8. April 2020

„Erweiterte Nachbarschaftspflege“ kommt in den Kreisgruppen gut an/Lobenswerte Initiativen in der Corona-Krise

Das öffentliche Leben in Deutschland und weltweit steht in diesen Wochen still. Es sind Tage und Wochen, an die wir uns immer erinnern werden, ohne sie jedoch zu vermissen. Wir freuen uns jetzt schon auf die Zeit danach, wenn auch unser Gemeinschaftsleben wieder aufgenommen werden kann. Wenn wir uns jetzt alle an die von den Behörden beschlossenen Maßnahmen halten, dienen wir damit nicht nur unserer eigenen Gesundheit, sondern auch der unserer Mitmenschen.
Die vom geschäftsführenden Bundesvorstand des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland am 30. März initiierte „Erweiterte Nachbarschaftspflege“ in der Corona-Krisen-Zeit (siehe Artikel in der SbZ Online vom 31. März 2020) hat in unseren Untergliederungen guten Anklang gefunden, parallel dazu haben einige Kreisgruppen eigene Initiativen entwickelt. Ungewöhnliche und herausfordernde Zeiten suchen nach genauso außergewöhnlichen Lösungen. Dabei kommt uns unser Nachbarschaftsleben, das unsere Gemeinschaft in Siebenbürgen jahrhundertelang begleitet und geprägt hat, heute sehr zugute. Der Kreativität unserer Landsleute sind keine Grenzen gesetzt.

Bereits vor dem Aufruf des Bundesvorstandes hat die Landesgruppe Hamburg/Schleswig-Holstein begonnen, die aktiven Senioren aus ihrem Bereich telefonisch zu kontaktieren. In Drabenderhöhe wurde eine Hilfsaktion „Drabenderhöhe hilft“ ins Leben gerufen, an der alle Vereine des Ortes mitmachen. Auch in der Kreisgruppe Schwäbisch Gmünd kann man sich im Bedarfsfall an den Vorstand der Kreisgruppe wenden. In der stark zersiedelten und flächenmäßig riesigen Kreisgruppe Dortmund und Umgebung tritt der Vorstand per Briefaktion mit den Mitgliedern in Verbindung und bietet seine Hilfe an. Auch die Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD) hat ihre Tanzgruppen aufgerufen, ältere und hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Die bisher kreativste Aktion startete jedoch die Fürther Nachbarmutter Rosel Potoradi, die ihre Chormitglieder mit einem Lied telefonisch überrascht und mit diesen dadurch im Kontakt bleibt (siehe Artikel Chor und Nachbarschaft Fürth). Das sind nur einige lobenswerte Beispiele.
Nachbarschaft lebt: Martin Gunesch, der letzte ...
Nachbarschaft lebt: Martin Gunesch, der letzte Kirchenkurator von Jakobsdorf, mit den Nachbarschaftsladen und Totenzeichen der Gemeinde. Die letzte der ursprünglich vier Nachbarschaften löste sich 1992 auf (Aufnahme von Juni 1992). Foto: Konrad Klein
Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, begrüßt auf seiner Internetseite die solidarischen Initiativen verschiedener Verbände in der Zeit der Corona-Pandemie. Neben der Initiative der Jugend der sorbischen Minderheit würdigt er die Initiative unseres Verbandes, der durch diese neue Form der Nachbarschaftshilfe eine Tradition aus dem Heimatgebiet neu belebt. Damit sollen vor allem ältere Menschen, die durch die Pandemie besonders gefährdet sind, geschützt und mit besonderer Hilfe durch jüngere Landsleute unterstützt werden.

Hierzu äußert sich Dr. Bernd Fabritius: „An diesen sehr erfreulichen Beispielen der wiederbelebten ‚Nachbarschaftshilfe‘ des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und den vielfältigen Initiativen in der sorbischen Gemeinschaft zeigt sich, dass auch in dieser schwierigen Situation kreative und gemeinschaftliche Initiativen den Wert gesellschaftlichen Zusammenhaltes aufzeigen und für Menschen in Not einen Lichtblick geben können. Ich bin sehr froh, dass gerade in meinem Arbeitsbereich die deutschen Vertriebenen- und Spätaussiedlerverbände, die Selbstorganisationen der deutschen Minderheiten im Ausland und die Verbände der nationalen Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland durch belastbare organisatorische Strukturen und einen vorbildlichen, starken Gemeinschaftssinn geprägt sind. Derartiges Engagement ist für unsere gesamte Gesellschaft beispielhaft.“

Ich danke allen unseren Verbandsgliederungen, die diese neue Form der Nachbarschaftspflege aufgegriffen haben und umsetzen. Dankbar stelle ich fest, dass unsere Gemeinschaft gut aufgestellt ist und auch jetzt in diesen herausfordernden Krisenzeiten zusammenhält. Bleiben Sie alle gesund!

Rainer Lehni, Bundesvorsitzender

Schlagwörter: Verbandsleben, Verbandspolitik, Corona, Gemeinschaft, Nachbarschaft, Rainer Lehni

Bewerten:

21 Bewertungen: +

Neueste Kommentare

  • 10.04.2020, 09:24 Uhr von gogesch: Was ich damit meine ist, dass verheiratete Frauen an den offziellen Sitzungen der Nachbarschaft an ... [weiter]
  • 09.04.2020, 17:39 Uhr von Doris Hutter: Wer behauptet, dass "verheiratete Frauen mit der Nachbarschaft als Organisation erstmal gar nichts ... [weiter]
  • 09.04.2020, 16:36 Uhr von gogesch: Verheiratete Frauen hatten mit der Nachbarschaft als Organisation erstmal gar nichts zu tun. Das ... [weiter]

Artikel wurde 6 mal kommentiert.

Alle Kommentare anzeigen.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich.