26. März 2022

Leserecho: Kronstädter Flughafen nach Flugpionier Albert Ziegler ­benennen

Zum Leserbrief von Ortwin Scheible, „Kronstädter Flughafen Iosif Şilimon“
Siebenbürgisch-sächsischer Flugpionier Albert ...
Siebenbürgisch-sächsischer Flugpionier Albert Ziegler (1888-1946)
In der Folge 4 vom 15. März dieser Zeitung (siehe auch SbZ Online vom 16. März 2022)schlägt Herr Ortwin Scheible vor, den neuen Kronstädter Flughafen nach dem verdienten Flugzeugbauer Iosif Şilimon zu benennen. In den zurückliegenden Jahren gab es jedoch mehrere Versuche, diesen Flughafen nach Albert Ziegler zu benennen.

Albert Ziegler (1888-1946) aus Zeiden war der erste siebenbürgisch-sächsische Flugpionier. Bereits als Kind experimentierte der Zeidner Bauernsohn mit selbstgebastelten Flugobjekten vom heimischen Scheunendach aus. In Zeiden und Kronstadt erlernte der technisch versierte Ziegler das Schlosserhandwerk. Nach Lehrjahren in der Schweiz, in Paris und London arbeitete er in Berlin im Flugzeugbau und als Pilot. Von der Firma Siemens-Schuckert erhielt er 1912 einen 50-PS-Motor, mit dem er ein eigenes Flugzeug baute und 1913 den Pilotenschein erwarb. Eine Spende von Freunden und Gönnern ermöglichte es ihm, bald einen Mercedes-Benz-Motor mit 120 PS zu erwerben. Im Herbst 1913 kehrte Albert Ziegler nach Siebenbürgen zurück. Bald kündigte die Kronstädter Zeitung Schauflüge von Ziegler an. Der erste Schauflug von Ziegler erfolgte am 19. Oktober 1913 vom Flugfeld in Weidenbach aus, er überflog Zeiden und den Zeidner Berg und erreichte eine Höhe von 3000 Metern. Ein weiterer Flug am gleichen Tag führte ihn über Kronstadt, Petersberg, Brenndorf und Heldsdorf. Über diese Flüge berichteten mit viel Bewunderung auch die ungarische und rumänische Presse Kronstadts.
Die Archivaufnahme zeigt Albert Ziegler als ...
Die Archivaufnahme zeigt Albert Ziegler als selbstbewussten Flugzeuglenker.
Weitere Schauflüge, teils mit Passagieren, wurden bis Juni 1914 in weiteren Städten Siebenbürgens wie Hermannstadt, Mediasch und Bistritz durchgeführt. Einen Absturz bei Schäßburg überstand Ziegler sowie ein Passagier glimpflich. Nach dem Ersten Weltkrieg war Ziegler in Deutschland im Flugzeugbau tätig. Er starb 1946 in Halle (Saale).

Bereits 2013 kam der Gedanke in der Karpatenrundschau auf, den geplanten Flughafen Kronstadt, der sich korrekterweise in Weidenbach befindet, nach Albert Ziegler zu benennen. Die Zeidner Nachbarschaft in Deutschland hat noch 2013 dem Bürgermeisteramt von Zeiden vorgeschlagen, dass dieses sich für eine Benennung des nahen Flughafens, nach diesem Zeidner Flugpionier einsetzen soll. Als 2020 bekannt wurde, dass der Flughafen Kronstadt neben rumänischsprachigen Schildern auch Schilder in deutscher, ungarischer und englischer Sprache erhalten soll, hat der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland dem Kreisrat von Kronstadt die Benennung des Flughafens nach Albert Ziegler vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde im Sommer 2021 durch den Bundesvorsitzenden auch in einem Gespräch mit dem Kronstädter Kreisratsvorsitzenden erneuert. Auch der Vorstand des Ortsforum Kronstadt des Siebenbürgenforums hat diesen Vorschlag bereits im Jahr 2020 der Stadt Kronstadt vorgeschlagen. Leider gab es bislang keine positiven Rückmeldungen seitens des zuständigen Kreisrates.

Eine Benennung des neuen Flughafens Kronstadt-Weidenbach nach dem ersten Flugpionier Siebenbürgens, Albert Ziegler, wäre eine Anerkennung für die deutsche Minderheit in Rumänien, speziell für die Siebenbürger Sachsen, die einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung des Burzenlandes wie von ganz Siebenbürgen haben.

Rainer Lehni, Köln


Mundart-Sprachaufnahme: Fritz Hein berichtet über einen Schauflug des Flugzeugpioniers Albert Ziegler in Schäßburg

Schlagwörter: Flughafen, Kronstadt, Weidenbach, Ziegler, Silimon, Leserbrief, Rainer Lehni

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