23. Mai 2020

Siebenbürgische Pflegeheime trotzen Corona-Pandemie

Berlin – Beschäftigte in der ambulanten und stationären Altenpflege erhalten in diesem Jahr eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von bis zu 1000 Euro. Das haben Bundestag und Bundesrat am 14. bzw. 15. Mai beschlossen. Überdies können Länder und Arbeitgeber den Betrag auf 1500 Euro aufstocken. Eine entsprechende Zusage erteilten bereits Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Schleswig-Holstein.
Pflegekräfte in Deutschland fordern seit Jahren mehr Wertschätzung für ihre Arbeit. Mit Ausbruch der Covid-19-Pandemie sind ihre Belastungen auch in psychologischer Hinsicht enorm gestiegen, da ältere oder immungeschwächte Menschen zu den besonders gefährdeten Risikogruppen gehören. So stellt das Robert Koch-Institut in seinen für ambulante Pflegedienste herausgegebenen Hinweisen fest: „COVID-19-Erkrankungen sind insbesondere für ältere Menschen und Personen mit vorbestehenden Grunderkrankungen, wie z. B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen, gefährlich.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai die Arbeit von Ärzten, Krankenschwestern und Pflegerinnen in der Corona-Krise als „gelebte Solidarität“. In seiner Videobotschaft wandte sich Steinmeier auch den infolge der Corona-Krise von ihren Angehörigen isolierten Menschen in Pflegeheimen zu, „die dieses Land aufgebaut haben und die jetzt besonders gefährdet sind“. Hoffnung gebe es für diejenigen, „die auf Hilfe angewiesen sind, die unter Einsamkeit gelitten haben in den letzten Wochen“, denn Besuche in den Heimen seien „bald wieder möglich“. „Die Aufmerksamkeit und der Schutz der Älteren unter uns entscheiden über die Menschlichkeit unseres ganzen Landes“, unterstrich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Alten- und Pflegeheime gelten als Brennpunkte der Pandemie. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind etwa ein Drittel aller in Deutschland dem Corona-Virus zum Opfer gefallenen Menschen in Pflegeheimen und anderen Betreuungseinrichtungen gestorben. „Bis zu 20 Prozent der Bewohner sterben nach der Infektion. Der Mangel an Personal und Material wird offenbar“, berichtete die Süddeutsche Zeitung (22. April 2020). Während manche Pflegeheime fürchterlich heimgesucht wurden, blieben andere verschont. Mit bundesweit geltenden Besuchsverboten und strengen hygienischen Maßnahmen wurde versucht, Pflegeheimbewohner wie Pflegekräfte vor der Gefahr einer Corona-Infektion zu schützen.

Wie stellt sich die aktuelle Lage der Siebenbürgerheime in Deutschland dar? Dazu zählen neben dem Siebenbürgerheim Lechbruck und dem Altenheim Siebenbürgen in Osterode am Harz auch das Siebenbürgerheim Rimsting sowie das Wohn- und Pflegeheim in Drabenderhöhe. Nach Auskunft der Heimleiter in Rimsting, Michael Schlander, und Drabenderhöhe, Marcus van Breen, ist es in ihren Einrichtungen bislang zu keinen Infektionsfällen gekommen. Inzwischen wurde das Besuchsverbot sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Bayern gelockert. Mit welchen konkreten Maßnahmen man in Rimsting bzw. Drabenderhöhe auf die neue Situation reagiert, erfahren Sie in den Interviews mit Michael Schlander (siehe Krise lehrt Demut und Dankbarkeit - Heimleiter Michael Schlander über die aktuelle Lage im Siebenbürgerheim Rimsting) und Marcus van Breen (Kein Infektionsfall im Wohn- und Pflegeheim in Drabenderhöhe: Heimleiter Marcus van Breen im Gespräch) in der Siebenbürgischen Zeitung Online.

Christian Schoger

Schlagwörter: Altenheim, Pflegeheim, Rimsting, Drabenderhöhe, Lechbruck, Osterode, Bundespräsident, Steinmeier, Pflege, Corona

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