27. September 2015

Starkes Signal der Solidarität

Gesammelte Reaktionen auf den geglückten Kauf von Schloss Horneck: Freude über die „gewaltige Spendenbereitschaft unserer Landsleute“ – Zuversicht für künftige Herausforderungen
Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch, Vorsitzender des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrats: „In einem beispiellosen und beispielgebenden Kraftakt haben die Siebenbürger Sachsen sich und der Welt binnen weniger Tage gezeigt, wie wichtig ihnen ihre Kultur ist, haben – gemessen an ihrer geringen Zahl – gigantische Summen gespendet, um ihre ‚Kulturburg‘ zu erhalten. Bereits früher war diese Bereitschaft, für das kulturelle Erbe der Siebenbürger Sachsen einzustehen, mehr als beeindruckend. Der Hilfsverein der Siebenbürger Sachsen ‚Johannes Honterus‘ hat über Jahrzehnte den Aufbau der Siebenbürgischen Bibliothek und des Museums in Gundelsheim erst möglich gemacht, indem er ihnen großzügig fast mietfreie Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat; die unzähligen Spenden unserer Landsleute haben den Betrieb dieser Kultureinrichtungen Jahr für Jahr gefördert, ja ermöglicht; die ehrenamtlichen Einsätze von Persönlichkeiten wie Dr. Ernst Wagner, Dr. Horst Moeferdt, Prof. Walter König, Dr. Otto Mittelstrass, Lore Connerth, Dr. Luise Treiber-Netoliczka, Balduin Herter, Rolf Schuller und vieler anderer haben die Kulturarbeit koordiniert und kanalisiert. Nun, nach dem Rückerwerb des Schlosses Horneck, steht unsere Gemeinschaft vor der Herausforderung, es zu behalten und zu einem bedeutenden Kultur- und Begegnungszentrum auszubauen. Die Arbeit fängt gerade erst an und fordert uns alle heraus! Alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der siebenbürgischen Kultureinrichtungen auf Schloss Horneck danken jedem und jeder, die mit kleineren, größeren und ganz großen Beträgen und mit viel ehrenamtlicher Arbeit die Zukunft sichern halfen, danken insbesondere dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und seinen Untergliederungen für den großartigen, nicht selbstverständlichen Einsatz, ganz besonders seinem Bundesvorsitzenden Dr. Bernd Fabritius, MdB. Doch hat unser aller Eigeninitiative auch Signalwirkung: Wir packen zu, wir schaffen es, Herausforderungen anzunehmen und zu meistern, wir stehen zu unserer Kultur und Geschichte. Aber wir fordern auf dieser Grundlage auch die Hilfe der öffentlichen Hand ein, die ihre gesetzlichen Verpflichtungen kennt. Bund und Länder investieren gewiss nicht umsonst, sondern in ein zukunftsträchtiges, von der Gesamtgemeinschaft der Siebenbürger Sachsen mit gewaltigem Einsatz getragenes Projekt!“


Heike Schokatz, Bürgermeisterin der Stadt Gundelsheim: „Wir freuen uns und sind unendlich dankbar! Die Zukunft von Schloss Horneck, das Wahrzeichen unserer Deutschordensstadt Gundelsheim, ist gesichert. Der neu gegründete Verein Siebenbürgisches Kulturzentrum ,Schloss Horneck‘ e.V. hat möglich gemacht, was nicht mehr möglich schien: Schloss Horneck bleibt kulturelles Zentrum der Siebenbürger Sachsen in Gundelsheim. So bleibt das größte Neckarschloss nach Heidelberg weiterhin mit Leben erfüllt und der hohe touristische Stellenwert für unsere Bürger, aber auch für Besucher aus nah und fern erhalten. Bei allen Stadtführungen ist Schloss Horneck der Anziehungspunkt, und auch das Siebenbürgische Museum wird von zahlreichen Gästen gerne besucht. Schloss Horneck schmückt auch bei den Touristikgemeinschaften zahlreiche Prospekte und Internetseiten und die Ausstellungen des Siebenbürgischen Museums finden in der gesamten Region große Beachtung. Die Zusammenarbeit mit den siebenbürgischen Kultureinrichtungen wurde gerade in den letzten Jahren sehr erfolgreich ausgebaut und gemeinsam entstanden so neue touristische Angebote. Der prachtvolle Festsaal im Schloss wird außerdem für Trauungen und romantische Schlosskonzerte genutzt. Somit steht Schloss Horneck auch in Zukunft für Kultur, Tradition und Geschichte! Eine tragfähige Zukunft für die Siebenbürger Sachsen, aber auch für die Bürger unserer Stadt.“
Heute und auch in Zukunft weht die blau-rote ...
Heute und auch in Zukunft weht die blau-rote Fahne mit goldenem Wappen vom Turm der ,,Sachsenburg am Neckar“. Foto: Jutta Fabritius
Dr. Johann Kremer, Vorsitzender des Sozialwerks der Siebenbürger Sachsen: „Wie können einzelne kulturelle Identitäten, bei engem Zusammenspiel von verschiedenen Kulturen und weltweiten Kontakten, noch gewahrt werden? Wir Siebenbürger Sachsen sind und bleiben Individuen mit einer eigenen kulturellen Identität und leben in unterschiedlichen lokalen Kulturen. Es wäre unachtsam, sich einer bloßen Universalisierung und Vereinheitlichung zu unterwerfen und den Verlust kultureller Identität in Kauf zu nehmen. Deshalb hat sich das Sozialwerk, seiner Satzung folgend, an der Gründung des Trägervereins Siebenbürgisches Kulturzentrum ,Schloss Horneck‘ e.V. mit einer erheblichen Summe von 150000 Euro beteiligt. Diesen Betrag konnten wir nur dank der Mittel aus Nachlässen der Mitglieder unseres Verbandes aufbringen.“


