14. Januar 2014

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„Jeder Siebenbürger Sachse sollte Mitglied sein“

Die Vorstände des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften sowie des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland haben sich am 10. Januar in der Münchner Bundesgeschäftsstelle des Verbandes der Siebenbürger Sachsen zum Gesprächsaustausch getroffen. Das vom HOG-Verband angeregte Treffen, das erste überhaupt auf Vorstandsebene, diente der beiderseitigen Standortbestimmung und verfolgte den Zweck, Möglichkeiten der gemeinsamen Zusammenarbeit auszuloten.
Der Bundesvorsitzende Dr. Bernd Fabritius, MdB, begrüßte die Teilnehmer des Arbeitsgesprächs, seitens des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften (HOG) den Vorsitzenden Hans Gärtner, die stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Hans Georg Franchy und Heinz-Walter Hermann sowie die Geschäftsführerin Ilse Welther. Der Vorstand des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland war vollständig anwesend. So saßen im Begegnungsraum der Bundesgeschäftsstelle, neben dem Bundesvorsitzenden, die Stellvertretenden Bundesvorsitzenden Alfred Mrass, Doris Hutter, Herta Daniel und Rainer Lehni als auch Bundesgeschäftsführer Erhard Graeff ihren Gesprächspartnern gegenüber. Der HOG-Verband hatte Ende Oktober 2013 in Bad Kissingen einen neuen Vorstand gewählt (siehe "HOG-Tagung in Bad Kissingen: "Entdecke deine siebenbürgisch-sächsische Seele"). Nach diesem kürzlich vollzogenen Führungswechsel war es nun ein Hauptansinnen der Verbandsspitze, wie Vorsitzender Hans Gärtner eingangs des Treffens betonte, „uns mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen auszutauschen und ein Signal der gemeinsamen Zusammenarbeit auszusenden“, denn „wir haben die gleichen Ziele“.

Zunächst erörterten die beiden Vorsitzenden im wechselseitigen Dialog die vordringlichsten Aufgabenfelder ihrer Verbände. Dabei wurde auf die verschiedenartige Organisationsstruktur hingewiesen: Während der HOG-Verband nach Herkunftsorten gegliedert ist (aktuell 130 HOGs in neun Regionalgruppen), sind die Mitglieder des landsmannschaftlichen Verbandes ihren Wohnorten entsprechend in Kreis- und Landesgruppen bzw. Landesverbänden organisiert. Mithin unterscheidet sich auch die Ausrichtung der Tätigkeitsschwerpunkte insofern, als der HOG-Verband insbesondere auch die Unterstützung der in Siebenbürgen lebenden Landsleute als seine genuine Aufgabe versteht. Indessen konzentriert sich der Verband der Siebenbürger Sachsen auf die Interessenvertretung seiner in Deutschland lebenden Mitglieder. Die Gemeinschaft - der Siebenbürger Sachsen - ist freilich identisch und folgerichtig ist der HOG-Verband juristisches Mitglied des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Der Beitritt wurde bei der Eröffnung des Heimattages am 26. Mai 2012 in Dinkelsbühl unterzeichnet zum Zwecke einer vertieften Zusammenarbeit der beiden Verbände, vorzugsweise bei der Ausrichtung der jährlichen Heimattage in Dinkelsbühl, bei der Nutzung der Siebenbürgischen Zeitung und der gegenseitigen Vertretung in den Vorständen auf Bundesebene (siehe dazu "HOG-Verband tritt dem Verband bei"). Die Teilnehmer des partnerschaftlichen ...Die Teilnehmer des partnerschaftlichen Gesprächsaustausches des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland mit dem Verband der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften in der Bundesgeschäftsstelle, von links: Heinz-Walter Hermann, HOG-Vorsitzender Hans Gärtner, Ilse Welther, Dr. Hans Georg Franchy, Rainer Lehni, Alfred Mrass, Erhard Graeff, Bundesvorsitzender Dr. Bernd Fabritius, Herta Daniel und Doris Hutter. Foto: Christian Schoger Die Gesprächsteilnehmer äußerten reihum Anregungen, Ideen und Vorstellungen hinsichtlich sinnvoller Kooperationsbereiche. Eine für beide Verbände eminent wichtige gemeinsame Aufgabe, so Dr. Bernd Fabritius, sei die Identitätsbindung der Siebenbürger Sachsen vor dem Hintergrund, dass jüngere Generationen, in Deutschland aufwachsend und sozialisiert, nicht mehr der „Erlebnisgeneration“ angehörten. Bezüglich des siebenbürgisch-sächsischen Kulturgutes bzw. Kulturerbes bestand die einhellige Auffassung, dass dessen Bewahrung eine gesamtgemeinschaftliche Aufgabe ist und bleibt, unabhängig vom jeweiligen Standort und Lebensmittelpunkt (Hans Gärtner: Wir Siebenbürger Sachsen haben ein siebenbürgisches Erbe, egal wo wir leben.“). Die sich aus der traditionell tiefen kirchlichen Verbundenheit der Siebenbürger Sachsen, ihrer gemeinsinnorientierten und kulturellen Prägung ableitende Gesamtverantwortung soll sich auch künftig in vielfältigem Engagement entfalten. Der Stellvertretende Bundesvorsitzende Alfred Mrass wies darauf hin, dass die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien (EKR) beschlossen habe, dass die Siebenbürger Sachsen in Deutschland - „moralisch, nicht juristisch“ (Mrass) - Miterbe des Kulturgutes in Siebenbürgen seien, dass analog dazu die EKR als Miterbe unseres siebenbürgisch-sächsischen Kulturgutes in Deutschland (Kultureinrichtungen in Gundelsheim) Mitverantwortung trage. Er bat den HOG-Vorstand, diese Auffassung in Gesprächen in Rumänien zu vertreten. Beide Verbände sind darüber hinaus bestrebt, die Zusammenarbeit mit der Heimatkirche zu intensivieren.

