18. Dezember 2006

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Landsmannschaft appelliert an Medien: Deutsch, nicht deutschstämmig

Die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. wird eine sehr wichtige Anregung von Dr. Johann Hager (Köln) aufgreifen und den deutschen Medien noch in diesem Jahr eine argumentativ fundierte Erklärung zusenden bezüglich der korrekten Benennung der Siebenbürger Sachsen als Deutsche sowie der Benutzung der deutschen Ortsnamens in Siebenbürgen. Im Folgenden wird Dr. Hagers Anregung im Wortlaut abgedruckt:
Im Hinblick auf die im Jahre 2007 zu erwartende vermehrte Berichterstattung über Hermannstadt als Europäische Kulturhauptstadt und darüber hinaus über Siebenbürgen und Rumänien erlaubt sich die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen auf einige vermeidbare Fehler hinzuweisen und bittet dabei die deutschen Medien um ihre Mithilfe.

Ein Umstand, der besonders unsere in Siebenbürgen verbliebenen Landsleute kränkt, ist ihre Bezeichnung als „deutschstämmige Bevölkerung“ oder als „Deutschrumänen“, während sie in unserer angestammten Heimat seit Jahrhunderten nie anders als „Siebenbürger Sachsen“ oder als „Deutsche in Siebenbürgen“ bezeichnet wurden – und zwar von allen dort lebenden Nationen. Die Ursache solcher Missverständnisse liegt in der unterschiedlichen Verwendung des Begriffes „Nationalität“, der im Westen seit der französischen Revolution mit dem der Staatsangehörigkeit identisch verwendet wird, während in Osteuropa mit „Nationalität“ die Volkszugehörigkeit bezeichnet wird, völlig unabhängig von der häufig wechselnden Staatsangehörigkeit. Das gilt ganz besonders für die Siebenbürger Sachsen, die seit ihrer Ansiedlung im 12. Jahrhundert nie als Einzelindividuen, sondern stets als geschlossene Gruppe, eben als „Nation“ in mehrfach wechselnden Staatsverbänden in Erscheinung traten. Ihre über Jahrhunderte bestehende territoriale und politische Autonomie wurde 1876 zwar beendet, doch konnte ihre Kulturautonomie vor allem dank eines ausgezeichneten Schulwesens erhalten bleiben und es bestand bis heute nie ein Zweifel am Bewusstsein, „Deutsche“ zu sein und niemals zweitklassige „Deutschstämmige“. Die in Siebenbürgen lebenden LANDSLEUTE sind durch das „Demokratische Forum der Deutschen in Siebenbürgen bzw. in Rumänien“ vertreten und keinesfalls durch etwa einen Verein der „Rumänen deutscher Sprache“ oder so ähnlich.

Ein ähnliches Problem entsteht für uns in dem in Deutschland uneinheitlichen Gebrauch der Ortsnamen. Die meisten Ortschaften Siebenbürgens besitzen drei Namen, einen deutschen, einen rumänischen und einen ungarischen, deren Gebrauch sich nach der jeweils gesprochenen Sprache richtet. Spreche ich mit einem Rumänen deutsch, nennt auch er meine Heimatstadt „Hermannstadt“, sprechen wir rumänisch, sage auch ich „Sibiu“. In den deutschsprachigen Zeitungen Rumäniens wird der Name „Hermannstadt“ gebraucht und an den Ortseingangsschildern steht der deutsche Name überall neben dem rumänischen. Wir sprechen hier ja auch von Mailand und Florenz, von Prag, Warschau und Moskau und auch von Königsberg und Breslau.

Schlagwörter: Medien, Hermannstadt, Kulturhauptstadt

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