Michael Konnerth, Vorsitzender der Landesgruppe Baden-Württemberg: „Die finanzielle Lage des Hilfsvereins ,Johannes Honterus‘, die mich als neugewählten Vorstand der Landesgruppe kurz vor dem Heimattag 2015 erreichte, hat mich zum sofortigen Handlung gezwungen. Am 13. Mai und am 4. Juli wurden dringende Sitzungen des geschäftsführenden Vorstandes einberufen, um ein Konzept zur Rettung von Schloss Horneck zu erarbeiten. Da eine Rettung der gesamten Einheit in Gundelsheim finanziell nicht machbar war, haben wir uns für ein Projekt zur Rettung des Schlosses durch Erwerb aus der Insolvenz eingesetzt. Die Landesgruppe mit ihren Kreisgruppen hat am 12. September bei einer vorgezogenen Landesvorstandssitzung Maßnahmen zur Unterstützung des Projektes Siebenbürgisches Kulturzentrum ‚Schloss Horneck‘ e.V. beschlossen: Die Landesgruppe spendet 50000 Euro und die Kreisgruppen 10 Prozent ihres Guthabens, was sich ebenfalls auf etwa 50000 Euro belaufen dürfte. Zudem werden die Landesgruppe wie auch die Kreisgruppen in den Jahren 2015, 2016 und 2017 jeweils 2 Prozent ihrer Mitgliedsbeiträge spenden. Und jede Kreisgruppe wird Mitglied im Trägerverein. Persönlich habe ich mich bei der Gründungsversammlung des Trägervereins als Kassenwart zur Wahl gestellt, um zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern aktiv den Verein zu unterstützen.“

Dr. Ulrich A. Wien, Vorsitzender des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde: „Die anvisierte Lösung eines ‚Rückkaufs‘ von Schloss Horneck für das Siebenbürgen-Institut mit Bibliothek und Archiv sowie für das Siebenbürgische Museum war nach von allen geteilter Einschätzung alternativlos. Mit dem Kauf von Schloss Horneck ist ein wichtiger erster Schritt gelungen: Das Domizil für die historisch wertvollen Bestände konnte erhalten werden. Mit dieser Entscheidung ist kurzfristig die Schließung des Instituts und die Verbringung von Bibliothek und Archiv in irgendein Depot verhindert und mittelfristig die Chance zu einer optimierten Fortsetzung der Arbeit ergriffen worden. Der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde hat dafür sämtliche finanziellen Reserven als ‚Nothilfe‘ mobilisiert (100000 Euro; die Redaktion), um nicht nur unsere volle Unterstützung zur Rettung des Domizils des Instituts mit Bibliothek und Archiv zu bekunden, sondern auch ein starkes Signal der gemeinsamen und gegenseitigen Solidarität zu senden. Geschichte und Kultur Siebenbürgens werden im Schloss Horneck Zukunft haben!“


