30. Juni 2020

Gratulationen zum Zeitungsjubiläum

Zu ihrem 70. Geburtstag erreichten die Siebenbürgische Zeitung Gratulationsschreiben aus Deutschland, Österreich und Rumänien. Martin Bottesch, Vorsitzender des Siebenbürgenforums, Beatrice Ungar, Chefredakteurin der Hermannstädter Zeitung, Manfred Schuller, Bundesobmann des Bundesverbands der Siebenbürger Sachsen in Österreich, und Rohtraut Wittstock, Chefredakteurin der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien, sind nur einige, die gratulieren.

Ein vortreffliches Mittel des Zusammenhalts
Martin Bottesch, Vorsitzender des Siebenbürgenforums, freut sich über die guten Verbindungen

Was dient einer in der Zerstreuung lebenden Gemeinschaft besser als eine Zeitung, die möglichst viele erreicht? Deren Wirkung kommt aber nur dann richtig zur Geltung, wenn ihre Adressaten das Bedürfnis haben, die Bindung zueinander und das Bewusstsein ihrer Herkunft zu wahren, wenn sie als Gemeinschaft weiter bestehen wollen. Das ist bei den Siebenbürger Sachsen der Fall. Ihre im Wandel begriffene individuelle sowie kollektive Identität braucht zum Erhalt den Bezug zu den Wurzeln – und der wird auch über die Zeitung ermöglicht.

Meine nähere Bekanntschaft mit der Siebenbürgischen Zeitung fällt in die Zeit nach der Wende von 1989. Auch für uns nicht ausgewanderte Sachsen und Landler hatten in kurzer Zeit wesentliche und rasche Änderungen stattgefunden. Schon vor jenen merkwürdigen Ereignissen waren viele der „Unsrigen“ weg, aber auch viele noch da. Als wir in Siebenbürgen plötzlich ganz wenige Deutschsprachige geblieben waren, mussten wir uns in der vertrauten Umgebung neu einordnen, unser Verhältnis zum Land und zur Mehrheitsbevölkerung neu definieren. Aber auch unser Verhältnis zu den vielen nun in der Ferne lebenden Siebenbürger Sachsen. In jener Zeit kam die Siebenbürgische Zeitung regelmäßig zum Deutschen Forum nach Rumänien – ich weiß auch heute noch nicht, auf wessen Initiative das geschehen ist und gehe davon aus, dass die Leitung der damaligen Landsmannschaft dafür Sorge getragen hat. Das Bedürfnis, die zersplitterten Teile zusammenzuhalten, war gewiss hier wie dort vorhanden. Mir persönlich schien es von Anfang an wichtig, dass die Verbindung nicht nur auf individueller Ebene zu den Verwandten und Bekannten in Deutschland besteht, sondern auch von Verband zu Verband, ebenso von unserem Verband zu offiziellen Stellen. Ich war nicht der Einzige, der so dachte, die Beziehungen wurden enger und 1993 erfolgte der Beitritt des Siebenbürgenforums zur Föderation der Siebenbürger Sachsen.

Die Siebenbürgische Zeitung ist ein vortreffliches Mittel des Zusammenhalts. Wir werden ständig über Vorhaben, Ereignisse und Entwicklungen bei unseren Landsleuten in Deutschland und Österreich informiert, für sie aber bringt die Zeitung auch Informationen aus Siebenbürgen.

Mich freut das Verhältnis der Achtung und Zusammenarbeit zwischen der Redaktion der Siebenbürgischen Zeitung und unseren deutschsprachigen Zeitungen in Rumänien. Ich wünsche, die Siebenbürgische Zeitung möge noch viele Jahre im Dienste unserer Gemeinschaft wirken und die Sachsen in der Ferne und in der Heimat erreichen und ansprechen.

