5. August 2017

Hommage an das Leben in Siebenbürgen: Dagmar Dusil las in Bad Lobenstein

Mit einer Hommage an die Küche und das Leben in Siebenbürgen erfreute am Internationalen Museumstag, dem 21. Mai, das Regionalmuseum im thüringischen Bad Lobenstein ein Publikum, das vorab aus allen Himmelsrichtungen angereist war. Die Literatin Dagmar Dusil warf dabei einen vergnüglichen Blick auf den Alltag in ihrer alten Heimat.
Ihr Auberginenzauber beispielsweise vertrieb vor langer Zeit bei ihrer Tochter jegliche Prüfungsängste. Denn je besser ihr einst dieses die geistigen Kräfte anregende Gericht gelang, desto beeindruckender waren danach die Prüfungsnoten. Mit „Bohnen, Flittchen, Diebe“ ging der weibliche Gast recht amüsant auf den auch in ihrem Geburtsort Hermannstadt nie versiegenden Klatsch und Tratsch ein. Immer wieder schaffte sie es mit heiteren Pointen das Publikum zum Schmunzeln zu bringen.

Dabei gab es mittendrin durchaus Nachdenkliches. So, als an das Schlangestehen zu Zeiten der Mangelwirtschaft erinnert wurde. Damals stellte sich jeder einfach so vor einem Geschäft mit an, ohne genau zu wissen, was es hinter den Gardinen überhaupt gab. So unbekannt waren diese plastisch beschriebenen Szenen einem aus dem Osten Deutschlands stammenden Publikum natürlich nicht. Eine gedankliche Zeitreise, die an einem kleinen Ort mit großer Vergangenheit am Donauufer stattfand, beendete die amüsanten Ausführungen der heute in Bamberg lebenden Autorin.
Dagmar Dusil (rechts) entführte am ...
Dagmar Dusil (rechts) entführte am Internationalen Museumstag in Bad Lobenstein die Gäste gedanklich in ihre Heimat Siebenbürgen. Der Historiker Hans Seiwerth begleitete die Veranstaltung mit seiner Gitarre und lieferte zugleich wichtige Informationen aus der Geschichte Siebenbürgens. Foto: Roland Barwinsky
Hans Seiwerth schuf zwischen den Texten mit seiner Gitarre nicht nur die notwendige Zeit zum Innehalten, sondern verpackte recht kurzweilig wichtige Informationen über die Entwicklung Siebenbürgens. Er hatte nicht nur Musikstücke aus mehreren Jahrhunderten mitgebracht, sondern erzählte erfrischend von geschichtsbeladenen Ereignissen dieser nicht nur geografisch hoch komplexen Region im Südosten Europas. Gut, dass quasi druckfrisch die Nachauflage von Dagmar Dusils Buch „Blick zurück durchs Küchenfenster“ am Veranstaltungsort eintraf. Denn das Publikum hatte regelrechten Heißhunger auf diese Ausgabe und ließ sich das Buch von der Autorin signieren. Den eigenen Appetit stillten viele anschließend im Café am Burgberg. Der ehrenamtlich tätige Museumskreis, der die Veranstaltung vorbereitete und absicherte, bot selbstverständlich Kuchen und Brotaufstriche nach Originalrezepturen an.

Roland Barwinsky

Schlagwörter: Dagmar Dusil, Lesung

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