Dr. Irmgard Sedler, Vorsitzende des Trägervereins Siebenbürgisches Museum Gundelsheim: „Die Rettung von Schloss Horneck erfüllt uns mit Zuversicht, auch dahingehend, dass die Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland ihre Verantwortung für das kulturelle Erbe auch weiterhin wahrnehmen wird. Wir hoffen, dass die großzügige Geste all jener, die dem Appell des Bundesvorsitzenden mit Geldspenden für den Erhalt dieser zentralen Kultur- und Gedächtnisstätte des Sächsischen prompt und unbürokratisch gefolgt sind, in Zukunft in die Breite wirken wird. Das Siebenbürgische Museum wird über eine weitere Zuwendung des Bundes seine Arbeit ab Oktober, nun mit einer zusätzlichen Wissenschaftlerin verstärkt – die Stelle des Leiters des Siebenbürgischen Museums Dr. Markus Lörz ist in eine unbefristete umgewandelt worden –, im gewohnten räumlichen Umfeld weiterführen können. Dafür setzen wir uns alle ein.“


Hatto Scheiner, Vorsitzender der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek: „Die Mitglieder des Vorstandes und des Beirates der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek bringen hiermit ihre Freude und Erleichterung zum Ausdruck, dass es den beteiligten Personen, Gremien und Institutionen gelungen ist, eine gute Lösung für die Standort- und Existenzfrage der Kultureinrichtungen in Gundelsheim zu finden und zu schaffen. Sowohl alle Mitglieder des Vorstands, als auch des Beirats haben die Gewissheit, mit dieser Maßnahme im Sinne aller Freunde und Förderer der Kultureinrichtungen in Gundelsheim gehandelt zu haben, und dass alle Unterstützer der Stiftung zurecht stolz sein können, an der Rettung des Standorts Schloss Horneck beteiligt zu sein. Durch die zusätzliche Einrichtung einer zentralen Begegnungsstätte der Siebenbürger Sachsen wird Schloss Horneck noch mehr zu einem unserer herausragenden Wahrzeichen in Deutschland. Dieser außerplanmäßige Förderbetrag, der der Notlage unseres Förderobjektes (Institut mit Bibliothek) geschuldet ist, bedarf besonderer Maßnahmen seitens der Stiftung. So wurde beschlossen, in diesem Jahr keine Rücklagen aus den Erträgen zu bilden und Spenden ohne Zweckbindung für die Rettung unserer Kultureinrichtungen zu verwenden.“


Herta Daniel, Stellvertretende Bundesvorsitzende, Vorsitzende des Landesverbandes Bayern: „Die Tatsache, dass unser Verband in der Lage war, die respektable Summe von 1 Million Euro für Schloss Horneck zu bieten, ist ein eindeutiger Beleg für den Gemeinschaftssinn der Siebenbürger Sachsen. Die Spendenbereitschaft (nicht nur) unserer Landsleute war gewaltig! Als Landesvorsitzende in Bayern freut es mich sehr, dass sich die meisten Kreisgruppen und Personenvereinigungen mit Spenden von bis zu 5-stelligen Eurobeträgen eingebracht haben! Äußerst positiv überrascht waren wir von der Raiffeisenbank Dinkelsbühl, die mit 100000 Euro ihre Solidarität mit uns zum Ausdruck brachte! Mich persönlich haben die Spenden der SJD und der Jugendtanzgruppe München besonders beeindruckt: Das macht Mut und schafft Gewissheit, dass der Erhalt der Einheit und der Fortbestand unserer Kultureinrichtungen von unserer jungen Generation gewünscht wird! Meine Wahl in den Vorstand des neu gegründeten Vereins Siebenbürgisches Kulturzentrum ,Schloss Horneck‘ e.V. stellt für mich eine neue Herausforderung dar. Zu unseren vorrangigen Aufgaben zählen der Aufbau dieses Kultur- und Begegnungszentrums sowie die Förderung des Stiftungskapitals als Grundlage für eine langfristige Sicherung dieser Einrichtung.“


Dr. Harald Roth, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde: „Vor wenigen Tagen feierten wir sechs Jahrzehnte Siebenbürgische Bibliothek, davon 52 Jahre auf Schloss Horneck. Die Dokumentation von rund neun Jahrhunderten sächsischer Kultur und Geschichte hat sich während dieser Zeit Gewölbe um Gewölbe in den Schlossverliesen erobert, bis vor rund zwanzig Jahren der Platz nicht mehr ausreichte und man zusätzlich in die Stadt ausweichen musste. Siebenbürgen und die Siebenbürger Sachsen werden hier ganzheitlich gesehen, keine andere Region und keine andere auslanddeutsche Gruppe sind in Deutschland so umfassend an einem Ort dokumentiert. Dass wir nun am angestammten Platz bleiben, die Gewölbe für unser kulturelles Gedächtnis erweitern, unser bewährtes Personal behalten können, ist eine freudige und zukunftsträchtige Nachricht – so schmerzlich der Verlust des Altenheims, eines jahrzehntelangen Wegbegleiters, auch ist. Jetzt gilt es, die Ärmel hochzukrempeln, das ganze Siebenbürgen-Institut mit Bibliothek und Archiv im Schloss unterzubringen und alles für dessen langfristige Sicherung zu tun.“


