gunesch, Iuliana Cotîrlea, Gabriel Silișteanu, Brita Falch Leutert und Jürg Leutert), erklingen. Bei den musikalischen Einlagen – darunter Werke von Joseph Haydn und Carl Philipp Emanuel Bach – handelte es sich um Aufnahmen, die in der evangelischen Stadtpfarrkirche gemacht wurden.

„Samuel von Brukenthal ist wohl der berühmteste Siebenbürger Sachse“, stellte die Kunsthistorikerin und Soziologin Dr. Gudrun-Liane Ittu zu Anfang ihres Vortrags „Baron Samuel von Brukenthal – sein Leben, Werk und Erbe“ fest. Brukenthal könne man, wie Ittu erklärte, aus verschiedenen Perspektiven betrachten; unter anderem als Verwalter, als Sammler oder auch als Bauherr. Ittu nahm zudem Bezug auf die Funktion Brukenthals als Erinnerungsort und Identifikationsfigur. Die Vortragende ergänzte ihre Beschreibungen mit Berichten aus Brukenthals Umfeld – beispielsweise von Besuchen in seiner Sommerresidenz in Freck und der dortigen Orangerie. Diese boten der Zuhörerschaft einen Einblick in das Privatleben des ehemaligen Reichsfreiherrn. Entsprechend dem Vortragstitel kam Ittu ebenfalls auf Brukenthals politischen Einfluss oder sein Testament zu sprechen.

Ergänzt wurden ihre Ausführungen durch passendes Bildmaterial. Auch das Geburtshaus Brukenthals in Leschkirch/Nocrich zeigte Ittu ihren Zuhörenden. „Es blutet einem das Herz, wenn man das sieht“, sagte sie zum schlechten Zustand des historisch bedeutsamen Hauses. Aus dem Publikum kamen in der auf das Referat folgenden Fragerunde bestätigende Wortmeldungen, dass dort dringender Restaurationsbedarf bestehe.

Eine Dame im Publikum, die, wie sie erzählte, bereits den Vortrag von Thomas Șindilariu besucht hatte, meinte abschließend: „Es war spannend, beide Beiträge zu hören. Sie haben sich sehr gut ergänzt.“

Monika Hay erklärte in ihrem Vortrag, wie man während der Pandemie in der Brukenthalschule gearbeitet hat. Am Anfang berichtete die Direktorin über die technischen Vorlagen, mit denen gearbeitet werden musste – es mussten viele Probleme gelöst werden, vom Wechsel der Räume bis zu der Dicke der Wände (die das Internetsystem natürlich beeinflusst), jedes einzelne Detail musste angepasst werden. Schwierig war es unter anderem, weil „die Regelungen und Vorschriften sehr oft gewechselt wurden“. Dann fand der Unterricht teils online und teils mit physischer Präsenz statt. Für die Schüler waren die vielen Videokonferenzen sechs-sieben Stunden am Tag eine Zumutung, wenn die Lehrer kein Gleichgewicht gefunden haben zwischen dem, was per Video weitergegeben wird, und den Aufgaben, die die Schüler selbstständig und eigenverantwortlich nach einem selbst erstellten Zeitplan zu Hause lösen können. „So wurden sie müde, demotiviert und sehr viele haben um eine Zeit abgeschaltet, auch wenn die Kamera lief“, sagte Hay. Es habe gedauert, bis die „richtige Dosierung“ gefunden wurde. Viele Kinder haben begonnen, „in parallelen Welten“ auf sozialen Plattformen ihre Zeit zu verbringen, ein großer Teil unbemerkt von den Eltern und von den Lehrern. Die Existenzängste der Eltern, die die Kinder plötzlich mitbekamen, stellten zusätzliche Belastungen für die Kinder und die Jugendlichen dar.

Monika Hay sprach kurz auch über die 20 Ministererlasse zur Unterrichtsgestaltung, die die Regierung in weniger als zwei Monaten veröffentlichte. Schritt für Schritt wurden zumindest die vielen technischen Probleme gelöst – unter anderem konnten die Schüler Tablets beantragen, was eine Hilfe für die Familien darstellte –, die Lehrer und Schüler lernten, unter den neuen Umständen zu arbeiten, die Belastung war allerdings sehr groß. Den Lehrern, die bei Monika Hays Vortrag dabei waren, waren alle vorgestellten Schritte sehr bekannt, egal in welcher Stadt und bei welcher Altersklasse sie unterrichten, denn alle hatten gleiche oder ähnliche Probleme.

Im ,,Friedrich Teutsch“-Begegnungs- und Kulturzentrum war auch die Eröffnung der Wanderausstellung von Corneliu Pintilescu „Die Alltagsgeschichte der Siebenbürger Sachsen im 20. Jahrhundert in Fotos aus Familiensammlungen“ sehr gut besucht.

Während sich der Tag dem Ende zu neigte, füllten sich die Terrassen im Zentrum der Stadt und Hermannstädter und Gäste freuten sich über die weiterhin sommerlichen Temperaturen, während einige Gäste den Weg in die Stadtpfarrkirche fanden, wo um 19.00 Uhr ein Konzert stattfand. Stadtkantorin Brita Falch Leutert spielte an der Orgel aus Stolzenburg und an der Sauer-Orgel fünf Stücke. Stadtpfarrer Kilian Dörr stellte die Stücke – drei von unbekannten Komponisten, eins von Martin Schneider und eins von Léon Boëlmann –, aber auch die Stolzenburger Orgel vor. Diese wurde von Johannes Hahn gebaut und 2018 renoviert. Im Herbst 2019 wurde ein Teil der originalen Prospektpfeifen aus dem 18. Jahrhundert gestohlen und die Orgel wurde nach Hermannstadt gebracht, wo sie gesichert wurde und wo in diesem Sommer neue Pfeifen eingebaut werden sollen.

Mit einem Festessen endete der Samstag, die Teilnehmer bereiteten sich dann auf den Sonntag vor. Was an jenem Tag geschah, lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Hermannstädter Zeitung.

Carla HONOLD, Cynthia PINTER, Ruxandra STĂNESCU

Artikel in der Hermannstädter Zeitung

Schlagwörter: Hermannstadt, Treffen, Huetplatz, deutsch-rumänische Beziehungen

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