27. Dezember 2010

Großes Treffen der Familie Schiel

103 Mitglieder der Familie Schiel kamen am letzten Wochenende im August 2010 in Lohr am Main zusammen. Aus Spanien, England, Österreich, der Schweiz, aus Rumänien und aus ganz Deutschland reisten die Nachkommen des Pfarrers Friedrich Schiel und seiner Ehefrau Charlotte, geborene Czekelius, an, um die Verwandtschaft kennenzulernen und sich über die Familiengeschichte zu informieren.
Der Urenkel von Friedrich Schiel, Hans Konrad Schiel, trug in liebevoller Arbeit die Daten der Nachkommen der Familie Friedrich Schiel (1818-1899), Pfarrer in Wolkendorf und Rosenau, zusammen und erstellte 2003 einen aktuellen Stammbaum. Dazu hatte ihn Walter Erhard Gust (heute 92) angeregt; er war auch der älteste Teilnehmer beim Familientreffen in Lohr. Als Quelle dienten ihm das Büchlein „Ein Kronstädter vor hundert Jahren“ von Gustav Schiel aus dem Jahre 1912, der „Stammbaum der Familie Carl Ganzert Senior in Kronstadt“ aus dem Jahr 1935, der von Richard Thellmann 1981 zusammengestellte „Stammbaum der Familie Schiel“ sowie einige Dokumente aus der Sammlung von Walter Erhard Gust.

Im Vorwort seiner Familienzusammenstellung schreibt Hans Konrad Schiel: „Die Geschichte einer Familie zu erforschen bedeutet mehr als nur Geburts- und Todesdaten zu erfassen. Darum war es mein Vorhaben, die Nachkommen von Friedrich Schiel über den Stammbaum von Richard Thellmann hinaus bis in die Gegenwart zu erfassen und mit Heiratsdatum, Beruf, vielleicht auch Ehrenamt oder sonstigen besonderen Leistungen sowie Umsiedlung und aktuellem Wohnort zu ergänzen.“ Außerdem wünschte er sich, dass es nicht nur bei einer Familienzusammenführung auf dem Papier bleiben sollte. Brigitte Schiel und Gisela Jäntschi nahmen diesen Wunsch zum Anlass, um das Familientreffen zu organisieren.
103 Mitglieder der Familie Schiel kamen in Lohr ...
103 Mitglieder der Familie Schiel kamen in Lohr am Main zusammen.
Am Wochenende vom 28. zum 29. August 2010 fand das „Schiel-Treffen“ im Hotel Franziskushöhe in Lohr am Main statt. Viele Teilnehmer kannten sich nicht. An Stellwänden konnte man herausfinden, zu welchem Zweig der Familie man gehörte. Farbige Namensschilder und Zahlen, die die jeweilige Generation anzeigten, halfen ebenfalls, sich im Familienstammbaum zu orientieren. Fotos, persönliche Gespräche, Wortbeiträge, ein Vortrag von Thomas Şindilariu, auch ein Friedrich-Schiel-Nachkomme, zum Thema „Vorfahren und Verwandte – eine subjektive Sicht“ und eine Gesangseinlage von Antonia Gust trugen zum Gelingen dieses Familientreffens bei. Besonders beeindruckend war der Dia-Vortrag von Annemarie Schiel mit herrlichen Bildern der siebenbürgischen Berge, von Kronstadt und von Buşteni. Zum Abschied war man sich einig: „Wir treffen uns wieder“.

Hannelore Saake (Ururenkelin von Charlotte und Friedrich Schiel)

Genealogische Anmerkungen

Die zwei Kronstädter Brüder Samuel Traugott und Friedrich Schiel, beide zuerst Lehrer an der Honterusschule, heirateten um 1840 die Hermannstädter Schwestern Friedrike und Charlotte Czekelius und hatten beide sieben Kinder. Samuel Traugott erwarb als Rektor der Honterusschule und Begründer des Honterus-Festes besondere Bedeutung, wurde dann zum Stadtpfarrer gewählt und starb zwanzig Jahre später, am Ostersonntag 1881, mit den Schlussworten seiner Predigt: „... Dort über jenen Sternen, da hält die Liebe Wort! Amen!“ auf der Kanzel der Schwarzen Kirche. Der eine Sohn Gustav wurde als Pfarrer auf dem Kronstädter Martinsberg seines etwas harten, „gradlinigen“ Charakters wegen der „Stier vom Berge“ genannt. Der andere, Friedrich, war zunächst Lehrer an der Honterusschule, bevor er Blumenauer Pfarrer wurde und als solcher auch Chef des im Blumenauer Pfarrhof schon seit langer Zeit bestehenden Kronstädter Altenheimes. Das heute dort bestehende Altenheim hat also Tradition! Dieser Friedrich Schiel war lange Zeit Vorsitzender des „KSTSV“ und auch Obmann des ganzen „Burzenländer Turngaues“ und als solcher maßgeblich daran beteiligt, dass die Spenden zusammenkamen, mit denen das Marienburger Studenten-Denkmal gebaut werden konnte.

Nun traf sich in Lohr nur die Nachkommenschaft von Samuel Traugott Schiels Bruder Friedrich. Von dessen sieben Kindern hatten gleich drei wieder drei Geschwister namens Ganzert aus Heilbronn geheiratet. Und sie alle zusammen hatten das geschaffen, was zu Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur in Kronstadt als das „Schiel-Wirtschafts-Imperium“ galt: die Buschtener Papier-Fabrik, die Maschinen-Fabrik in der Blumenau etc. Einer davon soll besonders erwähnt werden: Samuel Schiel mit seinen so großzügigen Spenden für die Heizung in der Schwarzen Kirche wie auch für den Sportplatz neben der Burgpromenade unter der Zinne. Selber bin ich beidseitig „Schiel-belastet“: Meines Vaters Mutter war eine Tochter von Samuel Traugott und Mutters Mutter eine von Friedrich Schiel dem Rosenauer. Über beide gäbe es viel zu erzählen. Sie werden auch beide in den Erinnerungen alter Kronstädter erwähnt, wie z.B. vom Orgelbauer Karl Einschenk.

Walter Gust der Ältere

Schlagwörter: Familientreffen, Genealogie

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