3. April 2010

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Dietrich Weber: Üstern a Siwebärjen (Erannerungen öüs der Kandjheït)

Den Dialekt, den Dietrich Weber im folgenden Oster-Gedicht in siebenbürgisch-sächsischer Mundart verwendet, den hatten wir schon einmal in der Rubrik „Sachsesch Wält“. Ja, richtig: Schirkanyen! Das war in der Siebenbürgischen Zeitung vom 31. Juli 2009, Seite 6. Dort findet man auch die Biografie von Dietrich Weber. Hanni Markel und Bernddieter Schobel, die die „Sachsesch Wält“ betreuen, wünschen allen Lesern dieser Zeitung frohe, gesegnete Feiertage oder, wie es in Schirkanyen sehr schön heißt: „E glacklich hällijen Dauch!“
Mer kåndjen Üstern kåm erwuerten
åls Kandj dö an dem Såchselämd,
de Üsteroiër an dem Guerten
am Nast, dö un dem Guerterämd.

Et klungen hall de Kircheglöcken.
Zem Gottesdainst ganj em beduecht,
de Männer an de Såntjichröcken,
de Frauen an der Såntjichtruecht.

Em wånscht, santj older Zätj erfueren,
åf såchsesch – wai et Traditiön –
en „Glacklich hällich Dauch!“ drön gueren,
dai’m trof åwer vurbai soch gön.

De Olden oßen Hönklich, Kachen.
De Klänne wore früh dööüs
am Guerten, Üsteroiër sacken
håndjer der Schuiër, Höf uch Höüs.
De Möünsbälder a Såntjichsåchen
ganjen de Metscher, Frauen spratzen.
De Frauen deïte sich heïsch mochen,
de Zätj fur Vorbereïdung natzen.
Dië Sprach, dië kännte schun de Spatzen:
Em fröcht, wai an em jede Gör,
dezent: „As et erlöüwt ze spratzen?“,
end spratzt drön de Parfüm ant Hör.

Likör åch Schnaps am Palibecher, åch Üsteroiër noch zem Schmöüs;
em oß end nippt, nät wai en Zecher,
end wätjer drön vun Höüs ze Höüs!

De Zieharmonika deït klånjen
am Höf, beim Wämdern durch de Goss.
De Jugend, dai deït Leïdscher sånjen
mat Leïdentschåft, mat Miët uch Spoß.
De Gangen tåtzten Üsteroiër –
wot net zebroch, dot hått gewånnen –,
drön oß em se, su wor dot froiër,
mat Solz, mat Frodj uch gämz besånnen.

End fuiërten åch gäz der Booch drön
de Blöch uch Üstern ze diër Zätj,
su törscht em „Hristos a-nviat!“ sön,
gämz öhne Schum åch öhnen Nädj.

Der Heïlämd, die wor åferstämden!
Fur ålle Manschen däser Iërd,
fur Ugehierijen åch Främden
wor Fuiërn åch de Frodj e Wiërt.

Schlagwörter: Ostern, Kirche und Heimat, Gedicht, Burzenland

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