6. Juni 2020

Ausstellung „Susanne Schunn. Abstrakte Kompositionen“ in Bad Wimpfen

Die Ausstellung „Susanne Schunn. Abstrakte Kompositionen“ in der Städtischen Galerie Bad Wimpfen präsentiert bis zum 6. September in Zusammenarbeit mit dem Siebenbürgischen Museum Gundelsheim abstrakte Gemälde aus dem reichen künstlerischen Nachlass der aus Siebenbürgen stammenden Malerin Susanne Schunn.
Die Künstlerin wurde 1929 in Kronstadt als Tochter einer kunstsinnigen Familie geboren. Der Vater, Heinrich Schunn (1897-1984), hatte an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin studiert und gilt als einer der bedeutendsten siebenbürgischen Landschaftsaquarellisten seiner Generation. Seine Leidenschaft für die Kunst gab er an seine Tochter Susanne und ihren älteren Bruder Heinz (1923-2014), ein ebenso begabter Grafiker, weiter.

Nach früher künstlerischer Anregung durch den Vater erhielt Susanne Schunn Zeichenunterricht bei Hans Mattis-Teutsch, einem der Protagonisten der rumänischen Kunstavantgarde. Danach studierte sie an den Kunstakademien in Bukarest und Klausenburg. 1956 beendete sie das Studium mit einer prämierten Diplomarbeit und wurde Mitglied im Verband Bildender Künstler Rumäniens. Bereits während des Studiums beteiligte sich Susanne Schunn an Ausstellungen.
Susanne Schunn: Abstrakte Komposition XVIII, ca. ...
Susanne Schunn: Abstrakte Komposition XVIII, ca. 2000, Acryl/Leinwand, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim
Die vielversprechenden Anfänge einer Künstlerkarriere wurden 1960 abrupt beendet, als Susanne Schunn aufgrund der Verurteilung ihres damaligen Ehemanns, des regimekritischen Autors Hans Bergel, aus politischen Gründen im kommunistischen Rumänien Ausstellungsverbot erhielt. 1965 gelang schließlich die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland zusammen mit den drei noch minderjährigen Kindern. München wurde von nun an ihre Wahlheimat, wo die Künstlerin nochmals ein Studium an der Kunstakademie absolvierte und daraufhin als Kunsterzieherin an einem Gymnasium arbeitete. 1972 bis 1980 war sie Mitglied der Künstlergilde Esslingen. Ihre Grafiken und Gemälde wurden in der Folgezeit in zahlreichen Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert.

Die 2016 verstorbene Malerin hat ein vielschichtiges Werk hinterlassen, in dem sie sich souverän zwischen gegenständlichen und abstrakten Positionen bewegte. In ihrem Spätwerk von etwa 1990 bis 2005 bediente sie sich immer stärker abstrakter Ausdrucksweisen, wovon die Gemälde in dieser Ausstellung erzählen. Oft schimmert das Schema einer geometrischen, auch dreidimensionalen Gliederung in diesen Bildern durch, doch schon im nächsten Augenblick bewirkt die Verschmelzung von Rationalem und Mystischem eine Spannung, die von Bild zu Bild das Betrachten zu einer fesselnden Entdeckungsreise macht.

Die ausgestellten Werke sind Teil einer umfangreichen Schenkung von 630 Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen und Gouachen aus allen Schaffensphasen der Künstlerin von 1943 bis 2005, die als künstlerisches Vermächtnis Susanne Schunns in der Sammlung des Siebenbürgischen Museums Gundelsheim bewahrt werden.

Die Städtische Galerie im Alten Spital (Hauptstraße 45, 74206 Bad Wimpfen) ist Montag bis Sonntag von 10.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr für den Besucherverkehr geöffnet. Der Eintritt ist frei! Es gelten die derzeit allgemein üblichen Sicherheitsmaßnahmen für Museen zum Infektionsschutz. Führungen finden daher bis auf Weiteres nicht statt.

Schlagwörter: Ausstellung, Bad Wimpfen, Siebenbürgisches Museum, Susanne Schunn, Kronstadt, Malerei

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