23. Februar 2007

"Rumäniens Heimkehr nach EUropa"

Unter diesem Motto stand der Jahresempfang 2007 am 23. Januar im Haus der Heimat in Nürnberg. Die Veranstaltung brachte den zahlreichen Anwesenden aus aktuellem Anlass ein für viele bestenfalls flüchtig bekanntes Land, eine europäische Region besonderer Art näher.
Unter den Gästen waren MdL a.D. Dr. Sieghard Rost, Regierungsvizepräsident von Mittelfranken, Heinz Grunwald, Stadtrechtsdirektor Dr. Hartmut Frommer, SPD-Fraktionschef im Nürnberger Rathaus und an diesem Abend auch Vertreter des OB Dr. Ulrich Maly, Gebhard Schönfelder, Stadträtinnen und Stadträte von der SPD (Gabriela Heinrich, Gabriele Penzkofer-Röhrl), von der CSU (Jutta Bär, Aliki Alesik, Prof. Dr. Hartmut Beck, Werner Gruber), von Bündnis 90/Die Grünen Jürgen Wolf, von der FDP Utz Ulrich und zahlreiche weitere Ehrengäste von städtischen Institutionen oder befreundeten Vereinen. Genüsse reihten sich aneinander: kulinarisch (siebenbürgische Faschierten zum kühlen Weißwein oder schwarze „măsline“ haben wirklich gemundet), bildlich und tonmäßig (eine herrliche Bilderfolge mit Fotos aus Rumänien, mit der Romanze „Mi-e dor de ochii tăi frumoşi …“ unterlegt) und auch geistig mit dem im Mittelpunkt dieses Abends stehenden Vortrag mit inhaltlichem Tiefgang „Rumäniens Heimkehr nach EUropa“ des Diplom-Politologen Oliver Lenich, Doktorand an der Universität Bremen und Rumänienkenner.

In seinem Vortrag zeichnete Lenich Rumäniens Weg in die EU nach und unternahm den Versuch einer Prognose bezüglich der zukünftigen Rolle Rumäniens als Mitgliedsstaat. Den Beitrittszeitpunkt bewertete Lenich als verfrüht, da sich die vor allem durch den Beitrittsdruck begonnenen Reformen noch nicht als nachhaltig und vor allem erfolgreich erweisen konnten. Bezüglich der Mehrzahl der gegen Rumänien vorgebrachten Kritikpunkte gelte: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Denn vor allem in Deutschland seien Aufsehen erregende Korruptionsskandale in den letzten Jahren keine Seltenheit gewesen. Er sei zuversichtlich, betonte Lenich, dass Rumänien seine Reformen fortführen werde und sich zu einem authentischen EU-Player entwickle, der konstruktiv an den drängenden Zukunftsprojekten der Union partizipieren werde. Mit Bezug auf die engen Kontakte zu den USA meinte der Referent, dass sich das Land keinen euro-atlantischen Spagat (wie Großbritannien) leisten könne. Rumänien identifiziere sich wie kaum ein anderes Land mit Europa und der Europäischen Union. Er (Lenich) sei während seines dreijährigen Arbeits- und Forschungsaufenthalts immer wieder positiv überrascht worden, wie allgegenwärtig die EU bereits seit vielen Jahren im rumänischen Alltagsbild ist.

Horst Göbbel dankte dem Referenten, der Musikgruppe „remix“, den Organisatoren und den treuen Gästen und hob hervor, dass wir Aussiedler zwar in Deutschland lebten, aber eben auch in Zusammenhängen, die nicht auf Deutschland begrenzt seien. In diesem Spannungsfeld zwischen dort und hier befinde sich auch das Haus der gelebten Integration: „Integration, die klug macht. Beide. Die Integrationswilligen und die Aufnehmenden.“

Horst Göbbel

Schlagwörter: deutsch-rumänische Beziehungen, EU-Beitritt

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