24. März 2018

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Hedwig Kellner: Wänjter af dem Biërij ä Reps

Eine Traueranzeige in der Siebenbürgischen Zeitung teilte den Tod von Hedwig Kellner am 14. Februar 2018 im „Haus zum Fels“, einem Pflegeheim in Eberstadt, Deutschland, mit. Geboren wurde Hedwig Kellner am 18. Oktober 1920 in Reps. Als Fachlehrerin für Chemie hat sie bis zum Rentenantritt 1976 an der deutschen Schule ihrer Geburtsstadt gewirkt. Seit 1990 lebte sie in Deutschland.
Zum Schreiben siebenbürgisch-sächsischer Gedichte wurde H. Kellner durch das Mundartautorentreffen in Zeiden 1979 angeregt. Obiges, von Frau Ingrid Brang zur Veröffentlichung vorgeschlagene Gedicht erschien im Band „Vill Sprochen än der Wält. Dichtung im Dialekt“, herausgegeben von Horst Schuller Anger, Dacia Verlag Klausenburg (Cluj-Napoca), 1988. Weitere Gedichte finden sich im Bändchen von W. Roth und O. Kessler „Wat mir schreiwen. Texte zum siebenten Siebenbürger Mundartdichtertreffen“, Augsburg, 30.09.-02.10.1994 (im Selbstverlag), beziehungsweise in der Mundartrubrik Sachsesch Wält der Siebenbürgischen Zeitung.

Hanni Markel und Bernddieter Schobel




Hedwig Kellner: Wänjter af dem Biërij ä Reps


Ech edmen däif de fräsch Wänjterlaft än,
ech wiß net, woram ech fruih gestemmt bän.
Der Wiëj, de Dajer, de Biem se‘ vol Schnie,
det grell Lächt diet den Uģe wih.
De Schniestarntscher fainkeln äm Sanneschenj,
et kenden alles Ädelstien senj.
Vum Reej erof hiert em Kreïschen uch Lachen,
nea warden ich awwer Platz moasse machen.
Kemm bän ech um Rund, su kitt mät „hopp, hopp“
en lunk Rend Schlidden de Biërij erof.
Draf sätzen än äre farwije Jacken
de Medscher uch Gangen mät ruide Backen;
der Linker mät ugesponntem Gesicht,
de undern hålde sich un em gunz dicht.
Nea hot e Schlidde sich iwwerschliun!
Dåt git e Gemonjsel, net zem siun!
Af iest senj dra Schlidden af dem Hufen,
de Hiewder senj anj, de Foaß senj uewen.
Det Winzeln äm Schnie moaß vergnajlich senj!
Allmehlich norr schied sich „menj“ vun „denj“.
Und schui giht et ferder bäs owen änt Tol.
Dett wedjerhuelt sich änj wedjer, eagezåhlt Mol.
Und plötzlich wieß ech, wot frihlich mich macht:
de Kändjerschor, däi eabeschwert lacht,
und däi mich af en gunz kurtsch Zetj
de dajlich Sarje vergesse let.



Reps, September 1982

Schlagwörter: Saksesch Wält, Mundart, Gedicht

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