Martin Bottesch

Kontinuität, Kreativität, Kooperation

Wer hätte gedacht, dass zehn Jahre nachdem das Archiv der Siebenbürgischen Zeitung (SbZ) auch digital gelesen werden kann, ein digitaler Heimattag stattfinden muss. Doch nicht Anpassungsfähigkeit, sondern Kontinuität ist das Stichwort für die 70 Jahre, seit es die Redaktion unserer größeren Schwester gibt. Von Hermann Otto Bolesch über Hans Hartl, Alfred Hönig, Hans Bergel und Hannes Schuster bis zum amtierenden Chefredakteur Siegbert Bruss waren es bisher lediglich sechs. Und alle standen irgendwann vor Herausforderungen, die sie jeweils kreativ meistern mussten. Der Fokus ihrer Bemühungen lag und liegt auf der Gemeinschaft der in Deutschland, Österreich, Kanada, den USA und seit 1990 verstärkt auch die der in Siebenbürgen lebenden Siebenbürger Sachsen. Diesbezüglich war und ist es jeweils eine Herausforderung, einen Korrespondenten/eine Korrespondentin in Rumänien zu finden, der/die regelmäßig berichtet.

Vom 5. bis 7. April 2019 war ich Gast bei dem vom Bundeskulturreferat des Verbands der Siebenbürger Sachsen gemeinsam mit der SbZ unter dem Titel „Wie machen wir Zeitung besser?” organisierten Seminar für ehrenamtliche Pressereferenten und Mitarbeiter. Dabei durfte ich miterleben, wie kollegial die hauptamtlichen Redakteure mit diesen zusammenarbeiten und wie wichtig sie für die Berichterstattung aus dem Verbandsleben sind.

Das macht die SbZ insgesamt aus: Kontinuität, Kreativität und Kooperation über alle Grenzen hinweg, wie es sich für ein grenzübergreifendes Presseorgan ziemt. Wir von der Hermannstädter Zeitung (HZ) erleben diese Kooperationsfähigkeit unserer Kolleginnen und Kollegen von der SbZ stetig und sind dankbar dafür. Zur Feier ihres ehrenwerten Alters und im Zeichen der Kooperation wünsche ich der SbZ, ihren Leserinnen und Lesern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, weiterhin viel Kraft, Ausdauer und auch viel Freude an ihrer Zeitung.

Beatrice Ungar, Chefredakteurin der Hermannstädter Zeitung

Österreich in der Mitte der Zeitung

Der Herausgabe einer Zeitung zu gratulieren, die 70 Jahre in Deutschland, Rumänien, Österreich, ja weltweit, Siebenbürger Sachsen Informationen, Geschichten und Kultur zukommen lässt, ist in der heutigen Zeit von sozialen Medien außergewöhnlich und beeindruckend.

Man fragt sich, wer liest noch Zeitung, wer hält gerne das druckfrische Papier in Händen? Es ginge doch schneller, wenn man sich das Handy nimmt und kurz die Nachrichten überfliegt. Dem ist nicht so. Die Siebenbürgische Zeitung (SbZ) in Händen zu halten, ist auch nach 70 Jahren etwas Wohltuendes, man fühlt sich verbunden mit allen Siebenbürgern weltweit, die genau dasselbe tun. Dennoch unsere Landsleute der dritten und vierten Generation weltweit unter diesen medialen Möglichkeiten zu informieren, ist grandios und vernetzt zukünftige Generationen noch stärker.

Regelmäßig, 20 Mal im Jahr, erscheint die neueste Ausgabe der Zeitung. Das gleiche Format, das gleiche Erscheinungsbild, wie gut das tut, in diesen Zeiten, denn es hat etwas Beruhigendes an sich. Es ist schon fast eine eingeschworene Gesellschaft, die sich der Zeitung hingibt.

Die SbZ war früh schon gemeinschaftsfördernd, mit Weitsicht und Überblick in grenzüberschreitender Weise. Sie wirkte damals schon europäisch, ja sogar weltweit und wurde zum sichtbaren Zeugnis unserer Gemeinschaft und besonderen Geschichte und Kultur. In ihr spiegelte sich unsere gelungene Integration in den „neuen Heimaten“ und machte uns unsere Gemeinsamkeiten bewusst.

Wir in Österreich finden uns in der Mitte der Zeitung. Ein Platz für uns Siebenbürger Sachsen in Österreich wird uns seit Anfang an gewährt. Auch wir senden Informationen und Berichte in aller Welt hinaus. Das rege Leben in unseren Nachbarschaften und Vereinen will ja geteilt werden. Heuer sind es 75 Jahre nach Kriegsende und seit 70 Jahren, seit der ersten Ausgabe der SbZ, werden weltweit Siebenbürger Sachsen mit Nachrichten versorgt.

