23. Mai 2011

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Grete Menning Gierer: De Bäffelmälch

Grete Menning, geborene Gierer, wurde am 2. August 1937 in Denndorf geboren. Sie war Lehrerin und unterrichtete zumeist in Mediasch (vgl. Siebenbürgische Zeitung, Folge 18 vom 15. November 2005). Seit 1990 schreibt sie Mundartgedichte.
Diese liegen nun, mit einer autobiographischen Einleitung „Wer bin ich?“ versehen und in handschriftlicher Form digital ausgedruckt, unter dem Titel „Et wor emol ä Siweberjen“ gesammelt vor. Dem Kapitel „Vu Lihrern uch vu Schillern“ sind die beiden hier abgedruckten anekdotischen Begebenheiten aus dem siebenbürgisch-sächsischen Lehrerleben entnommen. Der Gedichtband „Et wor emol ä Siweberjen“ (in Spiralbindung) kann zum Preis von 10,00 Euro, zuzüglich Versandkosten, bei Johann Seiler, Repser Gasse 23, 51674 Wiehl, Telefon: (0 22 62) 70 17 71, bestellt werden.

Bernddieter Schobel


Grete Menning Gierer

De Bäffelmälch

Ke Gerjeschdref e Lihrer kåm,
änt Zäkescher Gebät,
und frocht uch glech um irschten Dåch,
wie dehiem en Bäffel hät.

Der Mischi målt sich glech und soot:
„Mir hun äm Ståll zwo grißen.
Vuer denen åwer grålen ich,
well sä sich änj norr stißen!“

„Ech wiël ’si gärn e Liter Mälch
åft Menet vun ech hun.
Freech glech denj Motter. Soo mer dro,
ow ech se kå bekunn?“

’si soot der Lihrer und erwoort
en Åntfert u gennem Mårjen.
Dån soot der Gang: „Härr Lihrer, måcht
Ich jo glått nichen Sårjen.

E jede Mårje, soot menj Motter,
kennt Ir e Liter hun.
Net norr äm Menet ient, denn soot,
wåt hoot Ir dro dervun?“

„Soo, hoot dä Mälch uch en däck Ruhm?“
„Dä hoot se, gånz gewäss!
De Maus, dä driw gelufe wor,
net ägeråmpelt äs!“

De versprochän Hiën

Åls Lihrer kån em äst erliëwen!
’si geng et iest uch desem iëwen.

E Känjd hått äm en Hiën versprochen,
meer hie glått nichen kangt gebrochen,
denn Hiënen hådde sä genach.
Doch doocht e sich: Mänsch, så doch klach!
E Geschink, dåt nit em un,
denj Hiëne lufe net dervun.

De Zejt vergeng. De Hiën kåm net!
Der Lihrer frocht: „Wått äs denn dett?
Wo äs de Hiën, dä ir versprochen?“ –
„Mir kenne se na uch gebrochen“,
soot menj Motter, “Gott så Dånk,
as Hiën, dä äs na nemmih krånk!”

Heilbronn, 13. April 2008

Schlagwörter: Mundart, Gedicht, Saksesch Wält

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