22. Februar 2008

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Ökumenische Theatergruppe in Fürth spendet für Mundart-Projekt

Die Ökumenische Theatergruppe Sankt Paul und Sankt Heinrich unterstützt das auf SiebenbuergeR.de, der Internetseite des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V., präsentierte Projekt „Mundartaufnahmen“. Einen Spendenscheck in Höhe von 800 Euro nahm Doris Hutter, Kulturreferentin des Landesverbandes Bayern, anlässlich einer Vorstellung der Theatergruppe am 17. Februar im Fürther Dr.-Martin-Luther-Heim entgegen.
Das Dr.-Martin-Luther-Heim in der Benno-Mayer-Straße in Fürth ist für viele Siebenbürger Sachsen ein Haus, in dem sie sich als aktive Sänger, Laienspieler, Helfer oder einfach als Gäste „gut aufgehoben fühlen“, bekräftigt Chor­leiter Reinhold Schneider. Am 17. Februar führten hier die Laienspieler der Ökumenischen Theatergruppe Sankt Paul und Sankt Heinrich vor zahlreichem Publikum das Lustspiel „Die drei Unschuldigen“ auf. Doris Hutter (3. v. links) nimmt im Dr.-Martin ...Doris Hutter (3. v. links) nimmt im Dr.-Martin-Luther-Heim in Fürth den Spendenscheck entgegen, v.l.n.r.: Reinhold Müller, Angelika Meltzer, Elisabeth Müller, Elfriede Hirschmann, Katharina und Josef Teglas. Foto: Georg Hutter Szenenapplaus begleitete die lustigen Stellen und Applaus gab es auch, als die Leiterin der Theatergruppe, Elfriede Hirschmann, nach der Vorstellung erklärte, dass die Theatergruppe 800 Euro aus dem Einnahmeerlös zu Gunsten der Jugendarbeit der Siebenbürger Sachsen spenden werde. Den Scheck überreichten die Regisseurinnen Elfriede Hirschmann und Traudel Cieplik an Doris Hutter, die sich im Namen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen für die Spende be­dankte. Die Kulturreferentin des Landesver­bandes Bayern erklärte dem Publikum die Her­kunft der Mundart der Siebenbürger Sachsen. Viele Aussiedler hätten sie in Deutschland abgelegt. Damit sei ein Stück Identität verloren gegangen. Ein wichtiger Aspekt gelungener Integration jedoch sei es, sich unverkrampft mit der eigenen Geschichte und Kultur auseinander zu setzen und daraus Selbstbewusstsein zu schöpfen. Das projektierte Sprach- und Ton­archiv könnte künftig auch Impulse geben für die Zusammenarbeit mit der heimischen Brauchtumspflege in Deutschland.

Hintergrund dieser Spende ist der Umstand, dass dem Ensemble aus Laiendarstellern auch Siebenbürger Sachsen angehören, wie die u. a. für Tontechnik verantwortlich zeichnende Schäßburgerin Angelika Meltzer, vor 15 Jahren Gründungsmitglied der Ökumenischen Theater­gruppe, Elisabeth Müller und ihr Schwager Josef Teglas aus Schönau an der Kleinen Kokel, beide Darsteller, ihre Ehepartner Katharina Teglas (Souffleuse) und Reinhold Müller (Helfer, Fotograf der Gruppe). Angelika Meltzer hatte vorgeschlagen, in diesem Jahr ein Projekt mit siebenbürgisch-sächsischem Schwerpunkt zu begünstigen. Als sich Elisabeth Müller bei Doris Hutter nach einem geeigneten Projekt erkundigte, empfahl diese das auf SiebenbuergeR.de von den Webmastern Robert Sonnleitner, Gunther Krauss, Günther Melzer und Hans-Detlev Buchner engagiert geförderte Sprachaufnah­men-Projekt. Über die (bis dato noch sehr wenigen) hier veröffentlichten Hörbeispiele können interessierte Jugendliche mit Hilfe der neuen Medien Zugang finden zur siebenbürgisch-sächsischen Mundart. Besagte Tonaufnahmen sind, wie in dieser Zeitung vom 20. De­zember 2007, Seite 12, berichtet, in den Jahren 1966 bis 1975 entstanden und dokumentieren siebenbürgisch-sächsische Mundarten aus über 140 Ortschaften.

Doris Hutter

Links zum Thema Mundart-Projekt:

Klangspuren unserer Herkunft: Interview mit Heinrich Mantsch

Audiothek statt Schuhkarton

Schlagwörter: Mundart, Linguistik, Sprachaufnahmen, Theater, Nürnberg

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