2. März 2014

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Jahrestagung der Frauenreferentinnen der Landesgruppe Baden-Württemberg

Am 15. Februar fand im Haus der Heimat in Stuttgart die Jahrestagung der Frauenreferentinnen der Landesgruppe Baden-Württemberg zum Thema „Siebenbürgisch-Sächsische Osterbräuche, bemalte, gehäkelte, gefärbte und gefilzte Ostereier mit Muster- und Volkskunstmotiven aus Siebenbürgen“ statt.
Im Haus der Heimat wurden wir sehr herzlich von Gerlinde Zekel, Frauenreferentin der Landesgruppe Baden-Württemberg, begrüßt. Die Tische waren mit siebenbürgischen Scherenschnitt-Tischkarten von Uta Reip, gelben Primeln, schönen Fliegenpilzen aus Filz und siebenbürgischen Deckchen liebevoll gedeckt. An jedem Platz befanden sich eine mit Scherenschnittmuster gebastelte Begrüßungskarte mit einem passenden Spruch und eine aus Filz gebastelte rote Rose, da am Vortag Valentinstag war. Diese Spruch-Karten hatte Uta Reip liebevoll für uns alle gebastelt. Herzlichen Dank dafür. Gerlinde Zekel hielt einen Vortrag über die siebenbürgisch-sächsischen Osterbräuche, deren Wurzeln teilweise in der heidnischen Zeit liegen. Unsere Vorfahren haben ihre Osterbräuche nach Siebenbürgen mitgebracht. Vor Ostern war eine Zeit, die mit viel Arbeit und Hektik verbunden war. Besonders die Frauen hatten mit Waschen, Putzen, Backen und Kochen viel zu tun. Eine der beliebtesten Tätigkeiten war das „Gelfen“ der Eier (mhd. gel=bunt, also färben). Die vielen rot gefärbten Eier gehen dabei auf die Überlieferung zurück, dass die Hennen am Karfreitag, aus Schmerz über den Tod Christi, blutige Eier gelegt hätten. Zum Rotfärben der Eier verwendete die sächsische Bäuerin früher rote Späne oder rote Beete, zum Grünfärben Küchenschälle und Zwiebelschalen zum Braunfärben. Letzteres hat sich bis heute gehalten. Auch die „geschriebenen Eier“ waren Volkskunstwerke. Mit heißen Wachs wurden sie auf gekochte Eier angebracht und anschließend gefärbt. Jahrestagung in Stuttgart: Die ...Jahrestagung in Stuttgart: Die Frauenreferentinnen setzten sich im Haus der Heimat mit siebenbürgisch-sächsischen Osterbräuchen auseinander. Foto: Herbert Molner Am Morgen des zweiten Ostertages pflegten die Männer und Burschen einen lustigen Brauch, der sich bis heute gehalten hat. Mit wohlriechenden Duftwässerchen, wie Parfüm, Rosenwasser oder Kölnischwasser, ausgestattet, ging es zu den Häusern, in denen Mädchen wohnen und es wurde ein Spruch aufgesagt: „Wir haben gehört, ihr habt einen schönen Rosmarinbaum, wir wollen ihn gerne beschütten, er soll nicht betrüben, wir wollen ihn gerne begießen, er soll nicht verdrießen, dürfen wir euer Mädchen beschütten?“ Als Antwort sagte die Mutter des Mädchens, dass die Burschen das Mädchen begießen dürfen, damit es schön wachse. Das Bespritzen, das Eierlaufen, das Hahnenschießen und das Pfarrerbegleiten sind siebenbürgische Osterbräuche, welche heute noch von unseren Landsleuten gepflegt werden.

Das Bemalen, Häkeln, Färben und Filzen der Ostereier hat allen Referentinnen großen Spaß bereitet. Nach dem Mittagessen und anschließendem Kaffee mit Kuchen berichteten die Frauenreferentinnen aus den Kreisgruppen und stellten ihre jeweiligen Tätigkeiten vor. Ihr Ziel ist es, siebenbürgisch-sächsisches Brauchtum, Tracht und Volkskunst zu pflegen und an die nächste Generation weiterzugeben. Wie unsere Tracht, Kirchenburgen, Brauchtum und Bilder aus Siebenbürgen Teil unserer Identität geblieben oder geworden sind, so kann auch der siebenbürgisch-sächsische Osterbrauch mit Volkskunst als Identitätsmerkmal der Siebenbürger Sachsen bezeichnet werden.

Wir wünschen allen siebenbürgischen Frauenreferentinnen auch weiterhin Gesundheit, viel Glück, Kraft, Mut und Erfolg. Herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer, die zum Gelingen dieser Tagung beigetragen haben, an der auch zwei Männer teilnahmen. Das Thema der nächsten Jahrestagung der Frauenreferentinnen in Baden-Württemberg wird „Hardanger Handarbeit und Volkstänze aus Siebenbürgen“ sein. Jetzt schon laden wir dazu herzlich ein und hoffen, dass wir mehrere Frauenreferentinnen unseres Verbandes begrüßen dürfen.

Gerlinde Zekel und Dietmar Melzer

Schlagwörter: Baden-Württemberg, Stuttgart, Frauenreferentinnen, Tagung

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