Im weiteren Gesprächsverlauf kamen vielfältige Beispiele gemeinsamer Zusammenarbeit zur Sprache. So überdenkt der HOG-Verband eine Neustrukturierung und könnte dabei den landsmannschaftlichen Verband in satzungstechnischen Fragen konsultieren. Der Internetauftritt des HOG-Verbandes soll zudem überarbeitet werden. Angeregt wurde ferner eine noch stärkere Verzahnung von HOGs und Kreisgruppen, um beim Einsatz von Ressourcen, bei Aktivitäten und Veranstaltungen Synergieeffekte zu erzielen. Der HOG-Verbandsvorsitzende Hans Gärtner empfahl eine regelmäßige, wenn möglich alljährliche Mitgestaltung des Heimattages in Dinkelsbühl durch wechselnde Regionalgruppen. Nach der Regionalgruppe Burzenland 2011 wird die Regionalgruppe Zwischenkokelgebiet 2015 Mitausrichter des Heimattages in Dinkelsbühl sein. Der Bundesvorsitzende Dr. Bernd Fabritius begrüßte diesen Vorschlag, der im Heimattagausschuss beraten werden soll. Dr. Hans Georg Franchy lud den Vorstand des landsmannschaftlichen Verbandes ein, im Herbst in Bistritz präsent zu sein, wenn der Evakuierung aus Nordsiebenbürgen vor 70 Jahren gedacht wird.

Am Ende der knapp dreistündigen Sitzung verständigte man sich auf den an alle Siebenbürger Sachsen gerichteten gemeinsamen Appell zur Mitgliedschaft in diesen beiden die Gemeinschaft tragenden Organisationen. Der HOG-Vorsitzende Hans Gärtner bekundete überzeugt: „Jeder Siebenbürger Sachse sollte Mitglied des Verbandes der Siebenbürger Sachsen sein.“ Dr. Bernd Fabritius unterstrich seinerseits: „Der HOG-Verband und der Verband der Siebenbürger Sachsen kooperieren partnerschaftlich auf gleicher Augenhöhe.“

Christian Schoger

Schlagwörter: Sitzung, München, HOG, Verband

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