Dr. med. Bernhard Lasotta, MdL: „Als Vorsitzender des Fördervereins für das Siebenbürgische Museum in Gundelsheim freut es mich außerordentlich, dass es gelungen ist, mit dem Verein Siebenbürgisches Kulturzentrum ‚Schloss Horneck‘ e.V. eine Zukunftsvision zum Erhalt der siebenbürgischen Einrichtungen auf Schloss Horneck zu schaffen. Die Aufgabe des Fördervereins liegt insbesondere in der finanziellen Unterstützung des Siebenbürgischen Museums Gundelsheim. Es ist mir jedoch auch ein Herzensanliegen, die neu gegründete Trägerstiftung nach Kräften zu unterstützen, um die Einheit der siebenbürgischen Einrichtungen und Institutionen beibehalten zu können. Ich würde mich freuen, wenn das gemeinsame Projekt durch zahlreiche weitere Spenden unterstützt werden könnte. Ebenso freue ich mich über jedes Interesse am Siebenbürgischen Museum und möchte viele ermutigen, die Ausstellungen im Schloss zu besuchen, damit die dortige umfangreiche Sammlung als Zeugnis und Erinnerung an die reiche und vielfältige Kultur der Siebenbürger Sachsen erhalten bleiben kann.“


Ortwin Götz, Vorsitzender des Verwaltungsrates des Hilfsvereins „Johannes Honterus“, hat an der Gläubigerversammlung als Schuldner teilgenommen: „Die mit Spannung erwartete Gläubigerversammlung beim Amtsgericht Heilbronn hat für die Siebenbürger Sachsen die freudige Nachricht erbracht, dass das Schloss Horneck weiterhin ihnen gehören kann. In der nichtöffentlichen Versammlung durften außer den Gläubigern nur noch Vertreter des Schuldners anwesend sein, sodass der Hilfsverein ,Johannes Honterus‘ durch die 2. Vorstandsvorsitzende Christa Andree und mich als Vorsitzender des Verwaltungsrates vertreten war. Aus dem Bericht des Insolvenzverwalters Dr. Egner war zu entnehmen, dass es ein tragfähiges Konzept gibt, den Betrieb des neu gegründeten Vereins Siebenbürgisches Kulturzentrum ,Schloss Horneck‘ im Schloss aufzunehmen. Auf die Frage der leitenden Anwältin, ob die Gläubiger dem Konzept zustimmen, gab es weder Ablehnung noch Enthaltung, sodass der Weg frei war für den Start des neuen Vereins. Nach dem Ende der Versammlung dankten Frau Andree und ich Dr. Egner aufrichtig dafür, dass er das Nutzungskonzept so wohlwollend und realistisch dargelegt hatte und damit die Gläubiger überzeugte.“


Edwin-Andreas Drotleff, Bundesjugendleiter der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD): „Die SJD freut sich sehr, dass es geglückt ist, Schloss Horneck zu erwerben und damit den Erhalt der dort ansässigen Kultureinrichtungen zu sichern. Dies ist für die SJD in besonderem Maße wichtig, da sie sich am Anfang der aktuellen Amtsperiode mittels einer Patenschaft über die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek unlängst zu den Kultureinrichtungen im Schloss Horneck bekannt und in diesem Sinne auch den Kauf des Schlosses mit einer Spende von 10000 Euro unterstützt hat. Die SJD ist damit Gründungsmitglied und wird sich aktiv in das Kulturzentrum auf Schloss Horneck einbringen. Dies kann über Tanzveranstaltungen im Burggraben oder ein weiteres Benefizkonzert geschehen – Ideen sind jedenfalls vorhanden. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im Verein Siebenbürgisches Kulturzentrum ,Schloss Horneck‘ e.V.“


Hans Gärtner, Vorsitzender des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften (HOG): „Der erste Schritt ist getan. Viele weitere müssen folgen. Es freut mich, dass die HOGs auch einen großen Beitrag zum Erwerb des Schlosses Horneck als dem siebenbürgischen Kulturzentrum und Begegnungsstätte in Deutschland geleistet haben. Wir werden die weiteren Maßnahmen begleiten und wo immer notwendig und machbar unterstützen. Es ist wichtig, dass dem Begegnungszentrum Leben eingehaucht wird, und dort sehe ich ein großes Potenzial der HOGs.“