„70 Jahre“ und der Lesestoff geht nicht aus. Fachberichte mit überaus hohem Niveau kennzeichnen die SbZ von jeher. Es bleibt der Wunsch, in dieser Wellenlänge weiterzumachen, mit bestem Wissen und Gewissen zu recherchieren, dem Journalismus freien Lauf zu lassen, den Leser und die Leserin zu vergewissern, dass die SbZ das Bindungsglied zwischen unseren Landsleuten ist und bleibt.

Herzliche Gratulation an die Herausgeber dieser Zeitung, nein, unserer Zeitung, bei der wir aus Österreich weiterhin unsere Beiträge liefern dürfen und weiterhin möchten, laufend, in der dritten und vierten Generation. Wir möchten auch in Zukunft Teil dieser Zeitung sein und damit unsere Verbundenheit mit allen Siebenbürger Sachsen weltweit ausdrücken. Denn die Siebenbürgische Zeitung ist Teil einer Geschichte, die uns ausmacht.

Alles Gute für die Zukunft!

Konsulent Manfred Schuller, Bundesobmann des Bundes­verbands der Siebenbürger Sachsen in Österreich

Zugehörigkeitsgefühl pflegen und entwickeln

70 Jahre schon begleitet die in München erscheinende Siebenbürgische Zeitung die in Deutschland lebenden Siebenbürger Sachsen und nicht nur, denn die Publikation wird inzwischen in mehreren Ländern der Welt gelesen und ist auch in Siebenbürgen verbreitet. Die laufend aktualisierte Online-Fassung hat den Zugang stark erleichtert. Die Zeitung ist ein wichtiges Sprachrohr der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft in Deutschland, das sich für ihre gegenwärtigen Anliegen einsetzt, ihr ein spezifisches Wissen um ihre Wurzeln und Geschichte vermittelt, die Mitglieder in ihrem Zugehörigkeitsgefühl bestärkt und dieses Gefühl bei der jüngeren Generation entwickelt. Die Siebenbürgische Zeitung ist ein Symbol der Identität und der Lebenskraft der Gemeinschaft. Sie trägt zum Identitätsbewusstsein der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, aber ebenso in Österreich, in den USA, in Kanada und selbst in Siebenbürgen bei.

Die qualitätsvolle Berichterstattung zur vielfältigen Thematik aus unterschiedlichen Bereichen wie Politik, Gesellschaft, Kultur, Verbandsleben u. a. schafft ein komplexes Bild des Lebens der Siebenbürger Sachsen, wo immer sie heute auch leben. Die Bezüge zum heimatlichen Raum, zu Siebenbürgen und Rumänien, sind eng und haben sich in den letzten Jahren noch enger gestaltet.

Der dankbare Leser ist sich dessen bewusst, dass diese Zeitung Zusammenhalt schafft und dass sie gleichzeitig ein wichtiges Verbindungsglied zwischen den Menschen darstellt, deren Interesse der siebenbürgisch-sächsischen Kultur gilt.

Zwischen der Siebenbürgischen Zeitung und der Allgemeinen Deutschen Zeitung in Rumänien gibt es eine enge, freundschaftliche Zusammenarbeit. Wir lesen die Zeitung mit Neugierde und kollegialem Interesse. Dem Leser ist an dem Blatt der Informationswert wichtig, für viele aber bedeutet diese Zeitung ein wichtiges Verbindungsglied zu einem Raum, der für den einen Heimat, für den anderen eine neu zu entdeckende Welt bedeutet.

Weiterhin eine treue Leserschaft, kompetente und einsatzbereite Journalisten sowie auch künftig eine fruchtbare Zusammenarbeit wünscht der Siebenbürgischen Zeitung aus Bukarest die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ).

Rohtraut Wittstock, ADZ-Chefredakteurin

Schlagwörter: Siebenbürgische Zeitung, Jubiläum, Gratulation, Geschichte, Journalismus, Politik, Forum

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