7. August 2015

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Historische Rettungsaktion

Der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. ruft alle siebenbürgischen Organisationen, Landsleute und deren Freunde zur Rettung von Schloss Horneck in Gundelsheim am Neckar auf. Der Verband lancierte den größten Spendenaufruf in seiner 66-jährigen Geschichte in einer außerordentlichen Bundesvorstandssitzung am 2. August 2015 in München. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Veräußerung des Schlosses an Dritte zu vermeiden. Der Hilfsverein der Siebenbürger Sachsen „Johannes Honterus“ e.V., seit 1960 Eigentümer von Schloss Horneck und Betreiber der dortigen Alten- und Pflegeheimes, hatte am 3. Juni 2015 Insolvenz angemeldet.
Als Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Heilbronn den Rechtsanwalt Dr. Marcus Egner eingesetzt, der nun über das Vermögen des Hilfsvereins „Johannes Honterus“ verfügt und die Interessen der Gläubiger vertritt. Die Liegenschaft Schloss Horneck ist mit ca. 2,5 Millionen Euro Schulden belastet. Der Bundesvorstand des Verbandes der Siebenbürger Sachsen hat in einer außerordentlichen Sitzung am 2. August 2015 in München beschlossen, ein Angebot für die Übernahme der Liegenschaft Schloss Horneck zu erarbeiten und darüber mit dem Insolvenzverwalter zu verhandeln. Grundlage des Angebotes ist der gemeinsam mit dem Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrat verfasste Projektenwurf (siehe „Siebenbürgisches Kultur- und Begegnungszentrum auf Schloss Horneck“).

Der Bundesvorsitzende Dr. Bernd Fabritius erläuterte das Projekt zur Gründung einer neuen Stiftung, die sicherstellen soll, dass Schloss Horneck auch in Zukunft unsere siebenbürgischen Kultureinrichtungen beherbergt. Um das Schloss effektiv zu nutzen, soll eine Begegnungsstätte eingerichtet werden. Durch die Schaffung der Infrastruktur für Tagungen, Begegnung und Geselligkeiten mit Übernachtungsmöglichkeit im Schloss könne der bisherige Kulturbetrieb mit einem deutlichen Mehrwert ergänzt werden.

Die Sanierung des denkmalgeschützten Schlosses könnte von Bund, Land und Stadt gefördert werden. Zudem werden öffentliche Mittel für die zu gründende Stiftung eingeworben. „Die Kultureinrichtungen, das heißt das Siebenbürgische Museum sowie das Siebenbürgen-Institut mit Bibliothek und Archiv, sind und bleiben stehende Einrichtungen, die selbstständig weiterfunktionieren werden“, betonte der Bundesvorsitzende. Dr. Konrad Gündisch, Vorsitzender des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrates e.V., regte an, Schloss Horneck künftig auch als Künstlerkolonie im Sinne der römischen „Villa Massimo“ zu nutzen und Künstler- und Forscherstipendien einzurichten. Krisensitzung des Bundesvorstandes am 2. August ...Krisensitzung des Bundesvorstandes am 2. August 2015 in München. Foto: Siegbert Bruss Ein gravierendes Problem wurde am 27. Juli 2015 offenkundig, als der Insolvenzverwalter Dr. Marcus Egner den Heimbewohnern von Schloss Horneck mitteilte, dass der Brandschutz infolge früherer Versäumnisse nicht mehr gewährleistet sei. Den 27 Bewohnern im alten Gebäude wurde daher zum 30. September 2015 gekündigt. Nicht betroffen von dieser Maßnahme sind die 54 Bewohner im Neubau der Pflegeabteilung.

Für die Bewohner des Schlosses setzt sich der Verband der Siebenbürger Sachsen ein, indem er zunächst ein Angebot unserer Gemeinschaft an den Insolvenzverwalter richten wird. Dadurch rückt auch die Lösung des Brandschutzes in greifbare Nähe. Das erwähnte Konzept beinhaltet auch altersgerechte Wohnmöglichkeiten im Schloss, um einen Umzug der derzeitigen Bewohner des Rüstigenbereiches zu vermeiden.

Die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter und den Behörden vor Ort wird eine Arbeitsgruppe führen, bestehend aus Alfred Mrass, Stellvertretender Bundesvorsitzender, Michael Konnerth, Vorsitzender der Landesgruppe Baden-Württemberg, Dr. Konrad Gündisch, Kulturratsvorsitzender, und Rechtsanwalt Bernd G. Rathke, der als Berater an der Sitzung in München teilnahm.

Zur Rettung des Schlosses Horneck wird ein Spendenaufruf in dieser Ausgabe der Siebenbürgischen Zeitung veröffentlicht (siehe Seiten 1 und 3). Die Spenden sind steuerlich absetzbar, der Verband stellt dafür Spendenbescheinigungen aus. Für Spender und Stifter werden Bausteine, der Eintrag in die Stiftertafel, die Übernahme von Patenschaften für einzelne Zimmer u.a. in Aussicht gestellt.

Siegbert Bruss


Lesen Sie dazu auch:

Aufruf zur Sicherung der siebenbürgisch-sächsischen Einrichtungen: Helfen Sie mit, Schloss Horneck zu retten!

Das Siebenbürgische Museum Gundelsheim

Schlagwörter: Bundesvorstand, Sitzung, München, Gundelsheim, Schloss Horneck

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