Reinhold Sauer, Vorsitzender der Carl Wolff Gesellschaft (CWG): „Der Vorstand der CWG hat seit Bekanntgabe der Insolvenz des Hilfsvereins ,Johannes Honterus‘ reges Interesse an der Rettung des Schlosses gezeigt. Unser Ziel war es, dass die einzigartigen siebenbürgischen Kultureinrichtungen, die hier seit Jahrzehnten beheimatet sind, dies auch weiter bleiben können, trotz Insolvenz, die zum großen Teil durch Misswirtschaft des Schlossverwalters verschuldet wurde. Wir sehen uns in der Pflicht, bei der Rettung des Schlosses vor allem den wirtschaftlichen Faktor zu vertreten. Auf unsere Initiative ist eine kurzfristige Begehung der Immobilie organisiert worden, an der CWG-Vorstandsmitglieder teilgenommen haben. Daraufhin wurde ein Nutzungskonzept vorgeschlagen, das mit Zahlen belegt wurde, wie die Einnahmen und Ausgaben für die nächsten 20 Jahre aussehen könnten. Diesen Vorschlag stellte unser Kollegen Dieter Thiess bei der Gründung des Vereins Siebenbürgisches Kulturzentrum ‚Schloss Horneck‘ e.V. am 27. August den Gründungsmitgliedern vor. Thiess hat sich auf Vorschlag von Dr. Fabritius bereit erklärt, die Geschäftsführung des Vereins zu übernehmen. Dazu kamen noch substanzielle Spenden aus unseren Reihen, stellvertretend seien Hans-Martin Tekeser und Helmuth Hensel genannt. Sobald die Sanierungsarbeiten anstehen, werden sich weitere CWG-Mitglieder einbinden lassen. Die CWG wird sich als Gründungsmitglied des Siebenbürgischen Kulturzentrums ‚Schloss Horneck‘ nach Kräften um den Fortbestand unserer ‚Sachsenburg‘ bemühen.“


Dekan i.R. Hermann Schuller, Vorsitzender der Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD (Hilfskomitee): „Der Kauf von Schloss Horneck in Gundelsheim ist für unsere siebenbürgische Gemeinschaft von großer kultureller und historischer Bedeutung. Durch die Unterbringung des Archivs und der Bibliothek war es schon in den zurückliegenden Jahrzehnten Sammelpunkt für interessierte Landsleute und bot Studierenden die Möglichkeit, themenorientierte Forschungen zu betreiben. Durch den Erwerb des Hauses wird die Erweiterung dieses Bereiches sicher möglich sein. Sehr wichtig wird das Haus für vielfältige kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen und internationale Begegnungen sein. Ein zukunftsorientiertes kulturelles Zentrum für uns alle. Daher sind alle Anstrengungen, das Haus zu erwerben, gerechtfertigt. Wir Siebenbürger Sachsen weisen gerne auf unser historisch bedingtes Gemeinschaftsbewusstsein hin. Schloss Horneck wird dafür auch in Zukunft eine entsprechende Herausforderung sein. Die eingegangenen Beiträge beweisen dieses kostbare Erbe. Wir sind guter Zuversicht, dass die junge Generation sich diesem Erbe verpflichtet fühlt. Die Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachen erbringt für den Kauf des Schlosses einen Beitrag von 50000 Euro.“


Roswitha Flurer (80 Jahre, Frauenreferentin des Kreisverbandes Nürnberg; die gebürtige Hermannstädterin lebt seit einem halben Jahrhundert in Nürnberg und hat gleich zweimal gespendet): „Mein Wunsch war, dass dieses Schloss bei uns bleibt. Unsere Landsleute haben so viel Aufbauarbeit geleistet, das soll nun nicht verloren gehen. Ich war sehr oft auf Schloss Horneck, da meine inzwischen verstorbene Tante im Seniorenheim gewohnt hat. Auch beim diesjährigen Tag der offenen Tür bin ich da gewesen. Ich hoffe, dass sich die junge Generation weiterhin für das Schloss und die Kultureinrichtungen interessiert, damit es auch in Zukunft erhalten bleibt.“


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Schloss Horneck bleibt unsere „Sachsenburg am Neckar“!

Schlagwörter: Schloss Horneck, Gundelsheim, Kulturrat, Siebenbürgen-Institut, Siebenbürgisches Museum, Siebenbürgische Bibliothek, Förderverein, Sozialwerk, Hilfskomitee, Carl Wolff Gesellschaft, Fabritius

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